Mmmh statt Muh

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Junge Frau vor Latte Macchiato statt schmatzender Kühe: Die bayerische Milchwirtschaft frischt ihr Image auf. Foto: LVBM

Die Milch soll moderner vermarktet werden – Sonntag ist ihr Tag. München – Kuh auf saftiger Wiese, Kind mit milchverschmiertem Mund, Opa auf Alm – solche oder ähnliche Bilder verbindet man mit Milch.

Bisher. Das soll sich nun ändern. Die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft (LVBM) will endlich weg vom „altbackenen Image“, wie es Geschäftsführerin Maria Linderer nennt: „Die Milch, die Melkanlagen, Laufställe, die vielfältigen Produkte sind moderner als man denkt.“

Statt Kühe und Kinder stehen fortan der Genuss und die Sinne im Werbe-Vordergrund. Mmmh statt Muh. Zu sehen in der neuen LVBM-Broschüre, die Essens- und Frauenzeitschriften beilag. Auf dem Titel: ein Wanderer auf einem Berg. Ohne Milch. Im Heft ist immer wieder von Sinnenreise, Sinnsuche, von Genussverstärker und „entspannten Köstlichkeiten für einen Abend unterm Sternenhimmel“ zu lesen. Dazu abgebildet neben einer romantischen Nachtwächterlampe Melonen mit Frischkäse. Und was man sonst noch aus Milch machen kann.

Zudem gibt es eine neue Internetseite und für den modernen Menschen eine iPhone-App. Neben der Darstellung der Milch-Vielfalt will die LVBM auch Aufklärungsarbeit für junge Kunden leisten. Oder wer weiß, was homogenisierte Milch ist? „Hier wird Milch durch kleine Düsen geschickt, so dass die Fettkugeln klein werden und die Milch nicht aufrahmt“, erklärt Maria Linderer.

Laut der Geschäftsführerin geht der Trend – nicht gerade zu ihrer Freude – immer mehr zur Milch mit 1,5 Prozent Fettgehalt. Diese biete zwar weniger Genuss als eine Vollmilch, enthalte aber die gesamten Nährstoffe und weniger Kalorien. „Das steht bei vielen Verbrauchern heutzutage im Vordergrund.“

Milch ist also keineswegs aus der Mode. Grund für die Imagekampagne sind nicht sinkende Zahlen. Im Gegenteil. Die Milchwirtschaft ist mit einem Umsatz von zehn Milliarden Euro die wichtigste Branche der bayerischen Ernährungswirtschaft. 33 000 Erzeuger (Deutschland: 79 500) lieferten 2013 knapp 7,5 Millionen Tonnen Milch an Molkereien und Betriebe. Das ist ein Viertel der gesamten Produktion in Deutschland. Die Milcherzeugnisse sind aber nicht nur in anderen Bundesländern stark gefragt, auch im Ausland. Die wichtigsten Handelspartner sind Italien, Frankreich und Österreich. Größter Wachstumsmarkt ist China.

Grund zum Feiern allemal. Schließlich steht am Sonntag der 57. Internationale Tag der Milch an. Dazu lädt die LVBM ab 10.30 Uhr auf das Gelände der Landesgartenschau Deggendorf, Bühne Ackerloh ein. Höhepunkt ist 13.30 Uhr das Anschneiden von Bayerns größter Käse-Sahne-Torte (Durchmesser: zwei Meter) durch Kabarettist und Stoiber-Imitator Wolfgang Krebs. Die Milch macht’s eben. Marco Mach

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