Millionen für das Flussbad

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Neuer Schwung für das Projekt Isarflussbad. Nachdem der Stadtrat in einer knappen Abstimmung im Juli grünes Licht für vertiefende Untersuchungen gegeben hat, will Ministerpräsident Markus Söder die Idee jetzt mit einer kräftigen Finanzspritze unterstützen.

Freistaat fördert Planung

Von marc kniepkamp

Ein Fußbad im Flussbad – viel mehr ist beim derzeit niedrigen Wasserstand nicht möglich. Doch das ficht Ministerpräsident Markus Söder und Bürgermeister Josef Schmid (beide CSU) beim Ortstermin am Fluss nicht an. „Wer die Hitze der vergangenen Wochen mitbekommen hat, weiß, wie gut es tut, sich in einem etwas kühleren Nass zu erfrischen“, sagt Schmid, als er die Füße in die Isar steckte. Eine solche Erfrischung – bei entsprechendem Wasserstand auch eine Schwimmrunde – soll für die Münchner künftig alltäglich werden.

Dafür will der wahlkämpfende Söder jetzt Millionen flüssig machen. „Der Freistaat wird sich substanziell an den Kosten für die Planung beteiligen“, kündigt Söder beim Ortstermin an. Er stellt dafür einen hohen einstelligen Millionenbetrag in Aussicht. Das Geld soll aus dem Gewässeraktionsprogramm 2030 stammen, das die Staatsregierung im Juli auf den Weg gebracht hatte. Eines der Förderziele in diesem Programm ist es, den Menschen im Freistaat Zugang zum Wasser zu schaffen.

Schmid freut sich über den warmen Geldregen. „Damit ist ein gordischer Knoten durchschlagen worden“, sagt der Bürgermeister. Er sieht eines der Hauptargumente der Flussbad-Gegner damit entkräftet. Da viele Maßnahmen ohnehin durchgeführt werden müssten, käme die Stadt äußerst günstig davon. Insgesamt soll das Bad zwischen Cornelius- und Boschbrücke zwischen zehn und 19 Millionen Euro kosten.

Für die SPD sind die Gegenargumente durch Söders Geldspritze noch nicht entkräftet. „Zur Gegenfinanzierung der Kosten für Badeaufsicht, Umkleidekabinen und ähnlichem drohen Eintrittsgelder, zusätzliche Gastronomie und vor allem dann abgesperrte und abgezäunte Bereiche“. warnt Münchens SPD-Vize Florian von Brunn. Parteichefin Claudia Tausend fügt hinzu: „Wir haben bereits im aufwendig renaturierten Bereich zahlreiche Liegeflächen, Planschmöglichkeiten für Kinder oder die natürliche Gegenstromanlage an der Weideninsel.“ Dort könne ohne Eintritt und Absperrungen gebadet werden.

Gebadet ja, aber nicht geschwommen, entgegnet Schmid. Für das aktuelle Niedrigwasser sind übrigens nicht die lang anhaltende Hitze und Trockenheit verantwortlich, sondern die Regenfälle vom Wochenende. Damit das viele Wasser schneller abfließen könne, seien die Wehre geöffnet worden, erklärt Umweltreferentin Stephanie Jacobs. Durch die Wehre sei dieser Bereich aber besonders gut zu regulieren und deshalb ein idealer Standort für ein Flussbad.

Derweil ist der Ministerpräsident sichtlich begeistert von der Möglichkeit, die Füße in die Isar zu halten. „Es ist etwas völlig anderes, in einem Fluss oder einem See zu baden, als in ein Freibad zu gehen“, schwärmt Söder. Als Vorbild sieht der den Wöhrder See in Nürnberg. Dieser wurde renaturiert und wird jetzt als Badesee mit Biotopbereich genutzt. „Da haben am Anfang auch alle gesagt: ,Das wird nichts‘. Und jetzt wird der Badeplatz fleißig genutzt.“ Gleiches schwebt Söder nun für München vor. Für ihn ist das Flussbad eine Frage der Lebensqualität: „Wir brauchen nicht nur neue, glitzernde Bürotürme in der Stadt, sondern auch Räume zur Erholung“, sagt Söder. Als Angriff auf die städtischen Freibäder sieht er die Initiative nicht. „Wir wollen hier kein Disneyland an der Isar.“ Nach der Stippvisite hat der Ministerpräsident jedenfalls Lust auf mehr: „Wenn das Flussbad fertig ist, wäre ich gerne unter den Ersten, die hier baden gehen.“

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