Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Energie auf Bairisch

Fenzl: Musik- und Manpower aus Rosenheim

Michael Unfried Fenzl
+
Michael Unfried Fenzl: virtuos und akrobatisch am Kontrabass
  • Raphaela Kreitmeir
    VonRaphaela Kreitmeir
    schließen

Michael Unfried Fenzl ist ein Vollblutmusiker, der seit mehr als 20 Jahren auf der Bühne steht. Er spielt nicht nur virtuos Bass, sondern ist der wahrscheinlich einzige Kontrabass-Akrobat. Davon kann man sich jetzt auch wieder live überzeugen, zum Beispiel beim MaxlRockt! Open Air am 12. August in Feldkirchen-Westerham. Seine Musik ist bairisch, tanzbar, laut – und sehr persönlich. Auf seinem neuen Album „Raubling“ zeigt er, wie wunderbar diese Kombination funktioniert.

von Raphaela Kreitmeir

Raubling versteht sich als moderne Handels-, Handwerks- und Industriegemeinde und hebt besonders die verkehrsgünstige Lage mit Autobahnanbindung hervor. Was hat dich veranlasst, dein neues Album „Raubling“ zu nennen? 

Mein Unterrichtsraum und Studio sind in Raubling und so fahre ich jeden Tag dorthin. Da macht sich im Laufe der Jahre so etwas wie ein Heimatgefühl bemerkbar. Gerade zu Corona-Zeiten habe ich die Nähe zur Natur ganz besonders geschätzt. Unterwegs mit meiner Gitarre habe ich in den Inn-Auen viel musikalisch übers Leben nachgedacht. Der Song „Oiwai Easy Island“ ist dort entstanden, der inzwischen meist gestreamte Song von mir. Der ist natürlich mit drauf auf „Raubling“. 

Wenn man sich durch deine Musik hört – und die Kritiken dazu liest – dann ist von Indie-Rock, Chilli-Ska und Wuidara-Funk die Rede. Welche Musik-Richtungen erwarten einen auf deinem inzwischen dritten Album? 

Fenzl: Raubling // Neues Album mit 14 Tracks // VÖ: 27.05.2022 // zu bestellen unter: www.fenzlmusic.com

Auch wenn ich mir schon oft Gedanken darüber gemacht habe, was das eigentlich für eine Musik ist, die ich mache, passt meine Richtung in keine Schublade. Was für mich ausschlaggebend ist, sind drei Dinge: Dass meine Musik in Mundart ist, tanzbar und laut – und zwar „laut“ im Sinne von da ist Energie drin, die beim Hören überspringt. Auf dem neuen Album ist die Posaune gut gefeatured – ein Instrument, das mich seit einiger Zeit fasziniert und auf „Raubling“ von Rob Solomon gespielt wird, der unter anderem mit Farin Urlaub Racing Team auftritt. Mit dabei sind auch Andy Schechinger am Schlagzeug und Max Spindler an der Gitarre. Wir vier sind die Stammbesetzung und gehen auch gemeinsam mit dem Album auf Tour. 

Wie fühlt es sich an, endlich wieder live vor Publikum spielen zu können?

Das ist das Allerschönste als Musiker, der Grund, warum wir uns für diesen Beruf entschieden haben. Wenn die Augen zu leuchten beginnen, getanzt und mitgesungen wird, dann spürt man pure Energie. 

Fenzl, das ist ein Mix aus Indie-Rock, Ska, Funk, Rock und Pop

Wann bzw. wie merkst du, dass du das Publikum „hast“? 

Wenn wir als Band spielen, bauen wir mit den ersten drei Songs erst Mal Tempo und Spannung auf. Wenn dann die Augen leuchten, sich ein glückliches Grinsen in den Gesichtern breit macht, fängt das Konzert an zum Erlebnis zu werden, an das sich alle gerne und lange erinnern. Zumindest bestätigen mir das viele Fans. Die CDs, die gekauft und von uns unterschrieben werden, gelten dann als Beleg dafür, dass man dabei war. Wenn ich als „FENZL – ganz aloa“ spiele, dann kommuniziere ich von Anfang an mit dem Publikum.

Du giltst als Multiinstrumentalist – welche Instrumente beherrscht du?

Multiinstrumentalist bin ich definitiv nicht. Saiteninstrumente sind das Meine, wobei ich als Kind mit Hackbrett begonnen habe – eher beginnen musste. Denn bevor meine Eltern mir den Wunsch Gitarre lernen zu wollen, erfüllt haben, musste ich zwei Jahre Hackbrett spielen. Das habe ich durchgehalten und durfte dann mit sieben Jahren endlich mit Gitarre anfangen. Im Lauf der Jahre kamen dann noch E-Gitarre, Bass, Ukulele und schließlich Kontrabass dazu. Und während des Musikstudiums auch Klavier, weil das ja Pflicht ist. 

Wie kamst du zum Kontrabass? 

Ich wollte nach der Schule unbedingt Musiker werden, was meine Eltern nicht so spannend fanden. Sie favorisierten einen „richtigen“ Beruf, so dass ich dann sozusagen als Kompromiss die Berufsfachschule für Musik besucht habe. Ich lernte viel über Klassik, Musiktheorie und spielte weiterhin Gitarre. Bis ich mir im Jahr 2000 einen Kontrabass ausgeliehen habe und da hat es dann „Klick“ gemacht. Da mich meine Lehrer ermutigten, mich musikalisch weiterzuentwickeln, habe ich gleich nach dem Abschluss „Leiter im Laienmusizieren“ die Aufnahmeprüfung für ein Hochschul-Musikstudium mit Hauptinstrument Kontrabass gewagt – und bestanden. Ich habe dann acht Semester Jazz-Kontrabass in Würzburg und vier weitere Semester Kontrabass mit Schwerpunkt Klassik in Innsbruck studiert. 

Dein Markenzeichen ist es, dass du nicht nur den Kontrabass zupfst oder streichst, sondern auch beim Spielen darauf turnst und balancierst. Was hat Dich auf diese Idee gebracht?

Während meines Studium habe ich viel mit Bands auf Gartenfesten gespielt und zwar eigentlich jedes Wochenende von Freitag bis Sonntag. Das war natürlich super, aber nicht nonstop spannend. Also habe ich zum Zeitvertreib begonnen, ein bisschen auf dem Kontrabass rumzukraxeln und das hat dann immer besser funktioniert. So ein Bass ist ein bisschen wie ein Tanzpartner, je besser man sich kennt, desto harmonischer bewegt man sich miteinander. Und inzwischen können der Bass und ich eine richtige Show abliefern auf der Bühne. 

Steckbrief Michael Unfried Fenzl

Geburtstag: 26.9.1978 

Geburtsort: Altötting 

Wohnort: Rosenheim

Ausbildung: Berufsfachschule für Musik im Fach „Gitarre“, Musik-Studium im Fach „Kontrabass“ 

Verliebt/verlobt/verheiratet? Ganz früh verliebt in Dagmar – die Frau, deren Namen er bei der Hochzeit 2004 angenommen hat. 

Kinder? Viktoria, die mit ihren elf Jahren schon ganz genau weiß, was sie werden will, nämlich Sängerin (sie singt auch auf dem Album im Chor mit), und Raphael, der sich als Dreijähriger noch nicht so intensiv mit Berufswünschen beschäftigt, aber schon ganz deutlich einen Faible für Autos zeigt

Deine Texte sind ausschließlich auf Bairisch. Was kann man im Dialekt besser sagen oder singen als auf Hochdeutsch oder Englisch? 

Grundsätzlich ist Bairisch eine sehr sangliche Sprache und steht da dem Englischen in nichts nach. Schriftdeutsch hört sich dagegen irgendwie hakelig an. Zudem ist Bairisch meine Sprache und darin bin ich ganz nah an meinen Emotionen. Es ist für mich viel leichter Gefühle auszudrücken, wenn ich so singe, wie ich rede, denke und fühle. Das war in meiner Jugend anders. Bairisch war out, die Spider Murphy Gang bereits alt. Als dann Claudia Koreck mit „Fliang“ einen Überraschungserfolg landete und LaBrassBanda eine ganz neue Art von Volksmusik kreierte, wusste ich, dass ich mich nicht mehr verstecken muss und startete mit meiner bairischen Musik. 

Fenzl: Heimatsound mit ganz viel Power

Stammen Musik und Texte auf dem neuen Album alle von dir? 

Die Songs schreibe ich, ja. Bei den Texten arbeite ich schon seit langem mit meinem Freund Stefan Dressler zusammen. Einige der Texte sind komplett von mir, andere von ihm und manche arbeiten wir zusammen aus. Wir sind mittlerweile ein sehr gutes Team. Außerdem haben wir diesmal einen Song von meinem Posaunisten Rob Solomom mit aufs Album genommen und auch eine Coverversion von „Sternenhimmel“ (Hubert K.) aufgenommen.

Dein zweiter Name lautet Unfried – ist das ein Künstlername oder wem hast du den zu verdanken? 

Das ist sozusagen mein Mädchenname. Als meine Frau und ich heirateten, war klar, dass sie meinen Namen nicht annimmt. Ich war mit Fenzl absolut einverstanden, wollte aber meinen Namen nicht aufgeben. Also habe ich ihr Fenzl einfach angehängt, ganz ohne Bindestrich. 

Du scheinst einen Faible für verspiegelte Sonnenbrillen und Autofahren zu haben – zumindest bist du in deinen Musikvideos gerne mit Pilotenbrille am Steuer. War das Auto, als du aufgewachsen bist, für dich wichtig? 

Den Führerschein habe ich damals mit 17 gemacht und mir auch ein Auto gekauft, einen alten 123er Mercedes. Ein schönes Auto, das erst mal nur in der Garage stand. Jeden Tag habe ich es besucht und als ich endlich 18 war, bin ich eingestiegen, habe die Musik angemacht und bin losgefahren in mein Leben. So hat sich das zumindest angefühlt. Ich fahre nach wie vor leidenschaftlich gerne und habe mir jetzt auch wieder einen Mercedes W123 gekauft. Was Autos betrifft, bin ich Oldschool, da passt ein Oldtimer perfekt. Ach ja, und Sonnenbrillen mag ich wirklich gerne, weil sie zum einen lässig ausschauen und auch ein bisschen Schutz bieten: vor zu hellem Licht genauso wie vor zu aufdringlichen Blicken. 

Du warst Gründungsmitglied bei Django 3000 und bist bis 2017 mit der Band aufgetreten. Was ist deine wertvollste Erinnerung an diese Zeit? 

Schwierig, das auf einen Punkt zu reduzieren. Aber woran ich mich am liebsten erinnere, sind die Auslands-Tourneen. Wir haben in Indien, Russland und Korea gespielt. Jedes Konzert für sich war eine Wahnsinnserfahrung. 

Wovon träumst du bzw. welchen Traum willst du dir unbedingt erfüllen?

Corona hat in der Wahrnehmung einiges verändert. Ich bin viel dankbarer für den Moment, für das, was man gerade hat und tun kann. Und ich hoffe, ich kann das, nämlich Musik machen und auf der Bühne stehen, noch ganz lang tun. Ich bin jetzt 43, also müsste das theoretisch die nächsten 40 Jahre noch möglich sein. Zu spüren, wie das Publikum auf das reagiert, was man komponiert und geschrieben hat, wie die Menschen mitgehen und den Moment feiern, das ist für mich mein Traum, den ich leben darf. 

Mehr Infos unter www.fenzlmusic.com 

Leselust geweckt?

Diesen Artikel findet Ihr in der neuen Ausgabe der ROSENHEIMERIN.

Außerdem bunte Geschichten aus dem Leben, tolle Stories über besondere Menschen und jede Menge Inspiration in Sachen Lifestyle, Fashion, Beauty und Genuss. 

Lest Euch mit uns einfach durch die schönsten Seiten der Region!

Die ROSENHEIMERIN

JETZT am Kiosk und online unter www.rosenheimer.in 

24_Rosenheimerin.gif

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion