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Disput im Leserforum

Corona sorgt für Disput: „Selbstbestimmungsrecht macht Niemanden zum Impfgegner oder Verschwörer“

Das Wort „Impfgegner“ wurde mit grüner Farbe auf ein Plakat gesprüht, das den Weg zu einer Corona-Teststelle am Deutschen Museum weist.
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Das Wort „Impfgegner“ wurde mit grüner Farbe auf ein Plakat gesprüht, das den Weg zu einer Corona-Teststelle am Deutschen Museum weist.

Die Corona-Politik und das Thema Impfen werden auch unter den Lesern der OVB-Heimatzeitungen weiter heftig diskutiert.

Dr. Richard Kirchlechner (Rott): Schon bei Seneca heißt es „Per aspera ad astra“– das bedeutet in etwa „Auf steinigen Wegen zu den Sternen“. Das gilt auch für die Entwicklung eines neuen Arzneimittels. Ich war als Chemiker viele Jahre in der pharmazeutischen Industrie mit der Synthese eines dem natürlichen Antibiotikum Tetracyclin nachempfundenen Präparates tätig. Es war dann tatsächlich gegen resistente Bakterienstämme aktiv, scheiterte aber in der klinischen Prüfung an Nebenwirkungen. Umso mehr freut es mich, dass Deutschland mit der Firma Biontech und deren Impfstoff gegen Corona absolute Weltspitze ist. Den beiden Chefs Ugur Sahin und seiner Ehefrau Özlem Türeci ist ein Erfolg gelungen, der unzählige Menschenleben gerettet hat. Auch wenn sie jetzt Milliardäre sind, werden sie sich keine Yacht kaufen, sondern das Geld in die Forschung stecken – an ihrem Hochzeitstag waren sie im Labor. In ihrem Leserbrief schreibt Tina Kaffl: „Das weltweite Gesundheitssystem ist so marode und niedergewirtschaftet, dass es angesichts eines Virus am Ende ist. Seit Jahrzehnten gibt es Spielfilme, die so ein Pandemie-Szenario wiedergeben. Aber kein Land dieser Erde hat es zustande gebracht, einen Lösungsweg zu erarbeiten.“Wenn jemand so schlecht informiert ist und sein Wissen aus Spielfilmen bezieht, braucht man sich über derart abwegige Aussagen nicht zu wundern.

Ulrich Eiwan (Amerang) Dem deutschen Gesundheitssystem entstehen pro Jahr 16,8 Milliarden Euro an direkten Kosten durch Zucker (Quelle: Bundestag). Indirekte Kosten durch Arbeitsausfall oder Invalidität nicht mitgerechnet. Tabakbedingte Kosten für das Gesundheitssystem sind mit 80 Milliarden Euro anzusetzen (Quelle: DKFZ). Diese Kosten werden durch Beitragszahler getragen. Aber ein paar Corona-Tests kann das System nun wirklich nicht mehr verkraften. Gratulation. Die Höchstmarke der politischen Scheinheiligkeit markiert einen neuen Höchststand. Oder geht’s gar nicht ums Geld? Sondern darum, die monatlich neu gesetzten Werte der notwendigen Impfquote durch die Hintertür zu erreichen. Für eine Impfpflicht bräuchte man eben Cojones und nebenbei auch juristischen Sachverstand. Da ist ein indirekter Zwang die bequemere und für die Bundeshaftung für die Impfstoffe vermutlich auch die billigere Lösung. Wohin das Sparen bei den Tests führt, sieht man derzeit an den „Inzidenzen“. Warum wohl geraten aktuell gerade die Jüngeren in den Fokus des Interesses? Glaubt jemand, dass sich die Inzidenzen im Vergleich zum Vorjahr so drastisch verschoben haben? Wohl kaum; letztes Jahr hat sich nur noch keiner für diese Altersgruppe interessiert. Was sich im Bildungsbereich leider auch nicht geändert hat. Nur bei der Impfquote dürfen sie jetzt mithelfen. Es ist zum Fremdschämen und ich hoffe, dass die Wahlklatsche für die Union auch diesem Thema geschuldet ist. Und weil es schon ums Sparen geht: So ganz nebenbei leisten wir uns gerade den größten Bundestag aller Zeiten, der uns pro Jahr dann über eine Milliarde Euro an Kosten beschert (Quelle: FAZ). Chapeau. So viel Dreistigkeit muss man sich (auf Kosten der Bundesbürger) erst mal leisten (von Leistung) können.

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Hans-Peter Lendle (Vogtareuth) „Von 3005 Fällen waren 2400 ungeimpft, 418 vollständig Geimpfte steckten sich an.“ Solche Zahlen legen zunächst einfache Schlussfolgerungen nahe. Um zu verdeutlichen, dass die Sache nicht so einfach ist, konstruiere ich ein extremes Beispiel: Beim Rockkonzert in der Halle gilt die 3G-Regel, es sind 5000 Besucher da. 2400 sind nicht geimpft, aber negativ getestet. Alle andern sind doppelt geimpft, aber nicht getestet. Wenn unter den Geimpften eine Anzahl infektiös ist, könnten aus so einer Veranstaltung Fallzahlen wie die oben genannten hervorgehen, obwohl niemand gegen die Regel verstoßen hat. Effektiv reduziert wäre das Ansteckungsrisiko eher durch Luftfilterung oder Luftaustausch. Das Restrisiko hängt dann wesentlich nur noch vom Verhalten der Besucher ab. So ein Aspekt zum Beispiel müsste vor einer seriösen Interpretation von Zahlen mit berücksichtigt werden, insbesondere wenn es um Schuldzuweisungen geht.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Wolfgang Pfannkuchen (Riedering): Am 11. Oktober lief im ZDF der Film „Deutschstunde“ von Siegfried Lenz, ein hochaktuelles Thema. Der Film zeigt in brutaler Deutlichkeit, was Menschen aus Menschen machen, wenn sie die Macht dazu haben und sie missbrauchen. Und was passiert da gerade in unserem Land? Läuft da gerade ein Probelauf, um auszuloten, mit welchen Repressalien und Drohungen es am besten gelingt, genügend Willfährige zu veranlassen, ihre Mitmenschen zu gängeln, um zum Beispiel einen Impfzwang ohne Impfpflicht durchzusetzen? Das Instrument, wie G-Regeln, wird den „Laienbeauftragten“ schon mal an die Hand gegeben. So etwas sollte doch nie wieder passieren. Diskriminierung und Verächtlichmachung großer Teile der Gesellschaft, die nur ihre Menschenrechte wahrnehmen wollen – Meinungsfreiheit und die Unversehrtheit ihres Körpers. Darüber kann jeder Mensch selbst bestimmen. Dieses Selbstbestimmungsrecht macht Niemanden zum Impfgegner oder Verschwörer, es ist auch nicht radikal. Radikal sind da schon eher politische Parolen wie zum Beispiel „Impfen macht frei“ von Jens Span. Das letzte Mal war es Arbeit, die frei gemacht hat, und das war richtig scheiße. Danach hatten wir Millionen Tote und mussten 40 Jahre aufräumen. Oder der Kommentar von Andreas Beez in den OVB-Heimatzeitungen, „die Impfwilligen sind die wahren Patrioten“. Solche Äußerungen verführen dazu, Mitmenschen zu drangsalieren, zum Beispiel 2 G statt 3 G. Und wenn das nicht geht zu denunzieren. Ärzte, die sich damit brüsten, in ihrer Praxis Ungeimpfte nicht zu behandeln, braucht kein Mensch. Und Wirte, die Ungeimpfte nicht reinlassen, wollen wir auch nicht! Wehret den Anfängen! Übrigens: Staatlich organisierte Ausgrenzung ist völkerrechtlich ein Straftatbestand. Viele Grüße ans Verfassungsgericht.

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