Mehr Güterzüge durchs Inntal

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Tag des Brenner-Gipfels, Tag der Versprechen: Bayern will schnell mehr Laster auf die Bahn verlagern, um so den Verkehrskollaps auf der Brenner-Route zu verhindern. Die Blockabfertigungen an der Grenze gehen aber erst mal weiter.

Brenner-Gipfel

von dirk walter

München – Tirols Landeshauptmann Günther Platter zeigte zufrieden: „Die Blockabfertigung hat Bewegung in die Problematik des Transitverkehrs gebracht“, stellte der Österreicher fest. Zweieinhalb Stunden lang diskutierten die Verkehrsminister von Deutschland, Österreich und Italien über die Verkehrsbelastung auf der Brenner-Autobahn. Derzeit fahren dort 14,1 Millionen Fahrzeuge im Jahr, darunter 11,6 Millionen Autos und 2,2 Millionen Lastwagen. Weil der Verkehr schon auf dem Tiroler Abschnitt der Inntalautobahn stockt, lässt Tirol nach Feiertagen nur dosiert Lkw durch – maximal 300 statt sonst 600 pro Stunde.

Von dieser Blockabfertigung bei Kiefersfelden/Kufstein hält der kommissarische Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU) auch nach den Beratungen gestern im Münchner Haus der Wirtschaft nichts. Er habe sich „sehr deutlich“ dagegen ausgesprochen. Aber ebenso deutlich ist sein österreichischer Kollege Norbert Hofer (FPÖ) dafür. „Tirol musste reagieren“, sagte er. Die Belastung habe „ein unerträgliches Ausmaß“ erreicht. Den Ausweg sehen alle Beteiligung nur in einer Steigerung des Bahnverkehrs. Unter der Leitung des EU-Koordinators Pat Cox vereinbarten die Unterhändler zunächst einmal Arbeitsgruppen, um schnell mehr Lkw auf die Schiene zu bringen. Da hakt es offenbar gewaltig. Er habe sich schon gewundert, sagte Schmidt, dass in Regensburg die Lkw-Verladestation für die „Rollende Landstraße“ eingestellt worden sei. Die müsse man schnell wieder aktivieren. Ein Bundeszuschuss ist im Gespräch. Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) unterstützt das: „Wir haben noch genügend freie Kapazitäten auf der Bahnstrecke durchs Inntal.“ Derzeit fahren dort laut Herrmann nur 100 Güterzüge am Tag, „es ist aber für mindestens 200 Güterzüge pro Tag Platz“. Schmidt fügte allerdings an, mehr Züge dürften nicht zu mehr Lärm für die Anwohner führen. Also müssen auch die Güterzüge leiser werden.

Von allein wird all das nicht gehen, da waren sich die Minister einig. Der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher rief dazu auf, Lkw-Transporte zu verteuern. Sonst sei kein Spediteur zu einem Umstieg auf die Schiene zu bewegen. Das sollen nun verschiedene Arbeitsgruppen prüfen. Dieselpreise, Mautsysteme, Schienentrassenpreise – alles soll auf den Tisch. Auch Platters Lieblingsidee, eine einheitlich hohe Korridormaut, ist nach wie vor Thema. Das hätte auf deutscher Seite eine deutlich höhere Lkw-Maut zur Folge. Ob das rechtlich und politisch geht, dazu schwiegen Herrmann und Schmidt gestern. Im Mai ist ein neuer Brenner-Gipfel geplant, diesmal in Innsbruck. Vorerst werde die Blockabfertigung fortgeführt, sagte Platter.

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