NEUE NUTZUNGSVARIANTEN – DIE CSU FAVORISIERT WEITERHIN GASTRONOMIE

Am Maxwerk wird bis auf Weiteres nur Energie erzeugt

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Erfolgreicher Protest: Mitglieder des Bezirksausschusses Au-Haidhausen und Bürger lieferten sich unlängst ein Wortgefecht mit Bürgermeister Josef Schmid (CSU). foto: preiss

Sind die Gastronomiepläne für das Maxwerk nach dem Rückzug von Augustiner endgültig beerdigt?

Die Stadtwerke München (SWM) als Eigentümer der Immobilie haben sich noch nicht festgelegt, ob das gastronomische Konzept nun mit einem anderen Betreiber durchgezogen wird. Zum jetzigen Zeitpunkt erscheint dies äußerst fraglich.

Augustiner hatte bei einer Ausschreibung den Zuschlag erhalten und wollte in dem denkmalgeschützten Wasserkraftwerk eine Gaststätte mit Biergarten einrichten. Auch die Dachterrasse, von der aus sich ein idyllischer Blick auf die Isar öffnet, sollte genutzt werden. Doch nach anhaltenden Protesten des Bezirksausschusses Au-Haidhausen hat die Brauerei von den Plänen Abstand genommen. Zuletzt war ohnedies nur noch von einer verkleinerten Variante die Rede, die laut Augustiner „kaum mehr wirtschaftlich zu betreiben gewesen wäre“.

Wie die SWM nun mit dieser Entscheidung umgehen, sei noch nicht entschieden, heißt es von dem Unternehmen. Seitens der Stadtwerke habe es keine Vorfestlegung bezüglich der Nutzung im Maxwerk gegeben. Augustiner habe sich bei der Ausschreibung mit einer gastronomischen Nutzung durchgesetzt. Die Absage der Brauerei sei bedauerlich, aber nachzuvollziehen, erklären die Stadtwerke. „Wir prüfen nun, wie wir weiter mit dem Bauwerk verfahren.“ Eines stehe dabei fest: „Das Maxwerk ist eine Energieerzeugungsanlage und wird es langfristig bleiben.“ In der Vergangenheit gab es auch Ideen über eine kulturelle Nutzung – womöglich in Verbindung mit einem Café. Der erste Stock des Gebäudes ist seit 17 Jahren an ein Künstler-Ehepaar vermietet. Der Filmproduzent Dieter Horres und seine Frau, Kostüm- und Bühnenbildnerin Brigitta Lohrer-Horres, hätten weichen müssen, sofern das gastronomische Konzept verwirklicht worden wäre.

Der CSU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Manuel Pretzl, sagte am Donnerstag, er bedauere es sehr, „dass Augustiner sich aufgrund der örtlichen Proteste aus dem Projekt zurückgezogen hat“. Die CSU halte jedoch nach wie vor am Ziel einer Gastronutzung mit Biergarten auf der Dachterrasse fest. „Das Maxwerk könnte zum Schmuckstück an der Isar werden“, so Pretzl. Auch Grünen-Fraktionschef Florian Roth findet es „schade“, dass aus dieser Idee nun nichts wird. Gleichwohl sollten die Stadtwerke weiterhin das Ziel verfolgen, dass die Dachterrasse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. „Es ist ein verborgenes Juwel“, meint Roth. Die SPD wollte sich gestern nicht äußern. Nur so viel: Augustiner wäre der Wunschpartner gewesen, nun wolle man nicht mehr nachtarocken, hieß es.

Auf betriebsnotwendige Sanierungsarbeiten am Maxwerk hat die Absage der Brauerei laut Stadtwerken keinen Einfluss. Oft hatte es Kritik gegeben, das Bauwerk verfalle zusehends. Die SWM sagen, sie hätten die Fassade häufig neu gestrichen. „Doch binnen kürzester Zeit, meist schon nach der ersten Nacht, waren wieder erste Graffitis aufgebracht.“ klaus vick

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