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Der Marius-Planet

Er hat fast gleichzeitig mit Galileo Galilei die Jupitermonde entdeckt. Der Ruhm dafür wurde ihm jedoch erst jüngst zuteil. Jetzt trägt sogar ein Planet den Namen des Ansbacher Hofastronomen Simon Marius.

Späte Anerkennung für Astronomen

Er hat fast gleichzeitig mit Galileo Galilei die Jupitermonde entdeckt. Der Ruhm dafür wurde ihm jedoch erst jüngst zuteil. Jetzt trägt sogar ein Planet den Namen des Ansbacher Hofastronomen Simon Marius.

Nürnberg – Er zählt zu den bedeutendsten Astronomen seiner Zeit, nun wurde dem Entdecker der Jupitermonde, Simon Marius (1573-1624), selbst am Himmel ein Denkmal gesetzt: Die Internationale Astronomische Union (IAU) hat einen Planeten nach dem fränkischen Astronomen benannt – wenn auch nur einen sehr kleinen. Der Asteroid „1980 SM“ wird künftig „7984 Marius“ heißen, wie die IAU mitteilte.

Der Kleinplanet befindet sich im Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter, knapp 395 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Entdeckt hatte ihn am 29. September 1980 die tschechische Astronomin Zdenka Vávrová.

„Die Benennung des Planeten nach Simon Marius ist eine relevante internationale Anerkennung für einen bisher vergessenen Astronomen, der auf dem gleichen Niveau wie ein Galilei gearbeitet hatte“, erklärte der Leiter der Arbeitsgemeinschaft „Simon Marius“ der Nürnberger Astronomischen Gesellschaft, Pierre Leich. Denn lange stand der Hofastronom der Ansbacher Markgrafen im Schatten seines Zeitgenossen Galileo Galilei, der ihn des Plagiats bezichtigt hatte.

Kurz nach der Erfindung des Teleskops entdeckten beide Astronomen fast zeitgleich die Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Dies war von zentraler Bedeutung für die Entwicklung des heutigen Weltbildes. Am 8. Januar 1610 hatte Marius mit dem Teleskop die Jupitermonde gesehen – nur einen Tag später als der Italiener.

Dieser war aber bedeutend schneller bei der ausschlaggebenden Veröffentlichung im Jahr 1610. Erst vier Jahre später publizierte Marius sein Hauptwerk „Mundus Iovialis“ (Die Welt des Jupiters). Zwar wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts nachgewiesen, dass der fränkische Astronom seine Beobachtungen unabhängig von Galilei gemacht hatte. Dennoch konnte er bislang nicht aus dem Schatten seines Kollegen treten.

Das könnte sich mit der Benennung eines Planeten nach Marius ändern, hofft Pierre Leich. Bereits im Februar wurde das inzwischen 27-sprachige Marius-Portal freigeschaltet, mit dem Ziel, das Schaffen des im mittelfränkischen Gunzenhausen geborenen Astronomen bekannter zu machen. Simon Marius hatte nicht nur die Jupitermonde entdeckt, sondern verfolgte auch die Venusphasen sowie die Sonnenflecken und soll zudem als erster den Andromeda-Nebel beobachtet haben.  lby

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