Manifest zur Schulpolitik – der „Bund Freiheit der Wissenschaft“ meldet sich zurück

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Der Bund Freiheit der Wissenschaft war in den 1970er Jahren eine kämpferische Organisation liberaler und konservativer Hochschullehrer. Auch die angesehenen Historiker Kurt Sontheimer und Thomas Nipperdey waren Mitglieder.

Sie wehrten sich gegen die damals bemerkbaren neomarxistischen Tendenzen vor allem in den Geisteswissenschaften. Doch das sind Kämpfe von gestern – die heutigen Frontlinien verlaufen ganz anders – die heutigen Universitäten kämpfen mit der Bologna-Reform an der Universitäten, die Studenten ärgern sich über verschulte Bachelor- und Master-Studiengänge und die Inflation an Hochschuleingangsprüfungen. Und der Bund Freiheit der Wissenschaft? Von ihm war dazu nicht viel zu hören.

Nun hat sich die mittlerweile kleine Organisation mit einem „Manifest zur Bildungs- und Schulpolitik“ zurückgemeldet. Der ehemalige bayerische Schulminister Hans Maier (83), Gründungsmitglied des Bundes, stellte die Grundzüge im Münchner Presse-Club vor. Maier bemängelte die „einseitige Orientierung“ der Schulen, das „Pädagogische“ sei in den Hintergrund geraten, stattdessen werde die Schule mit „sozialpolitischen und wohlfahrtsstaatlichen Forderungen“ überfrachtet. In dem Manifest wird die Konzentration auf Unterrichtsqualität und Lernerfolgssicherung gefordert, außerdem die Beibehaltung des gegliederten Schulsystems sowie der Kulturhoheit der Länder. Kritisch sieht Maier außerdem die OECD, die in ihren Bildungsstudien eine hohe Zahl an Abiturienten als Maß aller Dinge betrachte. Die berufliche Bildung, die in Deutschland einen hohen Stellenwert besitze, falle durch dieses Raster. Dadurch sitze Deutschland „jedes Jahr auf der Anklagebank“.  dw

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