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„Macht narrisch Spaß“

Der Spritpreis ist im Keller, für den Moment sind Elektro-Autos also eher unsexy. Trotzdem sind sich Experten einig, dass darin die Zukunft liegt. Drei Modellregionen in Bayern haben die Alltagstauglichkeit von E-Autos getestet – mit gemischtem Ergebnis.

Elektro-Autos im Alltagstest 

Der Spritpreis ist im Keller, für den Moment sind Elektro-Autos also eher unsexy. Trotzdem sind sich Experten einig, dass darin die Zukunft liegt. Drei Modellregionen in Bayern haben die Alltagstauglichkeit von E-Autos getestet – mit gemischtem Ergebnis.

von Marcus Mäckler

Garmisch-Partenkirchen – Ilse Aigner hat es ausprobiert und findet, dass so ein E-Auto ungeahnte Vorzüge hat. „An der Ampel“, sagt sie, „können Sie locker einen Porsche stehen lassen.“ Das Publikum hätte der Ministerin sowas gar nicht zugetraut, jedenfalls blicken sich die Diesel-verwöhnten Herren ungläubig an. Dann sagt sie noch: „Macht narrisch Spaß.“

Natürlich muss die bayerische Wirtschaftsministerin eine Technologie zu loben, deren Erfolg politisch verordnet ist. Bis 2020 sollen auf Deutschlands Straßen eine Million Elektro-Autos fahren. Bislang ist das utopisch. Anfang 2015 waren nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts knapp 19 000 E-Autos zugelassen, in Bayern gut 4000. Viele halten die spritfreien Wagen für nicht alltagstauglich. Nach den Erfahrungen dreier bayerischer Modellregionen ist das Gegenteil der Fall. Aigner stellte am Freitag in Garmisch-Parten die Ergebnisse vor.

Neben dem unterfränkischen Bad Neustadt an der Saale und dem Bayerischen Wald hat auch der Markt Garmisch-Partenkirchen fünf Jahre lang Elektromobilität ausgetestet. Die Erfahrungen wurden wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Jede Region hatte sich zuvor auf ein Gebiet spezialisiert. In Garmisch-Partenkirchen ging es zum Beispiel darum, herauszufinden, ob und wie E-Mobilität und Tourismus unter einen Hut zu bringen sind. Bislang standen vor allem große Städte im Fokus.

Nun habe sich gezeigt, dass E-Autos auch in ländlichen Gegenden alltagstauglich sind, sagte Christoph Ebert, der das Projekt in der Kreisstadt betreut – wenn auch nur als Zweitwagen für kurze Strecken. Um so ein Auto zu laden, reicht im Übrigen eine private Photovoltaikanlage – das stellten die Projektverantwortlichen nach einem Versuch mit 20 Familien fest. Drei davon, sagt Ebert, kauften sich nach dem Test ein E-Auto. Weniger gut funktionierte offenbar die Vernetzung mit dem ÖPNV. Viele Touristen reisen inzwischen per Bahn an, nur wenige nutzten ab dem Bahnhof ein E-Auto.

Bessere Vernetzung: Das ist eine Lehre aus dem Projekt. Eine andere ist, dass es mehr Ladestationen braucht. Die meisten E-Autos schaffen kaum 200 Kilometer mit einer Batterieladung. Um den Fahrern künftig zumindest lange Wartezeiten zu ersparen, hat die Hochschule Deggendorf als Betreuerin der Modellregion Bayerischer Wald eine Schnellladesäule entwickelt, an der mehrere Elektrofahrzeuge mit unterschiedlichen Spannungen und Batterietypen gleichzeitig geladen werden können. Das war bisher offenbar nicht möglich.

Im Bayerischen Wald fahren inzwischen über 200 E-Autos herum und können sich an 150 Säulen wieder aufladen. Das Konzept der Vernetzung funktioniert, das betonen zumindest die Verantwortlichen. Schon jetzt, sagt Projektkoordinatorin Katrin Juds, erkundigten sich andere Regionen danach.

Aigner und Co. werten die Testphase als Erfolg, die 37,5 Millionen Euro, die der Freistaat sich das Projekt hat kosten lassen, hätten sich gelohnt. Jetzt, sagt die Ministerin, gehe es darum, „die notwendigen Infrastrukturen auszubauen und die richtigen Anreize zu setzen“. Aigner spricht sich am Freitag für eine Kaufprämie von 5000 Euro aus, wie sie Sigmar Gabriel (SPD) jüngst vorgeschlagen hat. Nächste Woche wird das Kabinett darüber beraten.

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