Mach koane Pflanz!

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Der Idealzustand des Pflänzchens: ausgewachsen, wohlschmeckend, ein Radieserl.

Unser bairisches Wort . Was Pflanzerl sind, weiß nun wirklich jeder: Kleine Pflänzchen, aus denen später respektable Radi, Gelberüben oder Sonnenblumen werden.

Möchte man meinen! Aber schon in der Küche verhält es sich anders, da macht man sich Fleischpflanzerl, respektive vegetarische Grünkernpflanzerl – also Klößchen oder Küchlein. Woraus manche Sprachforscher schließen, das „Pflanzerl“ käme vom lateinischen „placenta“ (Kuchen). Wie dem auch sei, wenn der Koch der Pflanzerl seinen Gast zum Sitzen auffordern will, deutet er auf einen Stuhl und sagt: „Da, pflanz di hi!“ Damit aber noch nicht genug, Ausgehend vom altertümlichen Verb „pflänzeln“ (sich zieren, putzen) hört man heute noch „Mach koane Pflanz!“ im Sinne von „Mach keine Scherereien“ oder auch „Täusche mich nicht!“. Hoffentlich denkt jetzt keiner: „Der hot uns schee pflanzt!“

Norbert Göttler

Bezirksheimatpfleger Oberbayern

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