30 EURO GERSTENSAFT DARF SEINEN NAMEN „NEUSCHWANSTEINER“ BEHALTEN

Luxus-Bier bleibt märchenhaft

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30 Euro kostet eine 0,75-Liter-Flasche. foto: lill

München – Darf eine Brauerei so heißen wie das liebste Märchenschloss der Bayern?

Nein, fand die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs und wollte der Brauerei Neuschwanstein untersagen, ihr Bier Neuschwansteiner zu nennen. Der Fall landete vor dem Oberlandesgericht München. Das entschied gestern nach nicht einmal einer Stunde: Das „Luxus-Edelmärzenbier“ darf auch künftig so heißen wie die Allgäuer Touristen-Attraktion.

In manchen Momenten wirkte das Verfahren ein wenig wie das Königlich Bayerische Amtsgericht. Mehrfach nahm der Vorsitzende Richter die Bierflasche in die Hand, musterte sie aufmerksam – natürlich aus rein beruflichem Interesse.

Der Name Neuschwansteiner suggeriere, dass das Bier „auch in den Mauern des Schlosses gebraut wird“, so Andreas Schulz, der Anwalt der Wettbewerbshüter – dabei ist die Brauerei nur in der Nähe des Schlosses beheimatet. „Stellen Sie sich einmal vor, Flensburger wird in Kiel gebraut“, sagte er mit Anspielung auf das bekannte nordische Bier. Bei einem Gerstensaft, für den man pro Flasche rund 30 Euro hinblättern muss, würden Kunden erst recht denken, es werde auf dem Schlossgelände gebraut. Der Richter sah dies allerdings anders – bei Füllern von Montblanc wisse ja auch jeder, dass diese „nicht auf dem Berg hergestellt werden“. tobias lill

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