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FAHRGAST HÄLT DIE SZENE MIT SEINER HANDYKAMERA FEST

Linienbusfahrer tippt SMS im Berufsverkehr

Mitten im Berufsverkehr auf dem Frankfurter Ring tippt der Fahrer eines MVG-Linienbusses eine SMS in sein Handy, anstatt seine volle Aufmerksamkeit dem Geschehen auf der Straße zu widmen.

Die Szene, die so unglaublich klingt, hat Fahrgast Rainald O. (Name geändert) mit der Kamera seines Handys festgehalten.

Dabei sind Handys am Steuer tabu – und das gilt selbstredend auch für die Busfahrer der MVG. „Das wissen auch alle Fahrerinnen und Fahrer. Das hier gezeigte Verhalten ist unverantwortlich und nicht tolerabel“, stellt ein Sprecher der MVG auf Nachfrage klar. Er fügt hinzu: „Wir sagen vielen Dank für den aufmerksamen Hinweis des Fahrgasts und bitten im Namen der MVG um Entschuldigung für das offensichtliche Fehlverhalten.“ Dabei schwant Fahrgast Rainald O. noch gar nichts Böses, als er am Freitagmorgen in den 177er-Bus steigt. „Ich hatte einen Sitzplatz mittig im Bus und habe gegen die Fahrtrichtung gesessen“, sagt O. Obwohl er keine Sicht auf den Fahrer hatte, fiel ihm dessen „extrem ruppiger“ Fahrstil auf. Zunächst habe er sich Sorgen gemacht, berichtet O. „Ich bin nach vorne gegangen und hatte eher damit gerechnet, dass der Fahrer gesundheitliche Probleme hat und Hilfe benötigt“, sagt der Fahrgast.

Die Situation, die er vorfand, war eine ganz andere: „Der Fahrer war komplett in sein Handy vertieft und hat vom Verkehr nichts mehr mitbekommen“, berichtet Rainald O. „Wohlgemerkt, er hat einen voll besetzten Linienbus durch den Berufsverkehr am Frankfurter Ring gefahren.“

Wie gefährlich das sein kann, zeigt die Statistik der Polizei: Mittlerweile werden mehr schwere Unfälle durch Ablenkung verursacht als durch Alkohol. Elf Prozent aller schweren Unfälle werden durch abgelenkte Fahrer verursacht. Deshalb ist die Benutzung von Handys am Steuer verboten. Autolenker, die mit dem Handy am Ohr erwischt werden, müssen ein Bußgeld von 100 Euro berappen und kassieren einen Punkt in der Verkehrssünderdatei in Flensburg.

Für den Fahrer des MVG-Busses dürfte das noch das kleinste Problem sein. Er muss mit weitaus schwerer wiegenden beruflichen Folgen rechnen. „Der Fahrer wird anhand der angegebenen Daten ausfindig gemacht und der Vorfall wird arbeitsrechtliche Konsequenzen für ihn nach sich ziehen“, kündigt der MVG-Sprecher an.

Zunächst müsse nun geklärt werden, ob der Fahrer direkt bei der MVG angestellt ist oder aber bei einem der Kooperationspartner.  mk

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