Leichenspürhund schlägt an Donau an

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Mit Booten und Hunden ist gestern die Suche nach der vermissten Studentin Malina Klaar weitergegangen. Am Donau-Ufer, dort wo sich ihre Spur verliert, schlug ein Leichenspürhund an. Noch ist die Polizei nicht sicher, wie sie das bewerten kann. Ein Tauchgang war gestern an dieser Stelle noch nicht möglich.

Suche nach Malina Klaar

Regensburg – An der Hunds–umkehr, einem kleinen Regensburger Altstadtplatz direkt an der Donau, legte sich Polizeisprecher Albert Brück gestern fest: „Der Weg endet hier!“ Bis zu diesem Punkt konnte die Kripo die Fährte der seit Sonntagfrüh vermissten 20-jährigen Studentin Malina Klaar rekonstruieren. Hier fand ein Spaziergänger ihr Handy. Und hier begann die Polizei gestern eine intensive Suche.

Mit zwei Booten suchten die Beamten am Morgen die Uferbereiche des Flusses ab. Langsam arbeiteten sie sich durch die Büsche, stocherten mit Stöcken im Morast. Immer wieder umrundeten sie die Pfeiler des Eisernen Steges. Was zunächst wie traurige Routine erschien, wurde um kurz nach 12 Uhr dramatisch: Ein Leichenspürhund nahm auf Höhe des Herzogsparks – genau dort, wo sich Malina Klaars Spur verliert – Witterung auf und begann wild zu bellen und mit den Pfoten ins Wasser zu schlagen. Die Donau ist an dieser Stelle drei Meter tief, eine Leiche könnte sich am Boden verfangen haben. Doch Polizeisprecher Albert Brück betonte: „Wie dieses Verhalten zu bewerten ist, muss der Hundeführer entscheiden.“

Ein Leichenspürhund erschnüffelt in der Regel Gase, wie sie bei einem Zersetzungsprozess entstehen. Etwa Fäulnisgase. Diese steigen im Wasser nach oben. Aufgrund des hohen Pegels und der Fließgeschwindigkeit wurde aber für den gestrigen Tag ein Tauchereinsatz ausgeschlossen.

Außer dem Handy gibt es nach wie vor keine Spur von Malina, die erst vor wenigen Tagen zum Sozialarbeits-Studium nach Regensburg gekommen war. Die Polizei hat inzwischen Aussagen von Zeugen, die Malina auch nach dem Verlassen der Alten Mälzerei in der Galgenbergstraße noch gesehen haben wollen.

Am Jakobstor am Stadtpark nahm ein Suchhund ihre Fährte zum Herzogspark an der Donau auf. „Wir hoffen natürlich immer noch, sie lebend zu finden“, sagte der Polizeisprecher gestern. Er warnte vor Spekulationen über ein Verbrechen. „Das hilft uns nicht weiter.“

Klar im Fokus der Ermittler steht folgende Unfalltheorie: Malina, die sich in Regensburg nicht auskannte und betrunken war, könnte in den eiskalten Fluss gerutscht und ertrunken sein. Falls dies der Fall ist, müsste die Leiche in den kommenden Tagen am Donau-Wehr Geisling angetrieben werden. Solange wird die Kripo ihre Ermittlungen vom Büro aus fortführen. „Die sichtbaren Suchmaßnahmen werden jetzt zurückgefahren“, kündigte Brück bereits an.

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare