MEIN DORF: RINDING

Ein Ort mit langer Vergangenheit

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Stolz auf sein Dorf: Konrad Baumann aus Rinding mit der Chronik zum 1000-jährigen Ortsjubiläum. Foto: STefan Rossmann

.Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat.

Konrad Baumann, 78, ist in Rinding geboren, war Landwirt und Milchfahrer und lebt gerne in dem kleinen Dorf (Ortsteil von Ebersberg).

-Warum heißt Rinding Rinding?

Der Name geht auf den Ortsadeligen Adalram von Rimideo zurück. Er gründete unser Dorf vor über 1000 Jahren, so belegen es urkundliche Erwähnungen.

-Woher wissen Sie denn so etwas?

Wir waren 2008 zusammengesessen und haben überlegt, wie alt Rinding wohl ist. Und da ist uns die Idee gekommen, die Geschichte vom Ort zusammenzutragen. Zum 1000-jährigen Bestehen von Rinding haben wir 2010 eine 137-seitige Chronik erstellt und ein großes Fest gefeiert.

-Wie viele Rindinger haben bei den Feierlichkeiten mitgemacht?

Das ganze Dorf. Sechs Leute haben die geschichtlichen Daten zusammengetragen, mit dem Historiker Bernhard Schäfer. Bei den Vorbereitungen fürs Jubiläum waren alle dabei. Wir haben eine Kapelle renoviert, weil wir dort den Festgottesdienst feiern wollten. Leider war das Wetter so schlecht, dass wir ein Zelt aufstellen mussten. Aber es war ein wunderschönes Fest und seitdem haben wir jedes Jahr ein Dorffest. Seit dem Jubiläum haben wir eine noch bessere Dorfgemeinschaft.

-Gibt’s in Rinding auch Zugezogene?

Ja natürlich, bis aus Franken. Als ich jung war, gab es 14 Anwesen, jedes mit Landwirtschaft. Heute gibt es 27 Häuser und 133 Einwohner. Aber nur noch zwei Landwirte im Vollerwerb.

-Fühlen sich die Zugezogenen wohl?

Ich glaube schon. Die kommen auch zum Dorffest. Und wer da einmal dabei war, ist Rindinger. Aber wer herzieht, muss sich aufs Landleben einlassen. Einmal waren welche hier, die sind mit den Kühen und dem Stallbetrieb in der Nachbarschaft nicht zurechtgekommen. Die sind wieder weggezogen.

-Sie hatten früher auch eine Landwirtschaft?

Ja, ich habe den Hof von meinen Eltern übernommen. Aber ein kleiner Milchbetrieb lohnt sich kaum noch. Wir haben vier Kinder, ich bin früher hauptberuflich Milchwagen gefahren und habe die Landwirtschaft im Nebenerwerb betrieben. Heute ist sie verpachtet.

-Ihre Kinder wollten nicht übernehmen?

Nein. Drei von ihnen wohnen zwar in Rinding, aber arbeiten etwas anderes. Wir haben sechs Enkelkinder und zwei Urenkel. Unser Enkelsohn Peter, 20, macht grad die Landwirtschaftsschule in Rosenheim. Mich würde es freuen, wenn er mal weitermacht. Aber es ist schwierig in der heutigen Zeit.

Interview: Aglaja Adam

Wollen Sie mitmachen?

Wenn auch Sie Ihr Dorf vorstellen möchten, schreiben Sie uns an redaktion@ovb.net.

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare