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MdB Mayer warnt bei Kreisausschusssitzung

Auch Abfall könnte teuer werden: Neues Gesetz soll CO2-Emission bepreisen

Im Müllheizkraftwerk in Burgkrichen wird Müll aus ganz Südostbayern verbrannt.
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Müll verbrennen bringt Strom und Wärme.
  • Daniela Haindl
    VonDaniela Haindl
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Wo es anderen Energieerzeugern mangelt, hat das Müllheizkraftwerk Burgkirchen genug: An Abfall fehlt es nun wirklich nicht, und damit erzeugter Strom und Fernwärme ist günstig. Doch auch Müll könnte ab Januar teurer werden.

Burgkirchen, Südostbayern – Im Jahr verbrennt das Müllheizkraftwerk in Burgkirchen rund 240.000 Tonnen Hausmüll, Sperrmüll und Gewerbeabfälle. Allein im Jahr 2021 erzeugt der Zweckverband Abfallverwertung Südostbayern – kurz ZAS – damit 89.000 MWh Strom. Außerdem gab es 189.000 MWh Dampf ab: an einen Chemiepark, einen Gemüsebaubetrieb und für die Fernwärmeversorgung von zwei Gemeinden. Doch kann der Preis für die Energie aus dem Müllheizkraftwerk weiterhin so günstig bleiben?

Landrat Schneider wird emotional

Erst am 26. September brachte Bundestagsmitglied Stephan Mayer in der Kreisausschusssitzung in Altötting vor, dass das Brennstoff-Emissionshandelsgesetz (BEHG) ins parlamentarische Verfahren gehe. Seine konkrete Frage: Ob der ZAS schon über die Kostensteigerung nachdenke. Das Gesetz soll Verbrennungsanlagen für ihre CO2-Emissionen bepreisen. „Es sind 4,7 Millionen Euro für die CO2-Bepreisung von Müll für den Haushalt 2023 eingeplant“, so Landrat Erwin Schneider. „Pro Tonne Müll sind das etwa 20 Euro.“ Die Abgabe sei laut Schneider schwer zu berechnen, denn es sei noch nicht klar, ob der fossile und biogene Anteil des Abfalls gleichermaßen bepreist würden. „Immerhin wurde der fossile Anteil – beispielsweise Plastikabfälle – ja schon bei der Erzeugung mit einer CO-Abgabe belegt.“

Rolf Möbus vom ZAS sagt: „Es ist fraglich ob das BEHG ab 1. Januar in Kraft tritt.“ Es gebe keinerlei Umsetzungsvorgaben und es sei schwer zu sagen, was auf die Verbrennungsanlagen zukomme. „Es wäre jedenfalls gar nicht so unerheblich, und ein Riesenproblem“, so Möbus. Am Ende treffe die Preiserhöhung natürlich den Bürger – und zwar nicht nur im Landkreis Altötting. Landrat Erwin Schneider: „40 Prozent der Bevölkerung können sich das Leben inzwischen nicht mehr leisten. Da fehlen mir die Worte, wenn die auch den Müll noch teurer machen wollen. Da werd ich wirklich emotional.“

Es wird kein Müll „gebunkert“

Der Müll, der in Burgkirchen verbrannt wird, kommt aus acht Landkreisen: Sowohl aus Rosenheim, Traunstein, dem Berchtesgadener Land, Altötting, Mühldorf, Rottal-Inn und dem Landkreis Dingolfing-Landau. Auch aus Ebersberg wird angeliefert. Der „Rohstoff“ selbst wird also nicht knapp: „Wir sind seit ewigen Zeiten zu 100 Prozent ausgelastet“, so Rolf Möbus. Das Müllheizkraftwerk in Burgkirchen versorgt seit 1994 das Freibad in Burgkirchen, und seit 2017 auch die Gemeinde Burgkirchen. Auch die Gemeinde Emmerting wird nach und nach an die Fernwärmeversorgung angeschlossen.

„Die Nachfrage ist hoch“, so Möbus. Verständlich, bei den aktuellen Energiepreisen. Und dabei geht der Rohstoff Müll nie aus: „Oft ist es so, dass im Januar/Februar weniger Müll anfällt als sonst. Auch um die Weihnachtsfeiertage wird nichts angeliefert, da lagern wir schon einmal für einige Zeit vor.“ Aber Abfall für schwere Zeiten aufheben könne man in Burgkirchen nicht. Medienberichten zufolge soll das ein Müllheizkraftwerk in Würzburg bereits Müll „bunkern“. Mit der ungewöhnlichen Maßnahme soll im Winter Gas eingespart werden.

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