DIE VORARBEITEN FÜR DIE ZWEITE S-BAHN-STAMMSTRECKE LAUFEN NACH PLAN – 2018 WIRD EINE 4,50 METER HOHE WAND ERRICHTET

Lärmschutz rund ums Durcheinander am Marienhof

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Noch ist die Sicht auf die Großbaustelle frei: Im Frühjahr wird rund um den Marienhof eine 4,50 Meter hohe Lärmschutzwand gebaut. Foto: Philipp Gülland

Es wird gebaggert und gebohrt, ausgegraben und gesaugt auf Münchens größter Baustelle im Herzen der Stadt.

Die Vorabmaßnahmen zum Bau der zweiten Stammstrecke rund um den Marienhof schreiten voran. Zahllose Kabel und Rohre müssen verlegt werden. Der dickste Brocken: Der Kanal, der quer unter dem Marienhof verläuft, wird derzeit erneuert und nach außen unter die Schrammerstraße verlegt. „Alles läuft nach Plan“, sagt eine Sprecherin der Deutschen Bahn (DB) am Mittwoch.

Passanten bietet sich beim Blick auf die ehemals grüne Wiese auf dem Marienhof derzeit ein wildes Durcheinander aus Containern, Rohren, Brettern, Baumaschinen sowie Erd- und Schutthügeln. Lange wird die Baustelle, unter der der neue S-Bahn-Halt „Marienhof“ entstehen wird, aber nicht mehr so offen zu sehen sein. Denn im Frühjahr 2018 wird hier eine 4,50 Meter hohe Lärmschutzwand errichtet, in deren Mitte dann die 40 Meter tiefe Baugrube ausgehoben wird. Und es wird eine besondere Lärmschutzwand, so viel lässt sich DB-Sprecherin Miethaner abringen. Hier im Herzen der Stadt könne man schließlich während der jahrelangen Bauzeit nicht einfach nur einen Bretterverschlag hinstellen. „Die Wand wird gestaltet werden“, sagt sie. Wie, darüber werde gerade noch beraten.

Auch bei den Stadtwerken München (SWM), die rund um den Marienhof Fernwärme- und -kälteleitungen verlegen, verlaufen „alle Arbeiten im Terminplan“, wie Sprecher Michael Solic mitteilt. Fertig ist bereits die Leitungsquerung unter den Tramgleisen an der Maffeistraße, der erste Bauabschnitt an der Weinstraße und die Arbeiten im Hofgraben und an der Pfisterstraße. Erst nach der Wiesn sollen andere Arbeiten, etwa die Trassenverlegung an der Landschaftsstraße, beginnen. Schon vor Weihnachten sollen laut Solic aber alle für 2017 geplanten Arbeiten abgeschlossen sein.

Ganz sicher ist bei dieser Großbaustelle aber nie, dass der Zeitplan eingehalten werden kann. Und das liegt an den mittelalterlichen Münchnern. Denn: „Wir erwarten archäologische Funde, die von Hand freigelegt und dokumentiert werden müssen“, sagt die Bahn-Sprecherin. Bei früheren Grabungen sind unter anderem bereits Überreste von Wohnhäusern spätmittelalterlicher Wein- und Salzhändler zu Tage befördert worden. Auch mit bislang nicht verzeichneten unterirdischen Bauwerken wird gerechnet. Dennoch: Die DB ist zuversichtlich, dass im Frühjahr 2018 mit dem eigentlichen Bau der zweiten Stammstrecke begonnen werden kann. Caroline Wörmann

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