Attacke vor der Lagler Hütte am Heuberg: Frau (47) von einer kalbenden Kuh schwerst verletzt

Eine Almerin vom Samerberg wollte einer kalbenden Kuh an der Lagler Alm am Heuberg zu Hilfe kommen. Doch die Kuh griff an und brachte der 47-Jährigen schwerste Verletzungen an Kopf und Oberkörper bei. Zwei Männer, die beherzt einschritten, retteten der Frau womöglich das Leben.

Samerberg/Nußdorf – Zu der dramatischen Attacke kam es am Freitagmittag (31. Juli) gegen 12.10 Uhr nahe der Lagler-Hütte im Bereich des Heubergs bei Nußdorf am Inn.

Kalbende Kuh attackiert sofort

Wie die Polizei meldet, wurde zunächst ein 63-jähriger Wanderer aus Schechen auf eine kalbende Kuh aufmerksam, die gerade verzweifelt versuchte, ihr Kalb zu gebären. Der Wanderer verständigte daraufhin eine Almerin (47) vom Samerberg, die sich in der Nähe aufhielt. Beide gingen daraufhin zur Kuh.

Die Polizei beschreibt die Frau als „sehr tiererfahren“. Sie habe sich der Kuh ruhig und frontal genähert, um dieser beim Gebären des Kalbes zu helfen. Die Kuh sah sich offenbar bedroht und griff die 47-Jährige sofort an.

Bauer muss die Kuh mit Stockhieben vertreiben

Der 63-jährige Begleiter, der die Almerin verständigt hatte, wollte der Frau noch zu Hilfe eilen. Doch sei er mit der aggressiven Kuh nicht zurecht gekommen und wurde selbst attackiert. Erst als durch einen weiteren Beobachter der verantwortliche Bauer alarmiert wurde, konnte dieser die Situation entschärfen.

Lesen Sie auch:

Kühe erschrecken „Challenge“: Bauern warnen vor Lebensgefahr

Der 68-Jährige Samerberger, so der Polizeibericht, habe richtig reagiert und die Kuh unter erheblicher Gegenwehr von der schwer verletzten Almerin vertrieben. Er sei dabei selbst angegriffen worden und habe sich mit Stockhieben zur Wehr gesetzt. Die Kuh habe erst von den Menschen abgelassen, als das Kalb von diesen davongezogen wurde. Das Kalb, offenbar eine Frühgeburt, kam nach Angaben der Polizei tot zur Welt.

Opfer erleidet schwerste Verletzungen an Kopf und Oberkörper

Die 47-Jährige Samerbergerin, die zuerst von der Kuh angegriffen worden war, erlitt nach Angaben der Polizei schwerste Verletzungen an Kopf und Oberkörper sowie massive Verletzungen an den Beinen. Sie wurde von der Bergwacht Brannenburg geborgen und mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Nach Polizeiangaben schwebt die Verletzte nicht in Lebensgefahr.

Die Polizei warnt: „Gerade dieser Vorfall zeigt, dass selbst erfahrene Personen Opfer von Kuh-Attacken werden können. Hier beschützte die Mutterkuh ihr Kalb. Deshalb reagierten die Wanderer vorbildlich. Sie übergaben die Angelegenheit erfahrenen Personen und näherten sich nicht selbst dem Tier.“ Das es dennoch zu diesem Unfall kam, zeige, dass eine kalbende Kuh selbst für erfahrene Tierhalter unberechenbar sei.

Die Polizei appelliert eindringlich: Nähern Sie sich diesen Tieren nur mit Bedacht, gehen Sie ihnen konsequent aus dem Weg und bestaunen Sie sie mit entsprechendem Abstand. Nur so können Unfälle vermieden werden.

Ähnlicher Vorfall mit einer Kuh im Juni bei Oberaudorf

Erst vor wenigen Wochen hatte es einen ähnlichen Zwischenfall in Oberaudorf gegeben. Dort wurde ebenfalls eine Almbäuerin von einer Kuh angegriffen und schwer verletzt.

Die 51-jährige Landwirtin war am Brustkorb verletzt. Eine Verletzung der Wirbelsäule sowie innerer Organe konnte nicht ausgeschlossen werden.

Rubriklistenbild: © Angelika Warmuth/dpa

Mehr zum Thema

Kommentare