ITALIENISCHE KÜSTENWACHE SCHICKT HILFSORGANISATION SEA EYE KEINE HILFE FÜR FLÜCHTLINGSRETTUNG

Krise an Bord

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Zusammengepfercht wie Ölsardinen mussten die Flüchtlinge auf der Seefuchs ausharren. Italien hatte der Hilfsorganisation keine Unterstützung geschickt. Foto: sea-eye.org

Rom/Regensburg – Die Crew der Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye hat schwere Tage hinter sich.

Sie hatte am Sonntag vor der libyschen Küste im Mittelmeer 138 Menschen aus einem überfüllten Gummiboot gerettet. Die Flüchtlinge drohten zu ertrinken. Das Rettungsschiff „Seefuchs“ ist für den Transport so vieler Menschen nicht geeignet, darauf weist die Organisation immer wieder hin. Sie versorgt die Flüchtlinge für gewöhnlich mit Schwimmwesten und Wasser und fordert größere Rettungsschiffe an. Ein Patrouillenboot der italienischen Küstenwache erreichte die Seefuchs in der Nacht zum Montag und übernahm 24 Menschen, wie der Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler berichtet. Mehr Unterstützung schickte Italien nicht. Die übrigen Flüchtlinge und die zwölfköpfige Besatzung blieben auf dem Schiff. Auf Anweisung der zuständigen Seenotrettungsleitstelle MRCC in Rom sollte die Sea-Eye-Crew die Menschen nach Sizilien bringen.

Für diese Strecke brauchte die Seefuchs 20 Stunden. Die Flüchtlinge mussten so lange ungeschützt an Deck ausharren, zusammengepfercht wie Ölsardinen, berichtet Sea-Eye-Vorstand Tilman Mischkowsky aus Kempten. Die sanitären Verhältnisse waren katastrophal. Bei einem Wetterumschwung wäre die Gefahr groß gewesen, dass das Schiff kentert.

Die Seefuchs ist gestern jedoch ohne Zwischenfälle in Italien angekommen. „Wir sind froh, dass wir so viele Menschen retten konnten“, sagte der Kapitän Sampo Widmann aus Starnberg nach dem Einsatz. Die Crew hätte die schweren Bedingungen gut gemeistert. Es war bereits das zweite Mal, dass das MRCC die Seefuchs angewiesen hatte, die Menschen selbst nach Italien zu bringen. Katrin Woitsch

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