Gesundheits-Vorsorge

Die 7 besten Tipps gegen den Krebs, die jeder befolgen kann

„Vorbeugen ist besser als heilen.“ In diesem Satz steckt sehr viel Wahrheit – gerade, wenn es um das Thema Krebs geht. Denn jeder kann selbst eine ganze Menge tun, um das Risiko für eine Erkrankung zu senken. Das sagt der Münchner Krebsspezialist Prof. Wolfgang Hiddemann.

Mit einem gesünderen Lebensstil können Sie Ihr Krebsrisiko „erheblich senken“, sagt Hiddemann. Hier verrät er Ihnen sieben Tipps, die Sie unbedingt beherzigen sollten.

Essen Sie ausgewogen und gesund!

Viel Obst und Gemüse wirken wie ein Schutzschild gegen Krebs. Vor allem grünes Gemüse enthalte neben Vitaminen weitere Pflanzenstoffe, die schützend wirken, verrät unser Experte. Weil sie empfindlich sind, sollte man Gemüse möglichst in wenig Wasser schonend dünsten. Sparsamer sollte man bei Fleisch sein. Helleres Fleisch, etwa das vom Huhn, ist gesünder als rotes. Wer sehr viel rotes Fleisch isst, – also etwa Rind, Schwein oder Lamm –, erhöht sein Darmkrebsrisiko. Doch kommt es auch auf die Zubereitung an: Beim scharfen Anbraten entstehen Stoffe, die das Risiko erhöhen. Verarbeitetes Fleisch und Wurst enthält oft Pökelsalze. 

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Achten Sie auf Ihr Gewicht!

Wer sich gesund ernährt und Kalorienbomben meidet, beugt Übergewicht vor. Das ist wichtig, denn auch das erhöht das Risiko für einige Krebsarten, warnt unser Experte. Unklar ist noch, wie es zu dem Effekt kommt. Beim Brustkrebs könnten Hormone eine Rolle spielen, die im Fettgewebe angereichert werden. Fettzellen würden auch dazu neigen, krebsfördernde Stoffe zu speichern und später wieder freizusetzen.

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Kommen Sie in die Gänge!

Sie sind Sportmuffel? Dann ändern Sie das! „Regelmäßige Bewegung ist wichtig“, sagt Hiddemann. Große Studien mit Zehntausenden Teilnehmern zeigten: Sport senkt das Krebsrisiko deutlich. Die gute Nachricht: Sie müssen dazu weder mit dem Joggen anfangen noch einen Marathon laufen: „Wenn man regelmäßig spazierengeht, ist das völlig ausreichend.“ Mindestens zwei Stunden pro Woche sollten es insgesamt sein, am besten auf mehrere Tage verteilt. Wie Sport schützt? Ganz einfach: „Bewegung stimuliert bestimmte Abwehrzellen.“ Das ist wichtig, denn in jeder Minute unseres Lebens teilen und vermehren sich Zellen in unserem Körper – und dabei kommt es oft zu Fehlern im Erbgut. Das ist meist nicht weiter schlimm. Denn entweder begehen solche Zellen „Selbstmord“. Oder aber besagte Immunzellen schalten sie aus. Gefahr gebannt!

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Lassen Sie sich impfen!

Vorweg: Krebs ist nicht ansteckend. Aber: Heute weiß man, dass chronische Infektionen mit einigen Viren das Krebsrisiko erhöhen. So kann eine Hepatitis, also eine Leberentzündung, das Risiko für Leberkrebs erhöhen. Mit einer Impfung gegen Hepatitis-Viren schützt man sich also vor den Erregern und vor Krebs. Das Gleiche gilt für die sexuell übertragbaren Humanen Papillom-Viren (HPV). Eine anhaltende Infektion erhöht das Risiko für Gebärmutterhalskrebs – aber auch das für Krebs an Penis, Vulva, Anus und auch im Mund- und Rachenbereich. Beim Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt man die Impfung für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren. Je früher, desto besser. Die Übertragung erfolgt nämlich oft gleich beim ersten Sex. „Darum sollte vor dem ersten Verkehr geimpft werden“, rät Hiddemann.

Gehen Sie zur Krebsvorsorge!

Einige Krebsarten lassen sich nicht nur eher erkennen und besser behandeln, wenn man zur Früherkennung geht. Bei zweien handelt es sich sogar um eine echte Vorsorge: Beim Darmkrebs (Darmspiegelung bei Männern ab 50 Jahre und bei Frauen ab 55 Jahre; bei familiärem Darmkrebs in Bayern je nach Risiko teils schon ab 25 Jahren) und beim Gebärmutterhalskrebs (ab 20 Jahren). In beiden Fällen lassen sich Vorstufen erkennen (siehe Interview) und entfernen, noch bevor daraus Krebs entstehen kann.

Meiden Sie krebserregende Stoffe

Verzichten Sie also auf das Rauchen! Im Tabakrauch steckt ein ganzer Cocktail krebserregender Stoffe. Wer im Beruf oder auch beim Umbau daheim mit Asbest oder anderen krebserregenden Stoffen in Kontakt kommt, sollte unbedingt Schutzmaßnahmen einhalten.

Schützen Sie sich vor UV-Strahlung

UV-Strahlung ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für schwarzen Hautkrebs. Gerade im Sommer ist der richtige Sonnenschutz daher essenziell. 

Zugegeben, jetzt im Herbst ist Sonnenschutz nicht mehr so ein großes Thema. Spätestens im Winter, beim Skifahren, sollte man die Sonnencreme wieder hervorholen. Gerade in größeren Höhen ist die UV-Strahlung intensiver –und die erhöht das Risiko für Hautkrebs.

INTERVIEW: „Was ist Ihr persönliches Rezept gegen Krebs?

Als Onkologe hat Prof. Wolfgang Hiddemann viele Jahre lang Krebspatienten am Klinikum Großhadern in München behandelt. Heute ist der ehemalige Klinikdirektor und Gründer des Vereins „lebensmut“ im (Un)Ruhestand – ein Gespräch über die Chancen und die Grenzen der Vorbeugung.

Prof. Wolfgang Hiddemann mit seiner Frau Ulla beim Wandern.

Haben Sie vielleicht eine Art „Rezept gegen den Krebs“ für unsere Leser?

Nein. (Lacht). Es wäre schön, wenn es das gäbe! Man sollte aber auf eine gesunde Lebensweise achten. Damit kann man das Risiko einer Krebserkrankung um 20 bis 30 Prozent senken. Das ist also durchaus relevant.

Was sollte man also konkret tun?

Auf eine „gesunde“ Ernährung achten. Also: viel Obst und viel grünes Gemüse. Scharf angebratenes Fleisch sollte man eher vermeiden. Und: Man sollte sich vor allem auch bewegen und Sport treiben. Das ist ganz wichtig, um das Krebsrisiko zu senken. Alles Dinge, die vielen nicht so richtig Spaß machen. Man muss daher versuchen, eine positive Einstellung zu finden – und sich zu sagen: „Ich will mir und meinen Körper etwas Gutes tun.“ Man fühlt sich damit ja auch besser.

Was sollte man unbedingt lassen?

Man sollte natürlich möglichst nicht rauchen und wenig Alkohol trinken.

Und was ist mit Essen aus der Mikrowelle – erhöht das nicht auch das Krebsrisiko?

Krebserregend ist das nicht. Es ist sicher auch gesünder, als sich bei McDonalds einen Burger zu kaufen. Das Essen leidet aber bei der Zubereitung in der Mikrowelle. Dadurch werden viele schützende Substanzen zerstört, wie sie gerade in grünem Gemüse stecken.

Was tun Sie eigentlich selbst, um sich vor Krebs zu schützen?

Ich gehe regelmäßig zu den Vorsorge-Untersuchungen, etwa beim Hautarzt und Urologen. Zur Darmspiegelung bin ich allerdings erst mit 60 gegangen – und es war gut, dass ich das gemacht habe, weil fünf oder sechs Polypen entfernt werden mussten. Das sind zunächst gutartige Wucherungen, die aber nach Jahren möglicherweise Darmkrebs ausgelöst hätten. Sport mache ich schon seit meiner Jugend, also weniger zur Krebsvorsorge. Ich gehe Joggen, spiele Tennis und gehe gern in die Berge. Ich mag Obst und Gemüse und habe das große Glück, dass meine Frau gern und gesund kocht.

Interview: Andrea Eppner

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