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Krankenhausgesellschaft: Personalmangel nimmt zu

Krankenhaus
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Eine Pflegekraft geht auf einer Intensivstation über den Flur.

Seit dem vergangenen Jahr ist von Medizinern und Pflegekräften in Bayerns Krankenhäusern nahezu permanente Höchstleistung gefordert. Die dauernde Belastung führt nun dazu, dass sich Pflegekräfte vermehrt verabschieden - aus einem ohnehin unter Personalmangel leidenden Beruf.

Bad Wörishofen - Eineinhalb Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie beklagen die bayerischen Krankenhäuser wachsende Personalprobleme. Abgesehen von Schwestern und Pflegern, die Beruf oder Stelle wechseln, melden sich auch wieder mehr Beschäftigte krank. „Pflegepersonal war vor Corona schon knapp, es war mit Corona knapp, und es wird auch nach Corona knapp bleiben“, sagte Roland Engehausen, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG), am Rande einer Tagung der bayerischen Krankenhausdirektoren in Bad Wörishofen. „Derzeit sehen wir aber in der Tendenz gerade auf den Intensivstationen rückläufige Zahlen der verfügbaren Pflegefachkräfte.“

In Bayerns Krankenhäusern arbeiten nach BKG-Zahlen über 80.000 Pflegekräfte. In Engehausens Worten spielt die Belastung durch Corona eine Rolle: „Wir müssen sehen, dass sich nach eineinhalb Jahren Pandemie manche Beschäftigte Gedanken gemacht und die Funktion gewechselt haben. Das ist leider so, aber es stimmt uns auch demütig.“

Einige Krankenhäuser haben demnach auch gemeldet, dass die „Fehlzeitquoten der Pflegefachpersonen in den letzten Wochen wieder gestiegen sind.“

Die Landtags-Grünen warnten vor einem drohenden Notstand: In der professionellen Pflege steuere die Gesellschaft sehenden Auges „auf eine humanitäre Katastrophe zu“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher Andreas Krahl. „Die Staatsregierung darf sich nicht länger verweigern und immer nur auf den Bund verweisen.“ Die Arbeitsbedingungen müssten so verbessert werden, „dass dieser Beruf als fachlicher Beruf wahrgenommen wird und nicht als Akt der Nächstenliebe mit Hang zur Selbstausbeutung“.

Obwohl derzeit sehr viel weniger Corona-Patienten in den Krankenhäusern behandelt werden als im vergangenen Winter, sind viele Intensivstationen voll oder nahezu voll belegt. So gab es am Donnerstag in den Kreisen Ebersberg, Freising, Erding und Landshut ebenso wie in Neumarkt in der Oberpfalz und Landsberg am Lech kein einziges freies Intensivbett mehr. Ursache ist, dass die Krankenhäuser die Behandlungen und Operationen anderer Patienten nicht mehr verschieben.

Zur reinen Arbeitsbelastung kommt nach Engehausens Worten der häufig schwierige Umgang mit Covid-Intensivpatientinnen und -patienten: „Was zusätzlich gekommen ist, ist eine emotionale Belastung.“Geimpftes Pflegepersonal und Ärztinnen und Ärzte auf den Intensivstationen behandelten ganz überwiegend ungeimpfte Corona-Patienten, die ganz unterschiedlich reagierten.

„Die einen wollen immer noch nicht wahrhaben, dass Corona eine schwere Erkrankung ist, die anderen sind mit sich selbst im Kampf, weil sie auf eine Impfung verzichtet haben und jetzt den Preis dafür zahlen müssen. Damit kommt für die Behandlung auf den Intensivstationen eine besondere psychologische Belastung dazu.“ dpa

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