Gesundheitliche Gründe

Stichwahl in Neumarkt-St. Veit: CSU-Bewerber steht als Bürgermeister nicht zur Verfügung

Der CSU-Bürgermeisterkandidat Michael Kulhanek zieht sich aus der Stichwahl zurück.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Erwin Baumgartner (UWG) gegen Michael Kulhanek (CSU): So hätte eigentlich das Stichwahl-Duell um das Bürgermeisteramt in Neumarkt-St. Veit heißen sollen. Nun aber zieht sich Kulhanek aus der Wahl zurück. Aus gesundheitlichen Gründen bittet er die Bürger: Wählt mich nicht.

Update 17.02 Uhr

Der amtierende Bürgermeister Erwin Baumgartner zeigte sich am Mittwochnachmittag zutiefst betrübt über die Nachricht über die Erkrankung von Michael Kulhanek. Er bedauert zutiefst den Rückzug des CSU-Kandidaten und wünscht ihm baldige und vollständige Genesung.

Baumgartner sagt, er respektiere Kulhaneks Entscheidung, aus dem Wahlkampf auszusteigen, betont aber auch: „Man wünscht sich nicht, eine Wahl auf diese Art zu gewinnen.“ Aus Rücksicht auf Kulhaneks Gesundheitszustand habe die UWG sofort entschieden, den Wahlkampf einzustellen, sie werde die Stichwahl auch nicht mehr bewerben. „Das wäre unanständig gegenüber Kulhanek“, so Baumgartner.

Wie Julia Laube, Wahlleiterin in der Verwaltungsgemeinschaft Neumarkt-St. Veit, bestätigt, könne sich Kulhanek in der Tat nicht mehr aus der Stichwahl zurückziehen. Sollte er am 29. März dennoch gewählt werden, habe er eine Woche Zeit, sich zu äußern. Laut Wahlgesetz gelte eine Wahl erst dann als angenommen, wenn sie vom Wahlsieger nicht binnen einer Woche abgelehnt werde

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Die Erstmeldung

Neumarkt-St. Veit – Eine emotionale Berg- und Talfahrt durchlebt Michael Kulhanek dieser Tage: Am Sonntag noch freute sich der Bewerber um das Neumarkter Bürgermeisteramt über das fantastische Ergebnis, das der 30-Jährige gegen den amtierenden Bürgermeister Erwin Baumgartner erreicht hatte. Fast die gleiche Stimmenanzahl hatte er erreicht.

Kulhanek kämpft mit überwunden geglaubten Depressionen

Jetzt aber die Hiobsbotschaft für alle diejenigen über 1400 Neumarkter, die am Sonntag den CSU-Kandidaten künftig im Rathaus sehen wollten: Aus gesundheitlichen Gründen sieht er sich nicht in der Lage, das Bürgermeisteramt zu bekleiden. Er werde sich deswegen aus dem Wettbewerb um das Bürgermeisteramt zurückziehen und bittet darum, bei der Stichwahl nicht gewählt zu werden.

+++ Hier finden Sie das Wahlergebnis von Neumarkt-St. Veit. +++

Wie es in der Pressemitteilung heißt, die Stadtrat Max Heimerl im Auftrag des CSU-Ortsvorsitzenden am Mittwochnachmittag übermittelt hat, habe sich Kulhanek diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Wörtlich heißt es darin: „In den letzten Tagen ist bei mir eine Krankheit zurückgekehrt, die ich eigentlich vollkommen überwunden glaubte. In meiner Jugendzeit hatte ich mit einer Depression zu kämpfen, die therapeutisch so behandelt wurden, dass ich seither keinerlei Beschwerden mehr hatte.“

"Ich habe meine Kräfte überschätzt"

Er habe die Entscheidung für eine Kandidatur zum Bürgermeister nicht leichtfertig getroffen, sondern nach reiflicher Überlegung. Für die jetzige Entwicklung habe es laut Pressemitteilung vorher und auch in den Zeiten des Wahlkampfes keinerlei Anzeichen gegeben. „Inzwischen weiß ich, dass ich meine Kräfte überschätzt habe“, lässt Kulhanek ausrichten.

Er sehe sich derzeit nicht in der Lage, dem wichtigen und herausfordernden Amt gerecht zu werden. „Ich treffe diese Entscheidung auch aus einem großen Verantwortungsbewusstsein nicht nur für meine eigene Gesundheit, sondern auch für die Zukunft unserer Heimatstadt!“

Da er aus rechtlichen Gründen nicht mehr von der Stichwahl zurücktreten könne und diese durchgeführt werden müsse, bittet Kulhanek nun darum, „mich nicht zu wählen“. Die Bürger von Neumarkt-St. Veit bittet er herzlich um Verständnis für seine Situation und diese Entscheidung.


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