Die kleinen Stars von Hellabrunn

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tierpark   Die beiden noch namenlosen Eisbärbabys im Tierpark Hellabrunn wachsen und gedeihen.

„Sie haben Silvester gut überstanden und nehmen gut zu“, meldete der Münchner Zoo gestern auf Anfrage. Neue Bilder, die mit der fernsteuerbaren Überwachungskamera aufgenommen wurden, zeigen, dass die anfangs fast nackten Winzlinge inzwischen ein weißes Fell bekommen haben. Sie sehen auch schon deutlich kräftiger aus als nach der Geburt vor dreieinhalb Wochen. Oft liegen die Geschwister eng zusammengekuschelt im wärmenden Fell von Mutter Giovanna, die ihren Nachwuchs liebevoll umsorgt.

Die ersten zehn Tage, die bei Eisbären als besonders kritisch gelten – die Sterblichkeit der Jungtiere liegt hier bei 70 Prozent – hat die junge Familie gut überstanden. Doch nach wie vor vermeiden die Pfleger in der Hellabrunner Polarwelt alles, was Giovanna aufschrecken oder stören konnte. „Wir haben das Mutter-Kind-Haus ja extra so gebaut, dass möglichst wenige Störungen von draußen hereindringen können“, sagte ein Tierpark-Sprecher. Dazu kommt, dass die gesamte Polaranlage im ruhigen Südzipfel des Tierparks liegt. Lediglich der Krach der Silvesterböller aus Harlaching zog – durch die Hanglage gedämpft – über das Polarium hinweg. Giovanna reagierte nach Aussagen des Tierparksprechers „leicht irritiert“ auf die plötzliche Ballerei, doch sie zeigte Nervenstärke und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Ihre Kinder zuckten bei den Donnerschlägen nicht einmal.

Anderswo hat man es da schwerer: Der kleine „Zoo am Meer“ in Bremerhaven, wo am 16. Dezember nach 41 Jahren erstmals wieder ein gesundes Eisbärenbaby zur Welt kam – ein zweites wurde wenig später tot in der Box entdeckt –, appellierte eindringlich an alle Bürger, in der näheren Umgebung auf Silvester-Knallerei zu verzichten. Die Stadt ließ sogar den Platz vor dem Zoo bis 2. Januar für den Publikumsverkehr sperren.

In Hellabrunn warten die Pfleger jetzt gespannt darauf, dass die Miniaturbären ihre Augen öffnen. Bisher bringen sie wenig mehr als ein Blinzeln zustande. Die großen runden Teddybär-Knopfaugen, die Eisbärenbabys so unwiderstehlich erscheinen lassen, werden erst in ein bis zwei Wochen zu sehen sein, erläutert Kuratorin Beatrix Köhler.

Die Herzen der Münchner erobern die beiden Winzlinge schon jetzt. Im sozialen Netzwerk Facebook, wo der Tierpark auf einer eigenen Internetseite regelmäßig Fotos und Videos aus der Eisbärenhöhle veröffentlicht, häufen sich begeisterte Einträge von vorwiegend weiblichem Publikum. „Sind die süß. Es ist der Wahnsinn, wie zärtlich solch große Raubtiere sein können“, schreibt Sabine S. mit dickem „Smiley“-Symbol. Sylvia P. ergänzt: „Dieser Frieden geht direkt ins Herz“, und Sabine S. schmachtet: „Ich will auch mit Mama kuscheln. „Echt der Hammer“, „sooo schnuffig“, „süße Würmchen“, „eine Super-Eisbärenmama“, „einfach nur schön“ – Giovanna und ihr Nachwuchs lassen die Fans dahinschmelzen. Auch Bürgermeisterin Christine Strobl ist begeistert. „Ich schau mir das fast jeden Tag im Internet an“, sagt die Aufsichtsratsvorsitzende. Und beruhigt stellt sie fest: „Die Kleinen schaun schon ein bisserl stabiler aus.“

Mindestens sieben Wochen lang müssen sich die Eisbärenfreunde noch mit Bildern und Videos zufrieden geben. Dann, irgendwann im März, so erwarten die Fachleute, wird Giovanna ihre beiden Kinder zum ersten Mal an die frische Luft führen und das Gehege erkunden. An den Panzerglasscheiben des Polariums dürfte es dann eng werden.

Peter T. Schmidt

Der Tierpark

zeigt weitere Bilder und Videos im Internet unter www.tierpark-hellabrunn.de

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