Mit Rotznase in Kita und Hort? Ministerin will mit "Handreichung" bei der Entscheidung helfen

Carolina Trautner
+
Carolina Trautner hat ein Konzept für Kitas und Horten nach den Sommerferien vorgestellt.
  • Katharina Ober
    vonKatharina Ober
    schließen

Am 21. Juli hat der bayerische Ministerrat darüber entschieden, wie es in Kitas und Horten ab Herbst weitergehen soll. Doch so konkret wie von vielen Eltern und auch Leitenden der Betreuungsienrichtungen erhofft, sind die Pläne nicht. 

In Kürze

  • Am heutigen Dienstag (21. Juli) hat das bayerische Kabinett darüber beraten, wie während der Corona-Pandemie weiter vorgegangen wird
  • Schwerpunkt der Beratungen: Die Betreuung an Kitas und Horten ab Herbst
  • Der Leiter der bayerischen Staatskanzlei, Dr. Florian Herrmann, und Gesundheitsministerin Carolina Trautner geben die Pläne bekannt

Szenarien auch für Kitas

München - Ministerin Carolina Trautner hat am Dienstagmittag (21. Juli) in München auch für die Betreuung von Kindern in Kitas und Horten einen Plan vorgestellt, der von mehreren Szenarien ausgeht. Ab Herbst werde für sie - wie auch für Schulkinder - die Situation vom Infektionsgeschehen in Bayern abhängen.

Derzeit gelte an bayerischen Kitas "eingeschränkter Regelbetrieb". Das bedeutet: feste Gruppen von Kindern und Betreuern bleiben unter sich, damit die Infektionswege im Fall einer Corona-Infektion nachzuverfolgen sind. Und: Kinder mit Krankheitssymptome dürfen nicht in die Kita. Eine Praxis, die bei Eltern auf Kritik stößt. Auch in der Region.

Iin diesem Punkt soll es ab Herbst einen Entscheidungsspielraum für das Personal an den Kitas geben.

"Wir werden den Erzieherinnen einen Handreichung zur Verfügung stellen", sagte Trautner. So könnte das Personal entscheiden, ob ein Kind der Kita tatsächlich fernbleiben müsse.

Ab dem 1. September hoffe sie darauf, in Kitas wieder zu einem Regelbetrieb zurückkehren zu können. Waldkindergärten und auch die Kinder bei Tageseltern können wohl von einem Betreuungsbetrieb wie derzeit auch ausgehen, sagte Trautner. Dort seinen die Gruppen entweder im Freien oder weniger groß und somit eine Ansteckungsgefahr nicht so groß.

Der Regelbetrieb ist das erste von drei Szenarien an Kitas. Dafür müssten die Infektionszahlen beobachtet werden. Die Szenarien sehen folgendermaßen aus:

  • Regelbetrieb bei unauffälligen Infektionszahlen
  • Eingeschränkter Regelbetrieb bei regionalen Infektionszahlen, die vergleichsweise hoch sind. In solchen Fällen sollen die Gesundheitsämter entscheiden, wie genau verfahren wird
  • Notbetreuung bei allgemein hohem Infektionsgeschenen. In diesem Szenario können nur Kinder bereut werden, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Carolina Trautner nannte ausdrücklich auch Alleinerziehende in diesem Szenario als Eltern, deren Kinder Betreuung benötigten. Kinder mit besonderen Bedürfnissen, etwa Kinder mit Behinderung werden wohl auch in diese Gruppe fallen.
+++

Update 13.21 Uhr

Gesundheitsministerin will Test-Strategie beibehalten

Melanie Huml wies darauf hin, dass kommende Woche die Ergebnisse von Reihentests in bayerischen Schlachthöfen zu erwarten sind. Bislang deute sich keine beunruhigende Tendenz an.

Insgesamt zeigte sie sich zufrieden mit der Strategie, auch diejenigen zu testen, die keine Symptome zeigen. Testzentren in Kommunen werde der Freistaat finanziell unterstützen, um die Struktur aufrecht zu erhalten. Positiv sah sie auch, dass mittlerweile weniger Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion sterben.

Zudem führe Bayern ein "Pandemie-Zentrallager" ein. Dort werden beispielsweise Schutzbrillen, Desinfektionsmittel und Schutzkittel bereitgehalten. Ein Standort stehe noch nicht fest, man sei noch auf der Suche. Dies sei eine Konsequenz der Engpässe zu Beginn der Corona-Pandemie in Bayern.

+++

Update, 13.15 Uhr

Die Zahlen rund um Neuinfektionen positiv

Staatskanzlei-Chef Dr. Florian Herrmann ging zu Beginn erst auf die allgemeine Zahl der Neuinfektionen ein. Er verzeichnete ein "erfreulicherweise nach wie vor ein stabiles Infektionsgeschehen".

In Bayern müssten alle Tests gemeldet werden. Denn nur wenn positive und negative Testergebnisse miteinander vergleichen und in Relation gesetzt würden, ergebe sich ein aussagekräftige Zahl. "Gleichwohl machen wir uns Sorgen", sagte Florian Herrmann mit Blick auf die beginnende Urlaubszeit.

+++

Erstmeldung

München - Bei den Beratungen des bayerischen Kabinetts steht heute das Thema Kinderbetreuung nach den Herbstferien im Fokus. Wie lässt sich eine Öffnung der Kitas und Horte in Bayern damit in Einklang bringen, eine Infektion mit dem Coronavirus zu verhindern? Ab 13 Uhr geben der Leiter der bayerischen Staatskanzlei, Dr. Florian Herrmann und Familienministerin Caroline Trautner dazu eine Pressekonferenz. Diese können siehier live verfolgen.

Eltern im Ungewissen

Die Frage, wie der Unterricht an Bayerns Schulen aussehen soll, hatte das bayerische Kabinett bereits vor vier Wochen geklärt und bekanntgegeben. Der Freistaat siehtvier mögliche Szenarien für das neue Schuljahr. Welches in Kraft tritt, hängt von den Infektionszahlen ab. ImRaum Rosenheim bereitet man sich an den Schulen dementsprechend vor.

Was ist mit jüngeren Kindern?

Insofern ist es für Eltern vor dem Beginn des neuen Schuljahres wichtig zu erfahren, wie ihre Töchter und Söhne nach dem Unterricht in Horten betreut werden können. Für jüngere Kinder geht es um die generelle Betreuung in Krippen und Kindergärten.

Da viele Eltern durch den Lockdown zu Beginnn der Corona-Pandemie bereits viel Urlaub nehmen mussten, um ihre Kinder zu betreuen, dürfte sie der heutige Tag sehr bewegen.

Kommentare