Was Kirchenasyl bedeutet

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Beim Kirchenasyl werden Flüchtlinge ohne legalen Aufenthaltsstatus von Kirchengemeinden zeitlich befristet beherbergt. Kirchenasyl-Gemeinden sehen die Hilfe für Flüchtlinge als biblisch gebotene christliche Beistandspflicht an.

Ziel ist, in Härtefällen eine unmittelbar drohende Abschiebung in eine gefährliche oder sozial unzumutbare Situation zu verhindern und eine erneute Prüfung des Falles zu erreichen. Der Aufenthaltsort der Flüchtlinge wird den Behörden gemeldet.

Die Kirchen sind aber kein rechtsfreier Raum, der Staat könnte jederzeit die Abschiebung vollziehen. Bislang wird aber die Praxis des Kirchenasyls weitgehend geduldet.

Die Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche wusste nach eigenen Angaben Anfang Juni von 284 Kirchenasylen mit mindestens 452 Personen, davon etwa 108 Kinder. Vergangenes Jahr waren 620 Kirchenasyle bekannt. 332 davon wurden beendet – 323 mit positivem Ausgang, die Flüchtlinge haben mindestens eine Duldung erhalten.

In der Mehrzahl der aktuellen Kirchenasyle soll die Rückführung in ein anderes EU-Land verhindert werden, das für das Asylverfahren zuständig wäre, in dem den Betroffenen aber Obdachlosigkeit, mangelnde Versorgung oder die Abschiebung in ihr Herkunftsland drohen.  epd

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