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Politischer Frühschoppen auf dem Gillamoos

Kevin Kühnert wird deutlich: „Bei der nächsten Wahl: CSU abschalten“

Politischer Frühschoppen auf dem Volksfest Gillamoos
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Herzliche Grüße an die CSU kamen von SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert (links) und Landeschef Florian von Brunn bei ihren Bierzeltreden in Abensberg
  • Dominik Göttler
    VonDominik Göttler
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Von „vulgären, unanständigen Gewinnen“ bei der Energiekrise und einem Söder, dessen Koalition für Wurstigkeit steht. Kevin Kühnert schwingt in Abendsberg scharfe Rede.

Abensberg – Kurz bevor Kevin Kühnert auf die niederbayerische Bierzeltbühne steigt, blickt er noch mal auf sein Handy. Dort läuft der Liveticker aus dem Nachbarzelt, ein paar Spickerbuden und Bratwurststandl weiter, wo gerade NRW-Chef Hendrik Wüst über die neueste Wortschöpfung der Ampel-Koalition lästert. „Wüst hat ja gerade im anderen Zelt gefragt: Was ist ein Zufallsgewinn? Also ich habe den Eindruck, Herr Wüst weiß ’ne ganze Menge nicht.“ Polit-Schlagabtausch, Digitalisierung sei Dank, mittlerweile in Echtzeit. Das ist der politische Gillamoos in Abensberg.

Kühnert, SPD-Generalsekretär aus Berlin, berüchtigt für scharfe Reden und dunkelrote Positionen, ist wie vor drei Jahren Hauptredner bei der Bayern-SPD. Und natürlich ist er gekommen, um das Entlastungspaket der Ampel gegen die Masskrugattacken aus dem Nachbarzelt zu verteidigen – in Jeans, Sakko und Sneakers statt im Lodenjopperl.

Schwingende SPD-Fähnchen

Kühnert sagt „Maas“ statt „Mass“, aber sonst trifft er den Nerv der bayerischen Genossen, wenn er über einen aus dem Ruder gelaufenen Energiemarkt schimpft, eine „pervertierte Situation“, an der sich so mancher „dumm und dämlich“ verdiene, während auf die einfachen Leute mit der nächsten Stromrechnung das Drama im Briefkasten warte. Diesen „vulgären, unanständigen Gewinnen“ müsse ein Ende gesetzt werden. Und das werde die Bundesregierung auch tun, egal, ob mithilfe der EU oder ohne. Tosender Applaus, flatternde SPD-Fähnchen, prosit!

Noch ein Schluck aus dem Masskrug und schon ist Kühnert vom Verteidigungs- im Angriffsmodus. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sei ja ohnehin ein Mann der zwei Jahreszeiten. Im Sommer ein Gegner von Corona-Maßnahmen. Im Winter werde dann wieder eine andere Platte aufgelegt. „Finger in die Luft und schauen, woher der Wind weht.“ Das sei Söders Kernkompetenz. Und ein Erkennungsmerkmal für Menschen ohne politischen Standpunkt

„Söder rechnet sich den Solarausbau schön“

Überhaupt, das ständige Stänkern gegen den Bund aus den unionsgeführten Bundesländern. Kühnert zieht ein DIN-A4-Blatt aus der Tasche. „Ich habe mir mal die Mühe gemacht, herauszusuchen, welche Entlastungen Bayern oder NRW aus eigener Initiative auf den Weg gebracht haben.“ Er dreht den Zettel um. Ein leeres Blatt. Gelächter. „Da kommt nichts.“

Söders Koalition in Bayern stehe für nicht mehr als große Wurstigkeit. Statt den Freistaat mit erneuerbaren Energien aus der russischen Gas-Abhängigkeit zu lösen, tische Söder mit „treudoofen Augen große Lügengeschichten“ auf und rechne sich den Solarausbau schön. Mit der bayerischen Staatsregierung sei das wie mit der Atomkraft. „Die Brennstäbe sind runtergebrannt. Da geht maximal noch ein Streckbetrieb“, ruft Kühnert ins Bierzelt. Laufzeitverlängerung? Keine Lösung. „Für die nächste Landtagswahl gilt: CSU abschalten.“ Rumms. Neues Futter für den Liveticker. Der Wahlkampf ist eröffnet. 

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