Keine Nacht-Skitouren mehr zum Hirschberg

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Bei den Münchnern beliebt, bei den Einheimischen nicht: Die Nacht-Skitouren am Hirschberg gibt es nicht mehr. Die Veranstalter haben sich nach Protesten auf ein neues Ziel geeinigt. Foto: THOmas Plettenberg

Schon nach drei Wochen ist es für die Münchner vorbei mit den nächtlichen Skitouren auf dem Hirschberg. Nachdem es von Naturschützern und Einheimischen Widerstand gegeben hatte, haben sich die Veranstalter nun für ein neues Ziel der Bus-Touren entschieden. Eines, bei dem sie weniger Kritik an dem Skispaß bei Nacht erwarten.

Neues Busziel nach Protesten

Von Katrin Woitsch

Kreuth/München – Dreimal sind die Busse donnerstags abends am Zentralen Omnibusbahnhof in München Richtung Kreuth (Kreis Miesbach) gestartet. Dreimal waren rund 20 begeisterte Wintersportler an Bord, die ihren Feierabend für eine Skitour nutzen wollten. Das Angebot ist attraktiv für Skitourengeher aus der Stadt. Bequem im Bus nach Feierabend in die Berge, Aufstieg und Abfahrt ganz ohne den üblichen Trubel. Und alles für 15 Euro inklusive geliehener Ausrüstung.

Die Einheimischen hingegen fürchteten, dass das Angebot zu attraktiv und der nächste Schritt zum Rund-um-die-Uhr-Tourismus-Wahnsinn vor ihrer Haustür ist. Denn bisher war das Nachtskifahren am Hirschberg ein Geheimtipp. Auch die Naturschützer protestierten, sie fürchteten, dass durch den nächtlichen Skitourismus die Tiere gestört werden. Der Widerstand hat nun dazu geführt, dass es erneut Gespräche gab zwischen Veranstaltern, Landratsamt und Touristikern. Am Donnerstag fiel schließlich die Entscheidung: Die Nachtskitouren zum Hirschberg werden künftig nicht mehr angeboten. Die dritte Fahrt in dieser Woche war gleichzeitig die Letzte.

„Es hat sich herausgestellt, dass das Ziel Hirschberg kein gutes Ziel war“, sagt Alexander Schwer von der Kommunikationsagentur Toc, Projektleiter für „Dein Winter. Dein Sport“. „Wir respektieren die dortigen Ruhezonen.“ Das Bustouren-Angebot stoße allerdings auf gute Resonanz. „Interesse ist eindeutig da“, berichtet Schwer.

Deshalb wollen Toc und Autobus Oberbayern die Bustouren auch weiterhin anbieten. Allerdings nicht mehr donnerstags, sondern mittwochs. Und nicht mehr zum Hirschberg, sondern zum Sudelfeld nach Bayrischzell. „Dort ist der Skitourenabend mittwochs bereits sehr etabliert“, sagt Schwer. Gut 500 Wintersportler seien dort jede Woche unterwegs.

Auch Tourismus-Chef Harald Gmeiner ist überzeugt: „Am Sudelfeld wird es keinen Widerstand geben, ein paar Münchner mehr fallen dort überhaupt nicht auf.“ Als Vertreter der Alpenregion Tegernsee Schliersee habe er das Sudelfeld von Anfang an vorgeschlagen. „Dass es wegen des Hirschbergs einen Aufschrei gibt, war zu erwarten“, sagt er. Er kann den Protest allerdings nicht ganz nachvollziehen. „Die Skitourengeher sind ja nicht weit hochgelaufen auf den Gipfel. Solange sie auf den präparierten Pisten bleiben, schrecken sie keine Tiere auf.“ Trotzdem hält er nach wie vor die neue Lösung für die bessere. „Es bietet sich einfach an, die Nachtskitouren in einem Gebiet zu kanalisieren.“

Bei den Beratungen sei auch Marco Müller, Gebietsbetreuer im Mangfallgebirge, einbezogen gewesen, berichtet Projektleiter Schwer. Er hatte für den Hirschberg große Bedenken geäußert, sei mit der Sudelfeld-Lösung aber einverstanden gewesen. Die Naturschützer im Landkreis Miesbach begrüßen die Entscheidung ebenfalls, betont der Kreisgruppenvorsitzende Manfred Burger. Allerdings kündigte er an, sein Verband werde die Situation am Sudelfeld genau im Auge behalten. „Wir wollen Nachtskitouren nicht prinzipiell verhindern“, betont er. „Aber wir hätten uns gewünscht, mehr in die Überlegungen einbezogen zu werden.“

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