Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Keine Maßnahmen - aber viele Zweifel

G-Regeln und Maske ade: Ab heute nur noch Appelle und Empfehlungen

Ein Schild mit der Aufschrift „Kein 2G-Nachweis notwendig“ steht am Eingang zu einem Geschäft in der Darmstädter Innenstadt.
+
Ein Schild mit der Aufschrift „Kein 2G-Nachweis notwendig“ steht am Eingang zu einem Geschäft in der Darmstädter Innenstadt.
  • Markus Zwigl
    VonMarkus Zwigl
    schließen

Das war‘s mit allen 2G- und 3G-Regeln. Und auch die Maskenpflicht ist in vielen Bereichen Geschichte. Die Staatsregierung kann erst einmal nur noch appellieren und Empfehlungen aussprechen.

München - Viele hatten auf diesen Moment gewartet, andere erfüllte er aber auch mit gewisser Sorge: Um Mitternacht sind auch in Bayern die allermeisten Corona-Beschränkungen ausgelaufen.

Konkret heißt das: Seit heute gibt es bayernweit keinerlei 2G- oder 3G-Zugangsregeln mehr - auch Ungeimpfte haben damit ohne Test wieder Zugang zu allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Nur in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen müssen Besucher und Beschäftigte tagesaktuelle beziehungsweise regelmäßige Tests machen. Auch in Schulen und Kitas wird - zunächst bis Ostern - weiter getestet. In den Kitas, die geöffnet haben, auch in den Osterferien. Wie es danach weitergeht, muss das Kabinett noch rechtzeitig entscheiden.

Und das ganze obwohl die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI binnen eines Tages 74.053 Corona-Neuinfektionen meldeten - die Inzidenz liegt bei 1457,9.

Maskenpflicht Geschichte

Eine FFP2-Maskenpflicht gilt nur noch im öffentlichen Nahverkehr, in Arztpraxen, Krankenhäusern, in Pflegeheimen, Flüchtlingsunterkünften und ähnlichen „vulnerablen Einrichtungen“. Überall sonst ist die Maskenpflicht Geschichte, etwa im Einzelhandel, in Freizeiteinrichtungen aller Art, aber auch in sämtlichen Schulen: Von Montag an müssen in den Schulen keine Masken mehr getragen werden.

Die Staatsregierung empfiehlt allerdings, in Innenräumen auch weiterhin Masken zu tragen, etwa im Handel, in Freizeiteinrichtungen, aber auch in Schulen, außer im Klassenzimmer.

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) appellierte am Wochenende an die Bürger, Vernunft und Eigenverantwortung zu zeigen. Maßnahmen wie das Maskentragen in Innenräumen oder das Erstellen von Hygienekonzepten seien nur Empfehlungen. „Rechtlich anordnen können wir dies nicht mehr.“ Die Bundesländer müssten „leider das schlechte Gesetz der Berliner Ampelregierung ausbaden“.

Das Auslaufen der strikten Corona-Regeln entspricht den Vorgaben im neuen Bundesinfektionsschutzgesetz, das die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP in Berlin gegen viele Widerstände durchgesetzt hatten.

Bayern kein Hotspot

Nach dem Auslaufen der Übergangsfrist am 2. April können die Länder nur noch unter bestimmten Voraussetzungen strengere Regeln beschließen, nämlich wenn in einer „Gebietskörperschaft“ eine gefährlichere Virusvariante auftaucht oder eine Überlastung der Klinikkapazitäten droht. Das hat die Staatsregierung verneint - und darauf verzichtet, ganz Bayern oder auch nur einzelne Regionen zu Hotspots zu erklären.

Bislang erklärten sich nur Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg zu Hotspots - bezogen auf das jeweils ganze Bundesland. Viele Länder sehen für die Umsetzung zu hohe Hürden und fürchten, dass die Hotspot-Regelung vor Gericht keinen Bestand haben würde. In Thüringen scheiterte die Minderheitsregierung von Linken, SPD und Grünen am Donnerstag im Landtag mit dem Vorhaben, das ganze Bundesland als Hotspot zu definieren.

Zahlreiche Kliniken im Freistaat rufen mit der Kampagne „Schützen Sie sich und das Gesundheitswesen in Bayern“ die Bürger auf, freiwillig Masken zu tragen, sich impfen zu lassen und sich an die Hygieneregeln zu halten. Zum Wegfall der meisten Corona-Regeln sagte Roland Engehausen, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG), die Kliniken blickten mit Sorge auf die damit verbundenen Risiken. «Nur noch ein schmaler „Basisschutz“ bleibt bestehen. Doch durch Gesetze wird keine Pandemie beendet!»

Keine Normalität

Holetschek unterstützt nach eigenen Worten die Kampagne der BKG. Das Personal im Gesundheitswesen habe in den vergangenen zwei Jahren „Übermenschliches“ geleistet, sagte der Minister. „Auch wenn wir uns alle nach Normalität sehnen: Dafür ist es noch zu früh. Wir stecken nach wie vor in der Corona-Pandemie.“

Auch der bayerische Einzelhandel betrachtet den Wegfall der meisten Corona-Schutzmaßnahmen skeptisch. Etwa jeder neunte Einzelhändler im Freistaat will in seinen Geschäften an der Maskenpflicht festhalten. 11,7 Prozent sagten das in einer am Samstag beendeten Umfrage des Handelsverbands Bayern (HBE). 77,4 Prozent wollen dagegen nicht über das Hausrecht Masken vorschreiben. Bayernweit gibt es rund 58 000 Einzelhändler.

Zwar verzichte der Großteil der Händler auf eine Maskenpflicht, doch viele machten das „mit Magengrummeln und einer Faust in der Tasche“, sagte HBE-Geschäftsführer Bernd Ohlmann der Deutschen Presse-Agentur. Denn insgesamt sehe eine Mehrheit der 979 teilnehmenden Einzelhändler die Abschaffung der staatlichen Maskenpflicht kritisch. 50,4 Prozent halten sie laut Umfrage für falsch, 39,2 Prozent für richtig.

Dass der Anteil der Händler, der per Hausrecht an der Pflicht festhält, so viel geringer ist, als der der Abschaffungs-Kritiker, erklärte Ohlmann damit, dass viele Händler in Sorge seien, sonst Kunden zu verlieren. Sei es an die maskenfreie Konkurrenz, sei es an den Onlinehandel. Gleichzeitig sehe der Handel auch die Gefahr, dass Kunden, die sich ohne Maskenpflicht unwohl fühlen, verloren gehen.

Kommentare