Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Lange Staus und enttäuschte Reisende

Kleiner Grenzverkehr nach Österreich: Online-Registrierung und negativer Test weiterhin nötig

neu-grenzverkehr-verpixelt.jpeg
+
Stau statt Grenzverkehr.
Alle Autoren
    schließen
  • Barbara Forster
    Barbara Forster
  • Lars Becker
  • Silvia Mischi
    Silvia Mischi
  • Eva-Maria Gruber

Beim kleinen Grenzverkehr nach Österreich ist neben einem negativen Corona-Test auch weiterhin eine vorherige Online-Registrierung nötig.

Oberaudorf/Niederndorf/Kiefersfelden – Für Verwirrung sorgt nach wie vor die Regelung für den sogenannten kleinen Grenzverkehr: Kürzlich berichteten die OVB-Heimatzeitungen, dass für die Einreise ins Nachbarland laut österreichischer Polizei neben Impfungs-, Genesungs- oder Testnachweis (3G-Regeln) auch eine Pre-Travel-Clearance (PTC) auszufüllen ist. In dieser Online-Registrierung sei der Eintrag „Ein negativer Testnachweis auf SARS-CoV-2 oder ein ärztliches Zeugnis darüber liegt bei der Einreise vor“ anzuklicken. Hier der Link zur Online-Anmeldung.

Leser: An der Grenze wird nur der Test verlangt

OVB-Leser Wilfried Osanna aus Oberaudorf wandte sich daraufhin an unsere Zeitung und berichtete, dass er bei seinen zwei Ausflügen am vergangenen Freitag jeweils nur einen negativen Antigen-Test vorzeigen musste. „Dann hieß es von dem kontrollierenden Beamten nur ,Gute Fahrt‘.“ Auch einen Tag darauf, als er im Nachbarland seine Mutter besuchen wollte, sei bei der Einreise lediglich ein Test verlangt worden.

Nur Transitreisende brauchen keine PTC-Registrierung

Auf erneute OVB-Nachfrage (Stand 19. Mai) hieß es vonseiten der Landespolizeidirektion Tirol aber nach wie vor: Eine Online-Voranmeldung – sprich eine PTC-Registrierung – ist nötig. „Dann hatte der Herr einfach Glück“, meinte Stefan Eder, Sprecher der Landespolizeidirektion Tirol. Nur Transitreisende bräuchten keine Registrierung und Berufspendler nur alle 28 Tage eine.

Wichtig im Pfingsverkehr: Alle Unterlagen parat haben

Eder wies mit Blick auf den Reiseverkehr in den Pfingstferien darauf hin, dass Einreisende möglichst darauf achten sollten, alle wichtigen Unterlagen beisammen zu haben. „Wir erwarten sehr viel Verkehr.“ Umso wichtiger sei eine Online-Registrierung. 

Durcheinander schon bei der Einführung

„Gut gemeint, aber schlecht gemacht.“ So hatte Martin Krumschnabel, Bürgermeister von Kufstein, das heillose Durcheinander an den ersten Tagen nach der Wiedereinführung des kleinen Grenzverkehr bezeichnet. Wirklich offen ist die Grenze weiterhin nur nach Bayern „Die Ausnahme von der Absonderungspflicht nach § 2 Abs. 4 Einreise-Quarantäneverordnung für Personen, die sich im Rahmen des Grenzverkehrs weniger als 24 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder für bis zu 24 Stunden in den Freistaat Bayern einreisen, gilt nur auf deutschem Hoheitsgebiet“, hieß es in einer Stellungnahme der bayerischen Grenzpolizei.

Von Einkaufsfahrten absehen

„Es liegt uns derzeit weder eine Aufhebung, noch eine Änderung der aktuellen Gesetzeslage zur COVID-19-Einreiseverordnung des Bundesministeriums vor. Daher gilt weiterhin die aktuelle österreichische COVID-19-Einreiseverordnung“, wird Oberösterreichs Bezirkshauptfrau Carmen Breitwieser zitiert. Derzeit solle man von Einkaufsfahrten absehen.

Chaos dauert an

Damit dauert das nunmehr seit Wochen andauernde Chaos weiter an. Das seien Falschaussagen in der Presse, begründeten die österreichischen Bundespolizisten gegenüber den erzürnten Autofahrern, die die Gunst der Stunde ergreifen und Einkäufe in Österreich tätigen wollten.

Unzählige Autofahrer, darunter viele Leser, mussten am eigenen Leib erfahren, dass die Versprechungen der Politik ins Leere gingen. Denn nicht an den vermeintlichen Falschaussagen der Presse lag der Fehler, sondern an der längeren Umsetzungsdauer der Österreicher.

Dies bestätigte Kurz auch auf Medienanfrage. Während in Deutschland schon unter den neuen Regelungen (kein Test und keine Quarantäne) freie Fahrt gilt, arbeite man in Österreich noch „auf Hochtouren“ an einer Lösung.

An der Grenze abgewiesen

Diese traurige Erkenntnis hatten in den letzten Tagen auch viele unserer Leser, die sich erzürnt in der Redaktion gemeldet haben, gewonnen. So auch Rosenheimer Stadtrat Horst Halser: Als er davon hörte, dass der kleine Grenzverkehr nun wieder möglich sei, wollte er symbolisch „unbedingt über eine Grenze fahren.“

Zusammen mit seiner Frau sei er also am frühen Morgen nach Oberaudorf gestartet und wollte das Nachbarland passieren. An der Grenze habe er sich schon über die vielen Autos gewundert. Als er endlich an der Reihe war, sei er von einem Polizisten freundlich abgewiesen worden. Immerhin habe er den österreichischen Kreisel umrunden dürfen – um dann wieder Richtung Deutschland die Heimkehr anzutreten.

Kein Befehl erhalten

Ähnliches berichtete auch Wilfried Osanna aus Oberaudorf: Morgens, um kurz nach sieben Uhr, wollte er gerade die Einreise über Niederndorf antreten, als ihm ein Herr, vermutlich von der österreichischen Bundesheer, die Einreise untersagte. Trotz Maske und Impfausweis. Sie hätten keinen Befehl erhalten, gab dieser als Begründung an.

Auch Johann Steininger, ebenfalls Oberaudorfer, hatte keine Chance gegen die Grenzpolizisten. „Jetzt hätt ich mir halt wieder mal an guten Käse aus Österreich gekauft.“ Aber er musste ohne Käse wieder nach Hause.

Aufgrund der vielen Anrufe startete OVB-Redakteurin Eva Gruber am Grenzübergang einen Selbstversuch. Doch auch sie musste umdrehen. „Man darf ohne entsprechende Bescheinigungen nicht nach Tirol einreisen. Es braucht bei der Einreise einen negativen Corona-Test mit Bescheinigung.“ Schnell bilden sich wegen der Irrungen und Wirrungen längere Staus an den Kontrollstellen.

„Wir arbeiten intensiv an einer Lösung und planen, die 3-G-Regel für Einreisende aus Deutschland vorzuziehen“, erklärte Christina Ritschel, Sprecherin des österreichischen Sozialministeriums, auf Nachfrage.

Diese 3-G-Regel würde eine Einreise für 24 Stunden mit aktuellem Immunitätsnachweis (geimpft, getestet oder genesen) ohne darauffolgende Quarantäne ermöglichen. Die neue Regelung greift in Österreich ab Donnerstag, 13. Mai.

Politik-Versprechen unglücklich verlaufen

Die Bürgermeister aus Kufstein und Kiefersfelden sind sich einig: Dieses Versprechen der großen Politik sei unglücklich verlaufen.

Eine Rückkehr zur Normalität hätte ich sehr begrüßt“, sagte Hajo Gruber, Bürgermeister von Kiefersfelden. Dass die Ankündigung der großen Politik in der Realität noch nicht umsetzbar war, sei „ein wirklich unglücklicher Zustand“.

Kommentare