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Nachruf

Kämpfer fürs Kruzifix in Schulen: Abschied von Peter Badura

Professor Peter Badura hatte auch den Bayerischen Verdienstorden erhalten.
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Professor Peter Badura hatte auch den Bayerischen Verdienstorden erhalten.
  • Claudia Möllers
    VonClaudia Möllers
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Er war einer der großen Staats- und Verfassungsrechtler in Deutschland: Professor Peter Badura. Mit seinem Namen ist der Streit um das Kruzifix-Urteil untrennbar verbunden, denn er vertrat den Freistaat gegenüber dem Bundesverfassungsgericht.

Vergangene Woche ist Badura mit 88 Jahren in Kochel (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) gestorben.

Einer, der sich gut mit dem Juristen verstand, war selber Jurist – und bayerischer Ministerpräsident zu Zeiten des Kruzifix-Streits Mitte der 90er-Jahre: Edmund Stoiber. Seine erste Begegnung mit dem renommierten Professor hatte Stoiber am Ende seines Jurastudiums. „Selbstverständlich kannte ich als engagierter Jurist diesen großen Professor Badura“, berichtet Stoiber aus seiner Studienzeit im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Professor hatte schon damals zu vielen Klagen der Bundesregierungen, zu vielen staatspolitischen Fragen Stellung bezogen. „Für einen Juristen war das ein Starprofessor.“ 1970 war Badura an die Ludwig-Maximilians-Universität gekommen. In einer Zeit, in der für Stoiber das Zweite Staatsexamen anstand. Und jener Peter Badura war dann einer der Professoren in der mündlichen Prüfung in Stoibers Promotionsverfahren. Nachdem sein Doktorvater ihn mit Fragen zur Rechtsgeschichte gequält hatte, baute ihm Badura eine Brücke zu jüngsten Entscheidungen im Öffentlichen Recht: „Das war für mich eine Entlastung, da war ich sattelfest“, ist er ihm heute noch dankbar.

Im Laufe seines Lebens traf er Peter Badura immer wieder. Lebhaft erinnert sich Stoiber an den Kruzifix-Streit 1995, als das Bundesverfassungsgericht urteilte, das bayerische Gesetz zum Aufhängen von Kreuzen in Klassenzimmern sei nicht vereinbar mit dem Grundgesetz. „Wir haben damals ein großes Rechtsgutachten bei Professor Badura angefordert.“ 

 Und darin fand der Rechtsprofessor eine „raffinierte Lösung“, die bis heute hält: Das Aufhängen von Kreuzen kann vom Staat angeordnet werden, aber wenn Eltern dagegen sind und ein Vermittlungsgespräch erfolglos ist, muss es abgehängt werden. „Dieses Gesetz hat sich außerordentlich bewährt. Dass Kreuze abgehängt werden mussten, ist extrem selten passiert.“ Für die LMU sei Badura eine ganz wichtige Persönlichkeit gewesen: „Seine Reputation hat nicht unwesentlich mit dazu beigetragen, dass die LMU eine Exzellenz-Universität geworden ist.“

Peter Badura stammte aus Oppeln in Oberschlesien. Seine Familie war Ende des Zweiten Weltkriegs nach Bayern geflüchtet. In Erlangen und Berlin studierte er Jura. Von 1970 bis 2002 war er Lehrstuhlinhaber für Öffentliches Recht, Rechts- und Staatsphilosophie an der LMU. Zuletzt lebte er am Kochelsee, wo er sich auch durchaus bei Bürgerversammlungen sehen ließ. Verdienste hat er auch um das Franz-Marc-Museum. Von 1997 bis 2011 war er dort Vorsitzender des Stiftungsrates.

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