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DWD warnt vor schwerem Gewitter in Teilen des Landkreises Rosenheim

Starkregen, Sturmböen und Hagel

DWD warnt vor schwerem Gewitter in Teilen des Landkreises Rosenheim

Landkreis Rosenheim – Der DWD veröffentlichte am Sonntagabend (26. September) eine amtliche …
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Hetzer: „Kein Sport für Machos, die sich etwas beweisen wollen“ *mit Video

Kälte, Schmerzen und Glückshormone: Eisschwimmen in Burghausen

Die Winterbadestelle am Wöhrsee in Burghausen
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Die Winterbadestelle am Wöhrsee in Burghausen: Bei Wassertemperaturen unter fünf Grad haben wohl die wenigsten Eisschwimmer den Blick für diese tolle Aussicht.
  • Jens Zimmermann
    VonJens Zimmermann
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Die Hallenbäder sind derzeit geschlossen. Auch deshalb entwickelt sich gerade ein Hype um das Eisschwimmen. Auch im eiskalten Wöhrsee ziehen Schwimmer ihre Bahnen. Damit es dabei nicht zu lebensgefährlichen Situation kommt, stehen die Mitglieder von Serwus Burghausen mit Rat und Tat zur Seite. 

Burghausen - „Das Schwimmen im Eiswasser schüttet Hormone aus und macht glücklich. Es macht süchtig“, erklärt Ernest Hartl, Vereinsarzt bei Serwus Burghausen (Schwimmende Eis Ritter Wöhrsee und Salzach e.V), gegenüber innsalzach24.de. Auch Stefan Hetzer, 1. Vorstand und Cheftrainer, versucht die Faszination in Worte zu fassen: „Da bleibt der Atem weg. Man fühlt sich betrunken und ist total glücklich. Aber dann passieren meistens auch die Fehler.“

Eisschwimmen in Burghausen - Hetzer: „Man kann nicht einfach ins kalte Wasser gehen“

Und Fehler könnten in diesem Fall lebensgefährlich sein. Daher werden die Verantwortlichen nicht müde zu betonen, wie wichtig eine professionelle Anleitung ist. „Es ist gefährlich und kein Sport für Machos, die sich damit etwas beweisen wollen“, so Hetzer, der auch Trainer der Schwimmabteilung beim SV Wacker Burghausen ist. Man sollte auch nie alleine in das Wasser gehen und mindestens eine Person zur Aufsicht draußen bleiben.

Bei Wassertemperaturen von unter fünf Grad spricht man vom Eisschwimmen. Dafür benötigt es aber eine Vorbereitungszeit. Der Körper muss sich an die Kälte gewöhnen. „Man kann nicht einfach ins kalte Wasser gehen“, so Hetzer. Trainiert wird beispielsweise mit Wechselduschen. Idealerweise verlängert man einfach die Badesaison und schwimmt im Herbst seine Runden weiter. „Dann kann man das zu einer schönen Sache ausbauen“, erklärt Hetzer.

5.000 Badegänge am Wöhrsee - nur für gesunde Menschen geeignet

Über 5.000 Badegänge hat der Eisschwimmverein mit über 50 Mitgliedern seit Oktober gezählt. Betreut werden auch Nicht-Mitglieder. Serwus Burghausen hilft dabei jedem Interessenten gerne weiter. „Das Eiswasser ist nicht dein Freund und eine Betreuung daher sehr wichtig. Wir sind sehr stolz, dass 99,9 Prozent der Interessenten bewusst zu uns kommen und sich vorbereiten wollen“, so der Serwus-Vorstand.

Vereinsarzt, Ernest Hartl (links) und Serwus-Vorstand Stefan Hetzer (rechts) begutachten die Eisschwimmer.

„Bevor man startet, sollte man aber unbedingt einen kompletten Medizincheck machen“, erläutert Hartl. Doch auch mental müsse man sich auf das Eisschwimmen einstellen, denn die Kälte löst Schmerzen aus. „Das sind teilweise Triathleten, die aber vom Kopf her noch nicht bereit sind. Wenn sie das erste Mal im Wasser zucken, nehme ich sie sofort raus“, erklärt Hetzer.

Wettkampf im Eiswasser: Julia Wittig ist Weltrekordhalterin über die „Eis-Meile“

2012 eröffnete der Kneipp-Verein Burghausen die Winterbadestelle am Wöhrsee. „Wir haben diese dann letztendlich nur genutzt, um etwas neues auszuprobieren. Seitdem haben wir die Abteilung sukzessive ausgebaut“, schildert Hetzer die Anfänge von Serwus. Rund 20 Mitglieder betreiben diesen Extremsport inzwischen auf Wettkampfebene.

„Der Körper baut irgendwann einen Schutzmechanismus auf. Hände und Füße werden irgendwann nicht mehr durchblutet, um den Körperkern warm zu halten“, erklärt Julia Wittig.

Eine davon ist Julia Wittig. Sie war in der Jugend schon im Leistungssport Schwimmen und ist 2014 zum Eisschwimmen gekommen. Und das sehr erfolgreich. Neben vielen Titeln (Weltmeister, Deutscher Meister) hat sie auch die sogenannte „Eis-Meile“ in Weltrekordzeit absolviert – für 1609 Meter in unter fünf Grad kaltem Wasser benötigte sie 21 Minuten und 33 Sekunden. Doch auch die passionierte Schwimmerin hat langsam angefangen und sich immer weiter gesteigert.

Durch eine gezielte ruhige Atmung und eine konzentrierte Herangehensweise habe sie beim Gang ins kalte Wasser inzwischen gar keinen Schockmoment mehr. Viele Anfänger würden den Fehler machen und hyperventilieren. Abschließender Tipp der Weltrekordhalterin: „Auf gar keinen Fall in das Wasser springen. Man muss das ganz sachte machen und langsam reingehen.“

jz

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