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Prozess am Amtsgericht Altötting

„Jagdinstinkt war zu groß“: Vorbestrafter Töginger (54) wegen Kinderpornos verurteilt

  • Jens Zimmermann
    VonJens Zimmermann
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Mehr als 500 kinder- und jugendpornographische waren im Besitz eines 54-Jährigen. Der Töginger zeigte sich geständig, doch aufgrund seiner Vorbestrafung muss er nun hinter Gitter.  

Altötting/Töging – „Ich bin in ein Loch gefallen. Plötzlich war ich getriggert davon und bin wieder hinein gerutscht. Der Jagdinstinkt war zu groß“, erklärt der 54-Jährige vor dem Amtsgericht Altötting am Mittwoch (2. Juni). Zwar habe sich der Töginger nach einer Verurteilung im Jahr 2016 in Therapie begeben, doch er habe die Warnsignale nicht bemerkt. Nun wurde er zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten verurteilt, die nicht auf Bewährung ausgesetzt wurde.

54-Jähriger aus Töging wegen Kinderpornos verurteilt - Mehr als 500 Bilder in seinem Besitz

Zwischen Februar 2019 und Mai 2019 hat der Angeklagte mehr als 500 Dateien heruntergeladen, darunter auch Bilder von ca. dreijährigen Mädchen. Die Polizei kam ihm auf die Schliche, da er ein Bild verschickt hat und sein Account auch daraufhin gesperrt wurde. „Ich wusste damals schon, dass dies Konsequenzen haben wird“, so der 54-Jährige. Dennoch habe er mit einem neuen Account weiter gemacht – aus Angst vor der Strafe und zur Ablenkung.

Seine Neigung gibt der Angeklagte auch offen zu. Die Bilder würden ihn ansprechen, auch wenn er nicht ständig daran denken muss. Ende Mai habe es dann Klick gemacht und er hätte dann alle Aktivitäten eingestellt. Richter Thomas Wüst bezweifelte allerdings diese Aussage, da in diesem Zeitraum auch die Durchsuchung stattgefunden hätte. Gegenüber der Polizei sei er von Anfang an sehr kooperativ und geständig gewesen, gab ein Polizist zu Protokoll.

Trotz Therapie rückfällig geworden

An mehr als 100 Therapiestunden hat der Angeklagte zwischen 2016 und 2020 teilgenommen. Aus Scham hätte er jedoch nichts von seinem Rückfall erzählt. Seit März befindet sich der Töginger zusätzlich auch wegen Depressionen in Behandlung. Mit seiner neuen Partnerin hoffe er auf einen gemeinsamen Neustart.

Staatsanwältin Stephanie Windhorst erkannte zwar das Geständnis als positiv an, dennoch würden einige Punkte gegen den 54-Jährigen sprechen. Zum Tatzeitpunkt befand sich der Angeklagte noch in einer offenen Bewährung und die Tat wäre fast identisch. Zudem habe er sich in Therapie befunden und sei trotzdem rückfällig geworden. Die Sperrung seines Accounts habe ihn nicht beeindruckt, beendet sei es erst durch die Polizei worden. Bei den Kindern handle es sich zudem um sehr junge Mädchen. Einen Ansatzpunkt für ein mögliche Bewährung bei einer geforderten Haftstraße von einem Jahr neun Monate sehe sie nicht.

Richter Wüst: „Er hatte seine Chance, hat diese aber leider nicht genutzt“

Verteidiger Axel Reiter dagegen plädierte für eine Bewährungsstrafe. Seit der Tat seien bereits zwei Jahre vergangen und danach wäre nichts passiert. „Er hat die richtigen Schlüsse daraus gezogen. Der Wille ist erkennbar“, glaubt Reiter. Um seine aktuelle Therapie habe er sich selbst gekümmert. Schließlich sei er krank, eine Haftstrafe würde dabei nicht helfen.

Eine angemessene Strafe sei laut Richter Wüst die schwierige Frage. Letztlich sei die Tat keine Kurzschlussreaktion gewesen, da sie sich über einen längeren Zeitraum gezogen hat. Mehr als 500 Bilder in drei Monaten würden dies unterstreichen. Auch die Sperrung seines Accounts sei eigentlich ein Warnschuss gewesen. Trotz einem stabilem Leben wäre es zum Rückfall gekommen. Die Ausgangssituation sei auch jetzt ähnlich. „Er hatte seine Chance, hat diese aber leider nicht genutzt“, so Wüst abschließend.

jz

Rubriklistenbild: © jz

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