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Das Opfer: Die Münchnerin Inge Wittersheim wurde im Oktober 2013 getötet. Foto: fkn

Ist er der Mörder von Inge Wittersheim? Ein 36-jähriger Tscheche, der zeitweise selbst in dem Tathaus an der Corneliusstraße wohnte, ist verhaftet worden. Seine DNA wurde in der Wohnung und an der Leiche entdeckt.

Verhaftung im Mordfall Wittersheim

Ist er der Mörder von Inge Wittersheim? Ein 36-jähriger Tscheche, der zeitweise selbst in dem Tathaus an der Corneliusstraße wohnte, ist verhaftet worden. Seine DNA wurde in der Wohnung und an der Leiche entdeckt.

von sven rieber

Der Lebensweg von Roman H. war nicht sehr gerade. Seit vielen Jahren schlägt sich der Tscheche in Deutschland durch, offiziell ist er aktuell arbeitslos und in Pfaffenhofen an der Ilm gemeldet. Doch mal lebte er in Tschechien, mal auch in München, in der Isarvorstadt, in der Corneliusstraße 2. Es ist das Haus, in dem Inge Wittersheim einem Raubmord zum Opfer fiel (wir berichteten). Am Mittwoch wurde Roman H. dort festgenommen.

Rückblick: Es war der 10. Oktober des vergangenen Jahres, als die Leiche von Inge Wittersheim in ihrer Wohnung entdeckt wurde. Zwei, vielleicht drei Tage war die 69-Jährige da wohl schon tot. Der Leichenbeschauer bescheinigte eine ungeklärte Todesart, die Obduktion erhärtete den Verdacht: Wittersheim wurde Opfer einer Gewalttat. Äußere Wunden sollen nicht zu sehen gewesen sein, nähere Angaben zum Zustand der Leiche wollte die Polizei damals, wie auch jetzt, nicht machen – Täterwissen. Offensichtlich war die Wohnung der Toten jedoch durchsucht worden. Alle Geldbörsen waren zum Beispiel leer. Da keine Einbruchsspuren gefunden wurden, musste von Anfang an davon ausgegangen werden, dass die Seniorin ihrem Mörder freiwillig die Tür geöffnet hatte.

Nun, ein Vierteljahr später, ist sich die Polizei sicher: Roman H. ist der Mörder und er hatte zu der Getöteten ein nachbarschaftliches, freundliches Verhältnis. Seit vor gut zwei Jahren der Ehemann von Wittersheim gestorben ist, half ihr der Tscheche hier und da mal bei kleinen Arbeiten in der Wohnung, in der sie seit Jahrzehnten lebte. Der Kontakt zu dem heute 36-Jährigen entstand, weil enge Verwandte von ihm in dem Haus wohnen – und auch er regelmäßig dort lebte.

Als die Spurensicherung DNA von Roman H. in der Wohnung der Toten fand, erklärte er dies Ende Oktober mit den gelegentlichen Hilfsdiensten. Deshalb sei er immer wieder mal in der Wohnung von Inge Wittersheim gewesen. „Damals wurde der Mann noch als Zeuge vernommen“, erklärte Markus Kraus, Leiter der Münchner Mordkommission am Donnerstag. Als nun das endgültige Obduktionsgutachten vorlag, änderte sich dies jedoch. „Die an der Leiche gesicherte DNA des Beschuldigten ist eindeutig tatrelevant“, sagt Kraus. Daraufhin wurde Roman H. am Mittwoch festgenommen, nur wenige Schritte neben der ehemaligen Wohnung von Inge Wittersheim.

Die Wohnungen von H.s Verwandten in dem Haus, wie auch seine eigene in Pfaffenhofen wurden am Mittwoch durchsucht. Momentan wird geprüft, ob dort gefundener Schmuck Wittersheim gehörte. Denn neben Bargeld war damals auch Schmuck aus der Wohnung geraubt worden.

Roman H. schweigt bislang zu den Vorwürfen, verweigert laut Kraus jegliche Angaben. Die Beweise sind aber stark genug, dass der Ermittlungsrichter Haftbefehl wegen Mordes erließ, sagt Oberstaatsanwalt Peter Preuß. „Das Mordmotiv ist Habgier.“ Die DNA des Tschechen war gespeichert, weil in früheren Jahren einmal in anderer Angelegenheit gegen ihn ermittelt worden war. In Deutschland ist er bislang jedoch nicht vorbestraft. In seinem Heimatland ist er wegen Eigentumsdelikten aktenkundig.

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