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Rosenheim/Chiemgau: Lage in vielen Orten kritisch +++ Dämme in Gefahr +++ Straßen gesperrt

Hochwasser im Priener Ortsteil Atzing. Die Feuerwehr sichert Häuser mit Sandsäcken.
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Hochwasser im Priener Ortsteil Atzing. Die Feuerwehr sichert Häuser mit Sandsäcken.

Seit rund 24 Stunden regnet es in der Region nun unablässig und teils stark. Die Feuerwehr rückt in der Region Rosenheim/Chiemgau unablässig zu Überflutungs-Einsätzen aus. Es gibt überall Behinderungen im Straßen- und Bahnverkehr. +++ Alle wichtigen Infos hier aktuell im News-Ticker. +++

Dieser Ticker endet um 11.30 Uhr. Weiter geht es in unserem aktuellen Ticker zur Hochwasser-Lage in der Region.

  • Dauerregen in der Nacht auf 4. August sorgt für Überflutungen in der Region Rosenheim/Chiemgau
  • Immer mehr Orte in der Region melden Überschwemmungen
  • A8 zwischen Frasdorf und Achenmühle wegen Überschwemmung am Dienstagmorgen teilweise gesperrt
  • In Prien drohen Dämme zu brechen

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Service für Auto- und Bahnfahrer

Der Regenradar zeigt die Front, die über Südostbayern liegt.

Update 4. August, 11.01 Uhr

Feuerwehr warnt vor Lebensgefahr an Flüssen

„Bleibt von den Innufern weg, Leute“, appelliert Stefan Gartner, Pressesprecher der Feuerwehr in Wasserburg, „es besteht Lebensgefahr“. Bäume und Schwemmholz, die nah ans Ufer geraten und sich ineinander verkeilen könnten, könnten Menschen mitreißen.

Die Einsatzleitung Feuerwehr ist wegen der Hochwassergefahr seit den frühen Morgenstunden im Einsatz. Derzeit werden Dammbalken entlang des Deiches aufgebaut, und der Inndeich wird gesperrt. In der nächsten Stunde wird die Rote Brücke für den Verkehr gesperrt.

Ein Bagger wird auf der Brücke platziert, der die im Inn treiben Äste und Stämme von den Brückenpfeilern entfernt. „Sonst entsteht hier ein Damm und das Wasser staut sich auf, was sehr gefährlich ist“, so Gartner. Aktuelle Infos zur Hochwasserlage gibt es auf Homepage der Stadt Wasserburg.

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Update 4. August, 10.52 Uhr

Scheitelpunkt an kleineren Bächen und Flüssen im Kreis Rosenheim erreicht

Die Verkehrslage im Raum Achenmühle – Frasdorf entspannt sich langsam. Inzwischen konnte auch die parallel zur Autobahn A8 verlaufende Kreisstraße RO 5 wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Überschwemmung auf der A8 zwischen Frasdorf und Achenmühle: Die Autobahn war zeitweise komplett gesperrt.

An vielen kleineren Bächen und Flüssen ist der höchste Pegelstand inzwischen erreicht. Das gilt beispielsweise für die Prien in Aschau, den Jenbach in Bad Feilnbach, den Steinbach in Nußdorf oder die Bernauer Ache. Im Raublinger Ortsteil Kirchdorf wird aus dem Litzldorfer Bach Wasser abgepumpt um ein Wohngebiet zu schützen. In Bad Feilnbach ist der Jenbach an mehreren Stellen über die Ufer getreten. Der Campingplatz dort steht mehrere Zentimeter unter Wasser. Die Bundesstraße 15 ist bei Rott wegen Überflutung gesperrt.

An den großen Gewässern Inn und Mangfall steigen die Pegel derzeit noch an. Das liegt an den längeren Fließzeiten der Wassermassen aus den jeweiligen Oberläufen.

Die Zahl der Einsätze ist auf rund 400 angestiegen. Rund 900 Kräfte sind im Landkreis Rosenheim im Einsatz.

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Update 4. August, 10.42 Uhr

In Prien drohen Dämme zu brechen

Der Pegel der Prien steigt immer noch, die ersten Wellen schlagen an die Brücke an der Ortseinfahrt der Marktgemeinde. In den nächsten zwei Stunden wird sich wohl entscheiden, ob die Dämme den Wassermassen standhalten und ob die Orteinfahrt aus Sicherheitsgründen gesperrt werden muss.

Andernorts im Gemeindegebiet entspannt sich die Lage etwas. Kritisch wurde es heute Nacht gegen 4 Uhr zuerst im Ortsteil Atzing, wo der Stettner Bach überlief, der mitten durch den Ort fließt. Die Bernauer Straße war zeitweise gesperrt, weil der Reitbach überlief. Derzeit gibt es noch lange Staus, die Feuerwehr regelt den Verkehr.

Das Regenrückhaltenbecken am Reitbach in Prien wurde erst vor wenigen Jahren gebaut. In der aktuellen Hochwasserlage läuft es über.

Im Gewerbegebiet am Reitbach, das an die Bernauer Straße grenzt, stand das BMW-Autohaus Unterberger unter Wasser. Das Regenrückhaltebecken im Wald oberhalb konnte die Wassermassen nicht mehr zurückhalten. Es war erst 2016 mit Millionenaufwand gebaut worden. Es fasst 45 000 Kubikmeter und der Damm ist 8,5 Meter hoch. Dass diese Barriere nicht reicht hatte niemand geglaubt, denn es war nach Berechnungen des Wasserwirtschaftsamtes für ein sogenanntes 100-jährliches Hochwasser gebaut worden.

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Update 4. August, 10.12 Uhr

Bahnstrecke wieder frei

Die Streckensperrung zwischen Wasserburg und Rosenheim wurde aufgehoben und der Zugverkehr wird wieder aufgenommen. Erster Zug wird der RB 27306 Rosenheim (ab 9:34 Uhr) bis Mühldorf (an 10:27 Uhr) sein.

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Update 4. August, 10.04

Höchste Hochwasser-Warnstufe in Bruckmühl

In der Marktgemeinde Bruckmühl gilt bereits die Hochwasserwarnstufe 4 mit einem Wasserstand von 2,44 Metern. an der Mangfall Die Feuerwehren in Waith und Götting sichern den Mangfalldamm. Auch der Moosbach ist über seine Ufer getreten und dehnt sich breitflächig über die Wiesen in Weihenlinden und Högling aus. Die Feuerwehr Högling sperrt momentan die Brücken am Moosbach.

Zahlreiche Einsätze in Tuntenhausen

Großeinsatz in Tuntenhausen: Seit Montagabend, 22.30 Uhr, sind die Feuerwehren der Gemeinde im Einsatz. Moosach und Braunau sind über ihre Ufer getreten. In Thal werden Keller ausgepumpt, Mühle und Sägewerk mit Sandsäcken gesichert. In Schönau fließt das Oberflächenwasser von den umliegenden Wiesen in die Keller. Betroffen sind auch Ostermünchen, Beyharting und Hohenthann. „Unsere Gemeindefeuerwehren werden von umliegenden Feuerwehren unterstützt“, informiert Bürgermeister Georg Weigl. In der Großflächigkeit habe er Überschwemmungen in der Gemeinde noch nicht erlebt. Aber, so sagt er am Vormittag. „Wir haben die Lage stabilisiert.“

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Aufgrund des Starkregens ist an der Staatsstraße 2080 bei Weiching (Ortsteil der Gemeinde Tuntenhausen im LKR Rosenheim), die Behelfsbrücke über die Moosach derzeit überflutet und kann nicht benutzt werden. Autofahrerinnen und Autofahrer werden dringend gebeten die beschilderte Umleitung zu nutzen, da es auf Höhe der Brücke kein Durchkommen gibt.

Die Umleitung führt von Ostermünchen über Tuntenhausen, Beyharting, Schönau, Hohenthann und Dorfen nach Aßling. Entsprechend also von Aßling kommend über Dorfen, Hohenthann, Schönau, Beyharting, Tuntenhausen nach Ostermünchen.

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Update 4. August, 9.58 Uhr

Die Situation in Traunstein: Straßen gesperrt, Bäche über Ufer getreten

Die ausgiebigen Regenfälle der vergangenen Nacht haben in Traunstein zu Überschwemmungen geführt. Aktuell, Stand 9.30 Uhr, ist die Lage angespannt, aber unter Kontrolle. Das meldet die Stadtverwaltung.

Die Traun sei dank des 2012 errichteten Hochwasserschutzes bislang nicht über die Ufer getreten. Gegen 5.30 Uhr am Dienstagmorgen wurde mit einem Pegelstand von 2,50 Metern die Meldestufe 3 von insgesamt vier Meldestufen erreicht. Aktuell (Stand 9 Uhr) hat die Traun einen Pegelstand von 2,68 Meter.

Der Grundbach trat im Laufe der Nacht weit über seine Ufer hinaus und überschwemmte Teile der Bundesstraße 304 in Richtung Freilassing. Die Feuerwehr sicherte den Bereich mit Sandsäcken ab und konnten so in der dortigen Siedlung Schlimmeres verhindern. Weiters sind die Sportplätze in Empfing, die Schrebergärten in der Nähe der Kläranlage und Teile des städtischen Wertstoffhofs überschwemmt. 

Die Prien bei Aschau führt Hochwasser.

Gesperrt sind aktuell die B 304 in Richtung Teisendorf, die Zufahrtsstraße am Röthelbach, die Straße von Leiderting nach Mühlthal, der Empfinger Hohlweg und der Viaduktsteg. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer appelliert an alle Bürger, die überschwemmten Gebiete zu meiden und die Einsatzkräfte nicht bei ihrer Arbeit zu behindern.

Der Krisenstab der Stadtverwaltung ist seit Mitternacht im Einsatz und koordiniert und informiert aus dem Rathaus heraus.

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Update 4. August, 9.48 Uhr

Die aktuelle Hochwasserlage in der Region Rosenheim/Chiemgau

Auf Grund der seit Montagmorgen gefallenen Niederschläge wurde am Mangfallpegel Feldolling die Meldestufe 3 (höchste Stufe = 4) überschritten. Ein weiterer Anstieg des Pegels ist vorhergesagt, voraussichtlich wird die Meldestufe 4 gegen Mittag erreicht. Das meldet der Hochwassernachrichtendienst Bayern. Der Hochwasserscheitel wird gegen Dienstagnachmittag erwartet.

Am Pegel der Mangfall in Rosenheim wurde die Meldestufe 1 überschritten, die Meldestufe 3 kann im Laufe des heutigen Tages erreicht werden.

Feuerwehreinsatz in Grabenstätt: Im Ort laufen an mehreren Stellen Keller von Wohnhäusern voll.

Der Inn hat in Rosenheim und Wasserburg Meldestufe 2 überschritten. Der Hochwasserscheitel wird gegen Dienstagabend erreicht. In Oberaudorf wurde Meldestufe 1 überschritten.

Für die Landkreise Rosenheim und Traunstein gilt aktuell die höchste Hochwasser-Meldestufe. Es können örtlich Überschwemmungen bebauter Gebiete auftreten.

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Update 4. August, 9.40 Uhr

A8 wieder für den Schwerlastverkehr freigegeben

Auf der Autobahn A8 zwischen Achenmühle und Frasdorf entspannt sich die Lage. In Richtung Süden kann der Verkehr (Pkw und Schwerlast) einspurig fließen. Auch in Richtung Norden ist inzwischen eine Fahrspur frei, allerdings nur für den Schwerlastverkehr.

In Achenmühle hat die Feuerwehr damit begonnen, die überfluteten Keller auszupumpen. Problem dort ist eine extreme Verschmutzung des Wassers mit Heizöl. Die Zahl der Einsätze liegt inzwischen bei 350.

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Update 4. August, 9.19 Uhr

Behinderungen auf Bahnstrecken in der Region

Die Bahnstrecke ist zwischen Siegsdorf und Ruhpolding gesperrt. Grund: Überflutung. Züge verkehren derzeit nur zwischen Traunstein und Siegsdorf. Ein Busnotverkehr im Abschnitt Siegsdorf - Ruhpolding ist derzeit wegen Witterungseinflüssen auch nicht möglich.

Die Bahnstrecke ist zwischen Wasserburg und Rosenheim gesperrt. Grund: Überflutung. Ein Busnotverkehr der Firma RVO Oberbayern ist für Sie im Pendelverkehr eingerichtet.

Die Bahnstrecke ist zwischen Prien und Aschau gesperrt. Grund: Überflutung. Ein Busnotverkehr ist derzeit wegen Witterungseinflüssen auch nicht möglich. 

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Update 4. August, 8.49 Uhr

Mehr als 300 Einsätze im Kreis Rosenheim – viele Unfälle wegen Aquaplaning

Die Zahl der Einsätze ist inzwischen auf knapp 300 angestiegen. Ein Grund ist die zunehmende Zahl von Unfällen aufgrund von Aquaplaning, so eine Pressemeldung des Landratsamtes. Auch auf den Umleitungsstrecken zur überfluteten Autobahn A8 müssen die Verkehrsteilnehmer mit Wasser auf der Straße rechnen.

Auf der Autobahn A8 läuft der Aubach über die Fahrbahn, sie ist zwischen Achenmühle und Frasdorf noch zum Teil gesperrt. Der Schwerlastverkehr darf einspurig in Richtung Salzburg langsam rollen. In Achenmühle stehen Gebäude im Wasser, zum Teil ist Heizöl ausgelaufen. Auf der Inntalautobahn A93 wurde die Ausfahrt Brannenburg (Fahrtrichtung Süden) wegen Überflutung gesperrt.

Ein großer Feuerwehreinsatz läuft am Morgen des 4. August in Achenmühle: Dauerregen hat zu einer Überschwemmung geführt.

Die Pegel an Inn und Mangfall steigen noch an. Kleinere Bäche und Flüsse wie die Prien in Aschau, der Steinbach in Nußdorf oder die Bernauer Ache sind massiv angestiegen. Im Mühlbach in Prien wurde der Zulauf von der Prien gedrosselt.

Derzeit sind 900 Kräfte im Landkreis im Einsatz. Das Technische Hilfswerk wurde in Alarmbereitschaft versetzt.

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Update 4. August, 7.44 Uhr

Rund 200 Einsätze im Landkreis Rosenheim – Jugendcamp im Jenbachtal evakuiert

Laut einer vorsichtigen Schätzung des Rosenheimer Wasserwirtschaftsamtes könnten die Pegel von Inn und Mangfall die Meldestufe 3 erreichen, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes Rosenheim. Einsatzschwerpunkte seien derzeit der östliche Landkreis mit Bernauer Ache und Prien sowie Teile der Gemeindegebiete von Tuntenhausen und Rohrdorf.

In Siegsdorf ist bei Dauerregen am 3. und 4. August die Traun über die Ufer getreten.

Die Zahl der Einsätze steigt weiterhin an. Die Integrierte Leitstelle in Rosenheim ist personell aufgestockt worden. Die Feuerwehren registrierten bisher rund 200 Einsätze.

Die Bergwacht evakuierte heute Morgen gegen 4 Uhr 12 Kinder aus einem Jugendcamp im Jenbachtal. Die Kinder hatten gezeltet und wurden zu einer Bergwachthütte begleitet. Verletzt wurde nach Behördenangaben niemand.

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Update 4. August, 7.13 Uhr

A8 wegen Überflutung gesperrt – Feuerwehr im Dauereinsatz

Die Autobahn 8 ist zwischen Frasdorf und Achenmühle ist in beiden Fahrtrichtungen komplett gesperrt. Die Fahrbahn ist überflutet. Wie lange die Sperre andauert, ist derzeit unklar.

Die Nacht soll für die Feuerwehren in der Region arbeitsreich gewesen sein. Ersten Meldungen zufolge soll es weit über 100 Einsätze aufgrund des Dauerregens gegeben haben.

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Update 4. August, 6.58 Uhr

Kreise Rosenheim, Traunstein, Mühldorf: Überblick über die Hochwasserlage

Dauerregen in der Region lässt die Flüssen und Bache anschwellen. Kleinere Bäche sind mancherorts bereits über die Ufer getreten.

Für ganz Südbayern gilt nach wie vor eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Die Niederschlagsmengen liegen bei 30 bis 70 Litern pro Quadratmeter. Weitere 60 bis 80 Liter sollen bis morgen hinzukommen. Lokal sollen in der gesamten Regenperiode bis zu 120 Liter Regen fallen. Zum Vergleich: Laut Angaben des Bayerischen Landesamtes für Umwelt fallen in Südbayern im Sommer (Juni bis August) im Durchschnitt 375 Liter Regen pro Quadratmeter.

+++ Wir halten Sie über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden. +++

Aktuelle Hochwasserwarnungen am Dienstagmorgen

Der Hochwassernachrichtendienst Bayern hat für zahlreiche Flüsse in der Region Hochwasserwarnungen ausgegeben

Landkreis Rosenheim:

Im Landkreis Rosenheim gilt die mittlere allgemeine Warnstufe: Warnung vor Ausuferungen und Überschwemmungen.

  • Mangfall: Auf Grund der bis jetzt sei Montag Morgen gefallenen Niederschläge wurde an den Mangfallpegeln Feldolling und Rosenheim die Meldestufe 1 (von 4) überschritten. Im Laufe des Tages soll noch Meldestufe 2 überschritten werden.
  • Inn: Am Pegel Wasserburg wurde am Inn die Meldestufe 1 überschritten. Im Laufe des Tages soll noch Meldestufe 2 überschritten werden.Der Inn wird in Rosenheim und Oberaudorf ebenfalls Meldestufen überschreiten.

Landkreis Mühldorf:

Im Landkreis Mühldorf gilt die allgemein niedrigste Hochwasserwarnstufe: Vorwarnung vor Hochwassergefahr.

  • Inn: Auf Grund der am Montag und in den Morgenstunden des Dienstags gefallenen Niederschläge sind die Wasserstände des Inn deutlich angestiegen. In den nächsten Stunden wird eine Überschreitung der Meldestufe 1 (von 4) sowohl am Pegel Kraiburg als auch am Pegel Mühldorf erwartet.

Landkreis Traunstein:

Im Landkreis Traunstein gilt die allgemein höchste Hochwasserwarnstufe: Überschwemmungen von bebauten Gebieten drohen.

  • Traun: An der Traun am Pegel Hochberg wurde die Meldestufe 3 (von 4) bereits überschritten.
  • Tiroler Ache: An der Tiroler Ache am Pegel Staudach wurde bereits die Meldestufe 2 erreicht.

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Update 3. August, 10.36 Uhr

Dauerregen kann bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter bringen

Die Unwetter vom Wochenende sind kaum abgeklungen, da warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) schon wieder vor ergiebigem Dauerregen in der Region.

Es soll bis Mittwoch (5. August) zu ergiebigem Dauerregen wechselnder Intensität kommen. Dabei werden Niederschlagsmengen zwischen 60 und 80 Litern pro Quadratmeter erwartet. Bei schauerartigen Verstärkungen oder eingelagerten Gewittern sind lokal Mengen um die 100 Liter möglich.

Unwetter über dem Chiemsee bei Chieming am 1. August.

Die intensivsten Niederschläge werden in der Nacht zum Dienstag erwartet. Derweil ist die Lage an den Flüssen in der Region noch ruhig, die Pegelstände sind normal. Lediglich für die Mangfallmündung in Rosenheim erwartet der Hochwassernachrichtendienst Bayern für den heutigen Tag einen leicht erhöhten Pegel (Meldestufe 1 von 3).

Der DWD warnt: Infolge des Dauerregens sind unter anderem Hochwasser an Bächen und kleineren Flüssen sowie Überflutungen von Straßen möglich. 

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Update 2. August, 15.52 Uhr

Mehrere Einsätze für Feuerwehren im Kreis Traunstein

Das Unwetter am Samstagabend bescherte den Feuerwehren im Kreis Traunstein zahlreiche Einsätze. Um 20.30 Uhr wurde Großalarm ausgelöst, nachdem ein Blitz in ein Einfamilienhaus in Chieming-Kainrading eingeschlagen und den Dachstuhl teilweise in Brand gesteckt hatte.   

Danach gab es zahlreiche, meist kleinere Einsätze, fast ausschließlich im nördlichen Landkreis. In Traunreut wurde die die Feuerwehr fünf Mal alarmiert, um umgestürzte Bäume zu beseitigen oder abgerissene Äste von Fahrbahnen zu räumen. In Obing drohte eine große Tanne umzufallen; die Feuerwehr kümmerte sich um die Sicherung und Beseitigung der Gefahr.

Ein Blitz – aufgenommen an der Aussichtskapelle Samerberg – schlägt gegen 20 Uhr im Chiemgau ein.

In Trostberg-Schwarzau entfernten die Feuerwehrler mit der Motorsäge einen größeren Ast, der in die Straße hing. Auch die Wehren aus Waldhausen und Schnaitsee mussten wegen vom Sturm umgestürzter Bäume ausrücken. Zwischen Lampertsham und Buchet viel ein Baum in eine Telefonleitung und es bestand die Gefahr, dass die Telefonmasten auf die Straße fallen.

Die Feuerwehren Truchtlaching und Seebruck hatten mit entwurzelten Bäumen alle Hände voll zu tun, mussten zudem Wasser aus überschwemmten Kellern pumpen. Nachdem das Gewitter durchgezogen war und es aufgehört hatte zu regnen, wurde kurz nach 23 Uhr die Feuerwehr Wonneberg alarmiert. Ein Rettungswagen des Roten Kreuzes meldete bei der Integrierten Leitstelle, dass bei Weibhausen ein Baum in die Staatsstraße 2105 rage. Die Wonneberger Feuerwehr entfernte den Baum und beseitigte die Gefahr.

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Update 2. August, 12.15 Uhr

Gars - Das Unwetter hat am Samstagabend die Feuerwehren Gars und Mittergars in Atem gehalten: Keller standen unter Wasser, Straßen wurden überflutet. Doch nach Angaben der Kommandanten Klemens Greißl (Gars) und Michael Grasser (Mittergars) gingen die Einsätze glimpflich ab. Niemand wurde verletzt. Nach zwei Stunden war der Spuk vorbei.

Maximal 10 Zentimeter hoch stand das Wasser in zwei Kellern im Garser Zentrum. Die Feuerwehr war mit drei Fahrzeugen und 20 Personen im Einsatz beim Abpumpen, unterstützt von den Kollegen aus Mittergars. Vier Straßen wurden außerdem in Gars Bahnhof überschwemmt. Der Starkregen hatte Gullideckel hochgedrückt, die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Um 22 Uhr waren die Straßen wieder frei.

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Update 2. August, 11.42 Uhr

Boot auf dem Chiemsee gekentert

Seeon-Seebruck – Gegen 20.45 Uhr am Samstag musste die Wasserwacht bei Seeon-Seebruck ausrücken, nachdem ein Boot gekentert war. Personen kamen nicht zu Schaden. Ob das Boot aufgrund des Starkregens gekentert war oder andere Gründe zum Unglück geführt hatten, konnte die Polizei in Prien nach eigenen Angaben bislang nicht klären.

Zweimal schlägt der Blitz in Ramerberg ein: Feuerwehr im Einsatz

Ramerberg – Innerhalb von drei Minuten - um 19.34 und 19.37 Uhr - erreichten die Feuerwehr Ramerberg zwei Alarmierungen: aus dem Ortsteil Zellereit, wo in der Hochriesstraße ein Ein-Familien-Haus getroffen worden war, und aus dem Ortsteil Sendling, wo Am Gries der Blitz in einen Hof eingeschlagen hatte. Beide Male entstand kein Brand, aber deutlich sichtbarer Schaden am Dach, so Ramerbergs Kommandant Sebastian Wachter.

In Zellereit hatten die Bewohner eine leichte Rauchentwicklung gemeldet, die Feuerwehr prüfte mit der Wärmebildkamera, konnte jedoch keine Glutnester entdecken. Der Blitz hatte einen Teil des Dachfirstes so beschädigt, dass er in Fetzen herunterhing. Mit Unterstützung der Drehleiter aus Rott deckten die Einsatzkräfte das offene Dach mit einer Plane ab, so Wachter.

In Sendling war der Blitz nach seinen Angaben vermutlich durch die Dachrinne eines Nebengebäudes bis in die Küche des Austragshauses geraten, hatte dort eine Stromleitung getroffen. Nach einem gewaltigen Knall folgte die Bescherung: Lampen fielen von der Decke, Putz kam herunter, Leitungen rissen aus der Wand. 

Die Feuerwehren Ramerberg, Rott, Wasserburg und Attel-Reitmehring waren mit insgesamt etwa 50 Mann im Einsatz. Die Schaden beläuft sich laut Polizeiinspektion Wasserburg auf mehrere tausend Euro. Verletzt wurde niemand.

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Update 2. August, 11.01 Uhr

Mehr als 20 Regen-Einsätze für die Rosenheimer Feuerwehr

Rosenheim – Anhaltender Starkregen hat am Samstagabend gegen 21.15 Uhr in Rosenheim zu einer Vielzahl von Feuerwehreinsätzen geführt. An mehreren Orten sind in der Innenstadt mehrere Kellerräume vollgelaufen – meist mit geringen Mengen Wasser. Umgestürzte Bäume mussten in einigen Straßenzügen beseitigt werden, weil sie Verkehrswege versperrten. Parallel hatte in zwei Großobjekten in der Stadt Rosenheim die automatische Brandmeldeanlage aufgrund von technischen Störungen ausgelöst.

Zu besonderen Verkehrsbehinderungen kam es, da die Senke in der Bahnunterführung an der Kufsteiner Straße etwa 70 Zentimeter hoch mit Wasser vollgelaufen war. Hier sorgte die Feuerwehr dafür, dass die Regenabläufe gereinigt wurden und das Wasser in der Folge wieder kontrolliert ablaufen konnte.

Um die mehr als 20 fast gleichzeitig eingegangenen Einsatz-Notrufe parallel abarbeiten zu können, wurde für die Hauptfeuerwache sowie die Stadtteilfeuerwehren Aising, Aisingerwies und Happing jeweils die gesamte Mannschaft alarmiert.

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Update 2. August, 9.13 Uhr

Dachstuhlbrand nach Blitzeinschlag in Chieming

Chieming – In ein Wohnhaus in Kainrading (Gemeinde Chieming) schlug der Blitz am Samstagabend gegen 20.45 Uhr ein. Laut Polizeimeldung geriet dadurch der Dachstuhl in Brand. Durch das schnelle Eingreifen der hinzukommenden Feuerwehr, unter anderem mit einem Drehleiterfahrzeug, konnte Schlimmeres verhindert werden.

Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich keine Personen im Haus. Am Dach entstand nach erster Schätzung ein Sachschaden in Höhe von ca. 20.000 Euro. Vor Ort waren die Feuerwehren Truchtlaching, Traunreut, Hart, Ising sowie Seebruck mit insgesamt 70 Personen, ein Rettungswagen sowie der Einsatzleiter des Rettungsdienstes.

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Update 2. August, 9.03 Uhr

Bahnunterführung in Rosenheim überflutet

Rosenheim/Wasserburg – Durch starke Regenfälle wurde die Bahnunterführung der Kufsteiner Straße in Rosenheim überflutet, ein Durchfahren nach und nach für den Fahrzeugverkehr nicht mehr möglich. Wie die Polizei meldet, hob die Rosenheimer Feuerwehr die Gullideckel an, säuberte den Zulauf samt Ablaufbereich und nach rund einer Stunden war die Durchfahrt wieder möglich.

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Im Nachgang konnten durch die Rosenheimer Polizei über zehn Kennzeichen in den Wasserresten liegend aufgefunden werden. Die Kennzeichen dürften von durchfahrenden Autos aus den Halterungen weggespült oder weggerissen worden sein. Die Polizei hat die Halter der Kennzeichen zur Abholung verständigt.

Mehrere Blitzeinschläge in Wasserburg

Das Unwetter am frühen Samstagabend bescherte den Feuerwehren im Dienstbereich der Polizei Wasserburg viel Arbeit. Es ereigneten sich laut Polizeimeldung drei Blitzeinschläge, insbesondere war die Gemeinde Ramerberg betroffen.

Fast gleichzeitig traf es den Dachstuhl eines Einfamilienhauses in Zellerreit, dann ein Einfamilienhaus in Sendling. Es entstanden Gebäudeschäden in Höhe von mehreren Tausend Euro. Kurze Zeit später schlug der Blitz in ein weiteres Einfamilienhaus in Edling ein, wobei jedoch kein Gebäudeschaden entstand, jedoch die Telefonanlage in Mitleidenschaft gezogen wurde.

An den Einsätzen waren die Feuerwehren Ramerberg, Rott, Attel-Reitmehring, Wasserburg und Edling beteiligt.

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Die Erstmeldung vom Samstagabend

Neutraubling/Rosenheim (dpa/lby/ki) - Für den Landkreis Rosenheim gilt am Samstagabend die höchste Unwetterwarnstufe des Deutschen Wetterdienstes (DWD): Warnung vor schwerem Gewitter und heftigem Starkregen. Insbesondere im östlichen Landkreis gehen am Samstag gegen 20 Uhr Blitze nieder. Der Donner grollt unablässig.

Der Deutsche Wetterdienst warnt, dass der Sturm Bäume entwurzeln könnte. Überflutungen und örtliche Überschwemmungen seien möglich. Tagsüber hatte es die Menschen in der Region bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 35 Grad noch massenhaft an die Badeseen gezogen.

Überall in Bayern wird starker Hagel gemeldet

Heftiges Unwetter hat zuvor in Teilen Bayerns für zahlreiche Einsätze von Polizei und Feuerwehr gesorgt. Acht Menschen wurden am Dienstagabend durch herabfallende Äste am Roither See (Kreis Regensburg) leicht bis mittelschwer verletzt, wie das Polizeipräsidium in Regensburg mitteilte.

In der Oberpfalz verzeichneten die Beamten zahlreiche unwetterbedingte Einsätze. An vielen Orten im Freistaat kam es außerdem zu starkem Hagel. Der Deutsche Wetterdienst hatte vor Gewittern, Starkregen und Hagel gewarnt.

Tischtennisballgroße Hagelkörner an der Donau im Kreis Regensburg

Durch das plötzliche Unwetter mit tischtennisballgroßen Hagelkörnern kenterte auf der Donau bei Kiefenholz (Landkreis Regensburg) ein Jet-Ski, der mit einer Familie besetzt war. Alle drei Personen fielen ins Wasser. Die 48-jährige Mutter verletzte sich leicht.

Mehrere kleine Gewitterzellen zogen sich am Abend über den Landkreisen Rosenheim, Mühldorf und Traunstein zu einem großen Unwetter zusammen. Der Unwetterservice Südostbayern registrierte zahlreiche niedergehende Blitze über der Region.

In vielen Teilen des Allgäus wurde es am Dienstagabend plötzlich zappenduster: In verschiedenen Regionen gingen wegen eines Stromausfalls die Lichter aus. Auch Kabelfernsehen und das mobile Internet waren ausgefallen. Grund war ein Blitzeinschlag in eine Hochspannungsleitung. Wegen des Blackouts standen Einsatzkräfte der Kaufbeurer Feuerwehr kurzzeitig vor geschlossenen Schranken auf der Wache.

Nach Blitzeinschlag mit Knalltrauma ins Krankenhaus

In Seeg im Landkreis Ostallgäu schlug ein Blitz offenbar in eine Fernsehantenne. Dadurch kam es in einem nahe gelegenen Haus zu einer Überspannung, wodurch Telefon und Internet ausfielen. An der Steckdose entwickelte sich Rauch. Im Haus befanden sich eine 23-jährige Mutter und ihr zweijähriges Kind. Die Frau kam mit einem Knalltrauma ins Krankenhaus.

In Niederbayern verlief das Unwetter aus Sicht der Polizei «glimpflich». Das Polizeipräsidium verzeichnete sechs Einsätze und mehrere umgestürzte Bäume. In Grafenau (Landkreis Freyung-Grafenau) fiel ein Baum über einen Bahnübergang, wodurch es zu einem zeitweisen Stromausfall in mehreren Teilen der Stadt kam.

Sonntag wird wieder sonnig – aber deutlich kühler

Mit dem Unwetter kommt die Abkühlung. Nachdem es am Samstag noch weit über 30 Grad heiß war in der Region, soll nach dem Sturm am Samstagabend auch am Sonntag wieder viel Sonnenschein herrschen. Dann allerdings nur noch bei Temperaturen um 25 Grad.

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