Mit Hightech gegen zu schwere Brummis

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Lastwagen auf der Autobahn: Sind sie zu schwer, beschädigen sie den Belag. Foto: dpa

Auf der Autobahn A 8 zwischen der Anschlussstelle Dachau/Fürstenfeldbruck und Eschenried dürfte es an den kommenden Wochenenden zu massiven Behinderungen kommen. Grund: Die Autobahndirektion baut dort eine Hightech-Wiegeanlage für Lkw ein.

Neue Wiege-anlage

Von Stefanie Zipfer

Dachau – Überladene Lkw gefährden nicht nur die Verkehrssicherheit, sondern sie schädigen auch die Straßen. Schon heute fließt ein immer größerer Teil der für Straßenbau zur Verfügung stehenden Mittel in den Unterhalt. Indem der Staat also verhindert, dass überladene Brummis auf deutschen Autobahnen fahren, spart er sich auch jede Menge Geld.

An den kommenden beiden Wochenenden will die Autobahndirektion Südbayern daher auf der A 8 zwischen der Anschlussstelle Dachau/Fürstenfeldbruck und der Eschenrieder Spange in beiden Fahrtrichtungen eine Wiegeanlage einbauen. Dafür wird jeweils von Freitag gegen 22 Uhr bis Sonntag gegen 18 Uhr der Verkehr in beiden Richtungen von drei auf nur noch zwei Fahrspuren reduziert und die Geschwindigkeit auf 60 km/h beschränkt.

An diesem Wochenende wird die Wiegeanlage in Fahrtrichtung Stuttgart eingebaut. Dafür wird der Verkehr auf allen vier Fahrspuren auf der Gegenfahrbahn in Richtung München zusammengefasst. Am darauffolgenden Wochenende von 20. bis 22. April installiert die Autobahndirektion dann die Waage in Richtung München. Der Verkehr wird dabei auf der Fahrbahn Richtung Stuttgart abgewickelt. Die Anschlussstelle Dachau/Fürstenfeldbruck bleibt dabei geöffnet.

Wegen der Reduzierung der Fahrspuren dürfte es an den beiden Wochenenden zu massiven Behinderungen kommen. Die Autobahndirektion empfiehlt daher, den Bereich „großräumig zu meiden und nach Möglichkeit auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten“. Allerdings: Die Arbeiten finden unter freiem Himmel statt, witterungsbedingt kann es daher zu Änderungen im Zeitplan kommen.

Nach Einbau der Anlage werden die Lkw-Fahrer während der Fahrt nicht einmal merken, dass sie gewogen werden. Der Wiegevorgang, so erklärt es Autobahndirektionssprecher Josef Seebacher, läuft über Hightech-Sensoren im Straßenbelag. Meldet die Waage Übergewicht, könne das zu schwere Fahrzeug im Anschluss von den Beamten gezielt aus dem Verkehr gezogen, kontrolliert und noch einmal beweiskräftig gewogen werden.

Die Abweichungen zwischen der ersten Vor-Waage auf der Autobahn und der späteren amtlichen Gewichtsmessung sind, so ergaben mehrere Probeläufe, minimal. Sukzessive, so Seebacher, würden die bayerischen Autobahnen mit diesem System ausgestattet, sodass die Polizei regelmäßig Kontrollstellen aufbauen und die teils „erheblichen Gewichtsverstöße“ der Lkw dauerhaft unterbinden kann. Bis es an der A 8 so weit ist, brauchen die Autofahrer aber erst mal Geduld. Eine Umfahrung über die A 96 empfiehlt Seebacher nicht, da dort ebenfalls gerade gebaut werde. „Wir können nicht zaubern“, bittet er um Verständnis. Betont aber auch: „Wir versuchen es über die Schnelligkeit der Aktion zu lösen. Und zwei Fahrspuren bleiben ohnehin frei.“

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