Heute schnappen sich viele Zweibeiner eine Gartenschere, um draußen ein paar Zweige abzuzwicken.

Heute schnappen sich viele Zweibeiner eine Gartenschere, um draußen ein paar Zweige abzuzwicken.

Meist sind das solche von Kirschbäumen, manchmal auch von anderen Obstbäumen oder Sträuchern. Die Zweige nehmen sie mit ins Haus und stellen sie in eine Vase mit lauwarmem Wasser. Weil es im Haus schön warm ist, meinen die Zweige bald, es werde Frühling – sie beginnen auszutreiben. Geht alles gut, blühen sie genau zu Weihnachten. „Wie sind die Zweibeiner eigentlich auf diesen Brauch gekommen?“, fragte Klara. „Das geht auf die Erzählung von einer mutigen Frau zurück: auf die Heilige Barbara von Nikomedien“, schnatterte ich. Sie hat in der heutigen Türkei, etwa um das Jahr 300 nach Christus, gelebt. Barbara entschied sich damals, Christin zu werden. Das fand ihr Vater gar nicht gut. Er war ein reicher Kaufmann, der sie zuvor sehr verwöhnt hatte. Aber jetzt war er unglaublich wütend: Als sich Barbara auch noch weigerte, einen Nichtchristen zu heiraten, ließ er sie gar ins Gefängnis werfen – und zum Tode verurteilen. Auf dem Weg ins Gefängnis soll sich ein Kirschzweig in Barbaras Kleidern verfangen haben: Sie nahm ihn und stellte ihn in eine Schale mit Wasser. Dieser Zweig soll dann genau an dem Tag erblüht sein, als sie starb. Eure Paula

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