„Herwart“ zerzaust den Freistaat

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Der Sturm, der in Deutschlands Norden für Chaos sorgte, hat auch in Bayern gewirbelt. Wegen „Herwart“ mussten Veranstaltungen im Freien abgesagt werden und er bescherte den Rettungskräften an Gleisen und Straßen arbeitsreiche Stunden.

Feste abgesagt, Störungen im Bahnverkehr

München – Das Herbstlaub, das sich noch an seine Zweige klammert, muss sich am Sonntag gut festgehalten haben – Sturmtief „Herwart“ zerzauste den Bäumen im Freistaat kräftig das Geäst. Nicht alle hielten ihm Stand: Im niederbayerischen Regen stürzte ein Baum auf die Gleise der Waldbahn. Ein Zug rauschte in das unerwartete Hindernis, Lokführer und Zugbegleiter mussten verletzt ins Krankenhaus. Die Fahrgäste der Waldbahn blieben unverletzt, der Zug wurde schwer beschädigt.

Bayernweit deckte der Sturm Dächer ab, zerstörte Strom- und Telefonleitungen. Umgestürzte Bäume blockierten viele Straßen und mehrere Zugstrecken, beschädigten Fahrzeuge und Gebäude. Besonders betroffen waren Franken und die Oberpfalz.

Auch in Oberbayern hatten Polizei und Feuerwehr reichlich zu tun. Die A 8 musste im Landkreis Traunstein zwischen Neukirchen und Siegsdorf stundenlang in beiden Fahrtrichtungen gesperrt werden. Zwischen Tutzing (Kreis Starnberg) und Kochel (Bad Tölz-Wolfratshausen) war die Bahnstrecke zeitweise gesperrt.

Auf der Strecke von Holzkirchen (Kreis Miesbach) nach Rosenheim mussten Rettungskräfte einen Meridian-Zug der Mangfalltalbahn evakuieren – er war leicht auf einem umgestürzten Baum aufgefahren, auch die Oberleitung wurde dabei beschädigt, was die Weiterfahrt auf Stunden verhinderte.

An der Prager Straße in München riss der Sturm die Dachbleche eines fünfstöckigen Wohnblock auf – die Feuerwehr-Höhenrettungstruppe musste in einer aufwendigen Aktion neu befestigen oder vom Dach hieven.

Unter dem Sturm hatten auch geplante Freiluftveranstaltungen zu leiden: Abgesagt wurden unter anderem die Leonhardiritte in Grafing (Kreis Ebersberg), Grassau (Kreis Traunstein) und Peißenberg (Kreis Weilheim-Schongau) sowie der Marksonntag in Fürstenfeldbruck und der Stadtlauf im nahen Puchheim.

Bei allen Sachschäden, dem Stress für die Einsatzkräfte und der Enttäuschung über abgesagte Festivitäten hat der Freistaat „Herwarts“ Tosen aber glimpflich überstanden: Bei den wenigen Vorfällen, bei denen Menschen verletzt wurden, blieb es glücklicherweise bei leichten Blessuren.  ja/lby

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