HEIMATKOLUMNE

Heimatkolumne Was war eigentlich dieser November?

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Herbert Schneider
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Herbert Schneider

Was war eigentlich dieser November? Der elfte Monat, das wissen eh alle.

Aber was sonst noch? Ein erinnerungsträchtiger Trauermonat mit Allerheiligen, Allerseelen, mit Volkstrauertag, Buß- und Bettag und Totensonntag, dazu ein Monat, der uns bei Dunkelheit aufstehen lässt und uns bereits am Abend umnachtet, mit Altweiberfäden umgarnte, manchmal mit Nebelschwaden umwallt, uns Heizkosten aufbürdet, andererseits Bratäpfel und heiße Maroni beschert, doch Gelaterias in die Flucht geschlagen hat.

Manche sagen, diesen Monat hätte uns der Kalender ersparen können, doch ist er nicht der Wegbereiter des Dezembers und damit von Advent, Weihnachten, Silvester und Neujahr? Ohne ihn kein 2017, was immer es mit Trump und Erdogan bringen mag.

Ihn mit „ja pfui Deifi, magst di net schleicha“ von der Tür zu weisen, hätte nichts gebracht. Der November nötigt uns, mit Winterreifen in seine Tage zu starten, setzt uns Pudelmützen auf, zwängt Mannsbilder in lange Unterhosen, bestiefelt und bemäntelt uns und stülpt uns Handschuhe über die Glubberl.

Schulkinder und Lehrerschaft hat er mit den Ferien zu Allerheiligen immerhin eine kurze Verschnaufpause gebracht, den Kleinen am Martinstag Laternen in die Hand gedrückt, die Jäger durch ihren Patron, den heiligen Hubertus, hoffentlich ermahnt, fürsorglich mit der Büchse umzugehen.

Dass schon der frühe November vorauseilend Nikoläuse, Stollen, Lebkuchen, Platzerl in die Regale der Supermärkte geschwemmt hat, ist vorzeitige Verführung. Ja mei, sie wollen uns halt damit bereits den elften Mond versüßen!

Schon in ein paar Tagen wird sich der 11.2016 auf Nimmerwiedersehen verabschieden. Abschiedsschmerz werden wir kaum empfinden, obwohl er ja, weil von Natur aus so strukturiert, nichts für seine klimatischen Grobheiten kann.

Und drum lasst uns zum Schluss dem kleinen Dreißig-Tage-Bazi, der uns immerhin ein kleines Stück Lebensweg begleitet hat, eine Träne, wenn auch nur eine sehr kleine, nachweinen!

Maßgeschneidert

November-Nachschau

An dieser Stelle schreibt jeden zweiten Samstag

unser Turmschreiber

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