Hans Söllner verklagt die Polizei

Er gilt als provokant- genialer Liedermacher, der immer mal wieder Ärger mit der Polizei hat. Jetzt hat Hans Söllner den Spieß umgedreht: Er hat die Beamten verklagt, die sein Auto durchsucht und dabei angeblich auch verwüstet haben.

Auto bei Kontrolle verwüstet

Er gilt als provokant- genialer Liedermacher, der immer mal wieder Ärger mit der Polizei hat. Jetzt hat Hans Söllner den Spieß umgedreht: Er hat die Beamten verklagt, die sein Auto durchsucht und dabei angeblich auch verwüstet haben.

Von Matthias Bieber

Bad Reichenhall – Hans Söllner aus Bad Reichenhall im Berchtesgadener Land ist seit Jahrzehnten ein höchst erfolgreicher Liedermacher – und seit Jahrzehnten vor allem den bayerischen Gesetzesbeamten mit seinen rotzfrechen Kommentaren zu Politik und Polizei ein Stachel im Fleisch. Klar, dass der bekennende Marihuana-Konsument immer wieder getriezt wird. Aber, was der mittlerweile 58-jährige vergangene Woche über sich ergehen lassen musste, war zu viel für ihn: Da wurde sein Auto bei einer Polizeikontrolle im schwäbischen Esslingen laut Söllner so zerlegt, dass ein hoher Sachschaden entstand. Dabei waren auch zwei Polizeihunde in seinem Auto.

Jetzt hat der Liedermacher („Mei Voda hod an Marihuanabaum“, „Edeltraud“) zusammen mit seinen Spezln – seinem Fahrer und einem Bühnenhelfer – den Wagen auf Vordermann gebracht. „Er ist jetzt picobello“, sagte er der tz. Der Schaden an seinem BMW X5 hat sich inklusive fast dreistündiger Rundum-Reinigung auf mittlerweile 5400 Euro summiert, sagt Söllner. In Mitleidenschaft gezogen waren Ledersitze, Türen-Innenverkleidung und der Lack. Die Polizei spricht von einem üblichen Vorgehen. Die Klage gegen die Beamten läuft inzwischen. „Das Gutachten habe ich zusammen mit der Klage losgeschickt“, sagte Söllner laut tz. Er betont, dass er noch nie zu rechtlichen Schritten gegriffen habe, „so einer bin ich nicht. Aber jetzt kriegen sie gscheid auf die Finger, weil die Razzia reine Schikane war“, so der Sänger. „Nicht mal entschuldigt haben sie sich nach der menschenunwürdigen Behandlung.“

Außerdem habe er seine Jacke bei Eiseskälte nicht aus dem Auto holen dürfen, er wurde nach eigenen Angaben „fixiert“ und nach Drogen durchsucht. „Die Polizisten haben null komma null bei mir gefunden“, sagte er. „Und selbst wenn sie zwei, drei Gramm gefunden hätten: Das geht mir am Arsch vorbei. Ich rauch seit meinem 26. Lebensjahr, für ein paar Gramm wird man nicht verurteilt. Und dabei komm ich der Polizei schon entgegen, dass ich einen Fahrer habe.“

Für den Ausgang der Klage ist er optimistisch: „Wenn sie gescheit sind, zahlen sie anstandslos und machen keinen Stress.“ Und fügt grinsend an: „Awa i glaub’s ned.“

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