Halloween in der Corona-Krise: Am meisten Angst macht das Virus

Für viele Kinder ist es inzwischen ein Höhepunkt des Jahres: die Süßigkeitenjagd an Halloween. Aber ziehen sie auch in der Corona-Krise von Haus zu Haus? Viele Ärzte haben eine klare Meinung zu dem Gruselfest am 31. Oktober.

Von Jordan Raza, dpa

(dpa/red) - «Süßes, sonst gibt‘s Saures!» - das bei Kindern beliebte Um-die-Häuser-Ziehen an Halloween wird von vielen Experten wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr kritisch gesehen. «Die ganz klare Empfehlung ist, den Brauch in diesem Jahr ausfallen zu lassen», sagt Jakob Maske, Berliner Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. «Man weiß ja auch gar nicht, wer da die Tür aufmacht. Eventuell ist es eine Person aus der Gruppe der Risikopatienten», sagt Maske. Das Risiko einer Ansteckung sei einfach zu hoch.

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Halloween 2020: Alternativen müssen her

Um die Kinder trotzdem nicht zu enttäuschen, suchen Eltern nach Alternativen.

Gerade kleine Kinder kann man auch gut zu Hause bespaßen: So können sich die Kinder verkleiden, dann zum Beispiel an die Tür der Eltern klopfen und Süßigkeiten bekommen.

Aber auch elfjährige Jolina aus Nürnber hat mit ihrer Familie eine Alternative gefunden. «Wir backen zu Hause Halloween-Kekse und schauen einen Gruselfilm», erzählt sie. Der fünfjährige Oskar aus dem brandenburgischen Nauen ist hingegen auf einer kleinen Gartenparty bei Freunden eingeladen. «Dracula-Zähne und Spinnenhaarreife sind schon gekauft», sagt seine Mutter Jacqueline. Für die achtjährige Romy aus Bredow bei Berlin steht laut ihrer Mutter Stephanie ein gruseliger Spaziergang zu einem alten, verlassenen Bahnhof an.

Zwei als Vampir und Hexe verkleidete Kinder gehen an Halloween durch einen Hofeingang.

Familien wollen nicht verzichten

Die Corona-Krise verdirbt nicht nur vielen Kindern das Gruselfest, sie wirkt sich auch auf das Geschäft der Spielwarenindustrie aus. Der jährliche Umsatz an Halloween liegt laut dem Deutschen Verband der Spielwarenindustrie normalerweise zwischen 50 und 100 Millionen Euro. «Das Niveau der letzten Jahre wird kaum zu erreichen sein», prognostiziert Verbandsgeschäftsführer Ulrich Brobeil.

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Viele Online-Kostümhändler verezeichneten dagegen keine großen Schwankungen, sagt Felix Schirl, Geschäftsführer von trbo. Zu den Kunden des Technologieunternehmens gehören nach Unternehmensangaben mehrere Online-Kostümhändler. «Insbesondere Familien mit Kindern freuen sich auf Halloween, darauf wollen sie nicht verzichten.»

Auch Brobeil hält das Um-die-Häuser-Ziehen an Halloween für nicht so risikoreich wie viele Ärzte oder Eltern. Schließlich gingen viele der Kinder auch in dieselbe Klasse oder denselben Sportverein. Zudem könne jeder selbst entscheiden, die Tür zu öffnen oder nicht. «Oder er stellt etwas vor die Tür, wenn ihm das Risiko zu hoch erscheint», so Brobeil. Die Kinder hätten in diesem Jahr schon genug mitmachen müssen. Man solle ihnen nicht auch noch diese Freude nehmen.

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