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Der Haislschleicha

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Haislschleichas Traum: Wer diese Super-Villa abstaubt, hat ausgesorgt. Panthermedia

„Wer nix daheirat und nix irbt, der bleibt arm, bis dass er stirbt!“ Eingedenk dieses Ratschlags sollte man rechtzeitig den Kontakt zu älteren Erbtanten pflegen, vor allem, wenn sie sich im Besitz einer hypothekenfreien Immobilie befinden, die sie ja schließlich auch nicht „mit ins Grab nehmen können“.

Freilich sollten solche Umgarnungsversuche möglichst diskret ablaufen, denn der Volksmund neidet einem ja alles und nennt einen womöglich einen „Haislschleicha“. Einen, der sich mehr um Grund und Boden der buckligen Verwandtschaft kümmert als um deren irdisches und überirdisches Wohlergehen. „Erbschleicherei“ heißt der entsprechende juristische Tatbestand, der zwar von den Leerausgegangenen häufig unterstellt, aber selten nachgewiesen werden kann.

Apropos Verwandtschaft! Ob man jetzt ums Haisl, ums Festgeldkonto oder um die Schmuckschatulle schleicht, nirgends ist man sicher – immer besteht die Gefahr, auf Gleichgesinnte zu treffen!

Norbert Göttler

Bezirksheimatpfleger Oberbayern

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