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Gustl Mollath: Der Mann, der Justizgeschichte schrieb

Sein Anwalt nennt ihn ein „bisschen knorrig und skurril“. Zugegeben – Gustl Mollath habe „Angewohnheiten, die nicht jeder hat“.

Gustl Mollath hat aber eben auch eine Geschichte, die nicht jeder hat: Sieben Jahre saß er gegen seinen Willen in der Psychiatrie. Im August kam er frei – und wartet auf die Wiederaufnahme seines Verfahrens. Im Frühjahr 2014 soll es soweit sein. Gustl Mollath hat mit seiner Beharrlichkeit die Grundfesten der deutschen Gerichtspsychiatrie erschüttert – und Justizgeschichte geschrieben.

Über Jahre hinweg hatten psychiatrische Gutachter Gustl Mollath „gefährliche Wahnvorstellungen“ attestiert – der hatte Schwarzgeld-Geschäfte bei der HypoVereinsbank angeprangert, in die seine damalige Frau verwickelt gewesen sein soll. Das Blatt wendete sich erst, als 2012 ein älterer Revisionsbericht der HypoVereinsbank auftauchte. Der belegt Schwarz auf Weiß, dass die Behauptungen Mollaths im Wesentlichen stimmen. Prompt geriet die damalige bayerische Justizministerin Beate Merk (CSU) unter Druck. Sie soll frühzeitig von dem internen Bankbericht gewusst haben. Merk selbst bestritt das stets.

Gustl Mollath wird sich bald vor Gericht verantworten. Doch die Jahre in der Psychiatrie haben ihn geprägt. Immer wieder zieht er vom Leder über voreingenommene Staatsanwälte, schlampig arbeitende Gerichte und verantwortungslose psychiatrische Gutachter – dazwischen biografische Einsprengsel und globale politische Analysen. Und aus allem spricht tiefes Misstrauen.

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