So gesund leben die Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen
Gesünder leben im Süden: Die Grafik zeigt den Krankenstand in Prozent im Jahr 2017 – in Starnberg lag er mit 3,3 Prozent am niedrigsten in ganz Bayern. barmer GESUNDHEITSREPORT/pms

BARMER GESUNDHEITSREPORT 2018 . München – Die Bayern mögen es gemütlich – leider auch oft nach einem langen Arbeitstag am Schreibtisch oder auf dem Fahrersitz.

Würden sie sich mehr bewegen, könnten sie jedenfalls noch deutlich gesünder sein, als sie ohnehin schon sind: Das legt der aktuelle Gesundheitsreport der Barmer Krankenkasse nahe, der gestern in München vorgestellt worden ist – die wichtigsten Ergebnisse.

-Wie gesund sind die Bayern?

Dem Report zufolge gesünder als der Durchschnitt der Bundesbürger. Zwar waren im vergangenen Jahr dem Report zufolge mehr als 52 Prozent der erwerbstätigen Bayern mindestens einmal krankgeschrieben. Dabei waren sie aber seltener und auch nicht so lang krankgeschrieben wie der Durchschnittsdeutsche: In Bayern lag der Krankenstand demnach bei 4,3 Prozent (bundesweit sind es 4,8 Prozent). Das bedeutet: an einem durchschnittlichen Kalendertag waren 43 von 1000 Beschäftigten arbeitsunfähig.

Auffallend sind große regionale Unterschiede. „Bei den Fehlzeiten gibt es in Bayern ein starkes Nord-Süd-Gefälle“, sagt Claudia Wöhler, Landesgeschäftsführerin der Barmer Bayern. „In Nordbayern werden die bundesweiten Fehlzeiten zum Teil deutlich überschritten.“

-In welchen Landkreisen wohnen die gesündesten Bayern?

Dem Report zufolge in Starnberg (siehe Grafik) – mit einem Krankenstand von nur 3,3 Prozent, gefolgt von Lindau mit 3,4 Prozent. München lag mit 3,5 Prozent nur knapp darüber. Am höchsten war der Krankenstand mit jeweils 5,4 Prozent in den Kreisen Lichtenfels und Weißenburg-Gunzenhausen sowie mit 5,2 Prozent in Schweinfurt.

-Wo zwickt’s die Leute am häufigsten?

Atemwegserkrankungen waren 2017 das häufigste Problem, das die Menschen im Freistaat zum Daheimbleiben zwang. 17,3 von 100 Erwerbstätigen ließen sich deswegen krankschreiben. Wenn der Bayer nicht gerade schnieft und hustet, hat er es offenbar im Kreuz: Die zweithäufigste Diagnose lautete „Rückenschmerz“, mit 6,2 von 100 Erwerbstätigen. Besonders lang waren vor allem auch Arbeitnehmer mit psychischen Erkrankungen arbeitsunfähig.

-Wen macht der Beruf besonders oft krank?

Schwer heben, wenig Personal und Schichtdienst – Altenpfleger haben einen knochenharten Job. Das schlägt sich im Krankenstand nieder. Im Schnitt fallen sie 31 Tage pro Jahr aus. Dennoch liegen sie mit einem Krankenstand von 8,4 Prozent „nur“ auf Platz zwei der Berufsgruppen. Noch häufiger sind Bus- und Trambahnfahrer krank (33 Tage, 9,1 Prozent). Hoch ist der Krankenstand allerdings nicht nur bei den Altenpflegern, sondern auch in anderen Pflegeberufen. In Zeiten des Personalmangels in der Pflege müsse man hier genauer hinschauen und die Ursachen möglichst umfassend beseitigen, sagt Wöhler.

-Was könnte die Bayern noch gesünder machen?

Der Gesundmacher Nummer eins ist: mehr Bewegung. Wer in die Gänge kommt, wirkt nämlich nicht nur den häufigen Muskel-und-Skelett-Erkrankungen entgegen. Er baut zugleich Stress ab – und macht damit auch seine Psyche belastbarer. Der Report belege, wie wichtig es für die Gesundheit der Mitarbeiter sei, wenn die Balance zwischen Beruf und Privatleben, zwischen Stress und Entspannung ausgewogen sei, sagt Wöhler.

-Was tun Betriebe für ihre Mitarbeiter?

In vielen Unternehmen hat man das Problem offenbar erkannt – und setzt auf ein Betriebliches Gesundheitsmanagement. Dazu gehören zum Beispiel oft mobile oder höhenverstellbare Arbeitsplätze, aber auch Angebote wie Bewegungspausen. Sie helfen, den Rücken bei einem Acht-Stunden-Tag zu entlasten. Und: „Viele Menschen brauchen eine Motivation von außen, um den inneren Schweinehund zu überwinden“, gibt Wöhler zu bedenken. Sie nehmen betriebliche Angebote darum meist gerne an. In kleineren Betrieben gebe es allerdings oft noch Nachholbedarf.

Zusammengefasst von: A. Eppner

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare