Gestern besuchte ich meine Kaninchenfreunde Momo und Fritz.

Gestern besuchte ich meine Kaninchenfreunde Momo und Fritz.

Normalerweise mümmelt Fritz vor sich hin, denn den Kindern in dem Haus scheint er über die Jahre egal geworden zu sein. Wenn er daran denkt, warum, dann hängen seine Ohren ganz traurig herunter: „Die meinen, dass wir Kaninchen langweilig sind.“ Aber gestern sah ich schon von Weitem, dass er seine Ohren triumphierend in die Höhe reckte. Fritz saß inmitten eines Nestes aus Heu, vor sich Karotten, Apfelschnitze, Salatblätter, Kohlrabischeiben und Schwarzwurzeln. Seine Kaninchenfrau Momo nagte an ein paar Nussbaumzweigen und hoppelte fröhlich herum. Wegen Corona steht er plötzlich im Mittelpunkt. Denn die Kinder haben nun schulfrei. Fritz sagte: „Jahrelang waren wir völlig uninteressant, jetzt sind wir als Babysitter ,systemrelevant’.“ Ich schaute verständnislos, aber Fritz erklärte es mir: „Systemrelevant, das sind Berufe, die auch in der Coronakrise unbedingt notwendig sind. Nicht verzichten kann man zum Beispiel auf Ärzte und Pfleger.“ Die Mutter, deren Kinder sich jetzt plötzlich dauernd um ihn kümmern, arbeitet bei der Zeitung, und sie ist froh, dass sie so jetzt dank der Kaninchen die Zeit bekommt, zuhause zu recherchieren und Texte zu schreiben. Eure Paula

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