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Braucht Raitenhaslach ein Jugendtreff?

Ein Dach und drei Wände für die Jugend in Raitenhaslach? Was der Bürgermeister zu der Idee sagt

Rege Teilnahme der Jugendlichen am Gespräch über einen möglichen Jugendtreff in Raitenhaslach.
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Rege Teilnahme: Gespräch über einen möglichen Jugendtreff in Raitenhaslach.
  • Daniela Haindl
    VonDaniela Haindl
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Dass es auch unkompliziert geht, bewies die Jugend von Raitenhaslach am 30. November. Bei einem Gespräch sollte sie sich dazu äußern, ob es im Ort ein Jugendtreff braucht.

Burghausen, Raitenhaslach – 16 Jugendliche und zwei Mütter nahmen die Einladung der Burghauser Jugendarbeiter Hannes Schwankner und Jugendbeauftragter Magnus Stummvoll an, um über einen möglichen Treff in Raitenhaslach zu sprechen. Seit über einem Jahr sei das Thema bereits auf dem Tisch, begann Stummvoll und betonte, dass er von der Resonanz auf die Gesprächseinladung ganz überwältigt sei.

Schwierig zu Kursen zu kommen

„Genau euch brauchen wir für das Projekt,“ lobte der Jugendbeauftragte das Interesse der Anwesenden. Auf seine Frage, wo sich die Jugend von Raitenhaslach denn treffe, antwortete ein etwa 12-Jähriger: „Mir san halt oft draußen.“ „Aber ihr braucht‘s doch ein Dach übern Kopf. Was mach ihr denn wenn‘s regnet?“ fragte Stummvoll. Die Antwort? „Mir san halt zuhaus‘ wenn‘s regnet und danach geh‘ ma wieder raus.“ Dass es am Ende aber doch nicht so einfach ist, bestätigte die Erfahrung von zwei 14-Jährigen. Sie hätten oft Schwierigkeiten wenn sie für bestimmte Kurse oder Vereinsteilnahme nach Burghausen kommen müssten. „Der Bus fährt nach 18 Uhr nicht mehr, also fahren wir mit dem Rad, aber das ist nicht immer so einfach. Vor allem im Winter, wenn es schon so früh zu dunkel wird.“

„Die Busverbindung von Raitenhaslach nach Burghausen könnte beispielsweise über einen Rufbus ausgeweitet werden. Wir testen dies ja gerade mit Mehring und sind für so ein System für die Verbindung mit Raitenhaslach offen. Am Schluss werden die Fahrgastzahlen zeigen, ob so ein Rufbus angenommen wird und finanzierbar ist, daher jetzt die Testphase mit Mehring.“ 

Florian Schneider, Erster Bürgermeister von Burghausen
Es wird schon um 16 Uhr dunkel im Winter: Schlechte Vorraussetzungen für Radfahrer.

Mitfahrbankerl zu gefährlich

„Die Kids sind halt immer auf Erwachsene angewiesen, wenn sie nach Burghausen müssen“, fügte dem eine Mutter hinzu. Bezüglich des „Mitfahrbankerls“ sind sich alle einig: Es ist einfach zu gefährlich bei Fremden ins Auto zu steigen. „Das bringt man doch von klein auf den Kindern bei“, sagte ein Jugendlicher. Das Bankerl werde außerdem auch von den Erwachsenen nicht genutzt. Auf die Frage, ob die Jugend sich lieber in Burghausen treffen würde, war gleich eine Antwort parat: „Wir san halt meistens in der Stadt unterwegs, weil man da was kaufen kann.“ Alle waren sich einig, dass die Neustadt interessanter für die Jugend sei, als die Altstadt: Weil man dort Shoppen könne. „Sollen wir lieber über eine bessere Anbindung nach Burghausen sprechen?“ fragte Stummvoll. Es sei halt blöd, dass am Samstag kein Bus fahre, lautete die Antwort. Sonntag sei nicht so wichtig, weil dann die Läden geschlossen seien.

Sowohl Altstadt und Neustadt haben ihren Reiz. Die einen gehen lieber an den Wöhrsee, die anderen lieber ins Freibad. Die Gastronomie ist in ganz Burghausen vielfältig, genau wie die sportlichen Möglichkeiten und der Freizeitspaß. Gerade in der Altstadt gibt es viele Angebote zum Fortgehen. Natürlich ist das Einkaufsangebot in der Neustadt insgesamt größer, aber gerade die besonderen Geschäfte, wie z.B. die Vintage Läden in den Grüben bieten auch etwas für die Jugend.“

Florian Schneider, Erster Bürgermeister von Burghausen
Braucht Raitenhaslach einen Jugendtreff? Die Frage sollten Jugendliche beantworten.

Automat dringend erwünscht

Das Thema „Einkaufen“ scheint zentral, denn tatsächlich gibt es in Raitenhaslach keinen Laden mit Getränken oder Süßigkeiten. Eine Mutter erwähnte, dass ein Automat schon helfen würde, weil es gar nichts gebe. Die Bedürfnisse der Raitenhaslach Jugend sind also überschaubar, und auch mit den Räumlichkeiten für einen Jugendtreff zeigen sich die jungen Leute sehr überlegt: „Es muss halt auch jemand saubermachen, wenn man so einen Raum hat. Und dann muss es eine Liste geben, wer wann drin war“, hieß es da. Großer Knackpunkt für einen Jugendtreff sei, dass die Eltern sich organisieren und ein Verein gründen müssten. Die zwei anwesenden Mütter sprachen wohl für viele Eltern, als sie die Bereitschaft dafür wegen zu viel Arbeit und weiteren Kindern ablehnten.

Der künftige Jugendtreff in Raitenhaslach?

Dach, Wände und ein Automat

Auch Pascal Reichelt, Zweiter Kommandant der Raitenhaslacher Feuerwehr, hatte bezüglich einer Vereinsgründung Einwände: „Ich glaube daran wird es scheitern, denn mit einem Verein kommt einiges an Arbeit daher. Was, wenn man das Ganze etwas reduzierter angeht: Man könnte ausprobieren, wie es angenommen würde, wenn wir am Volleyballplatz einfach ein Dach über die Bänke und den Tisch machen.“ Eine Mutter zeigt sich dafür sehr begeistert und fügte hinzu, dass der Ort optimal sei, weil es in der Nähe Toiletten gebe. „Nur ein Automat sollte noch aufgestellt werden. Und Wände an drei Seiten wären nicht schlecht.“

Was sagt Bürgermeister zu der Idee?

Grundsätzlich gefällt mir die Idee gut und ich bin hier sehr aufgeschlossen, also freue ich mich auf das Gespräch mit Magnus Stummvoll und Hannes Schwankner dazu“, sagt Florian Schneider. Die Jugend wird durch die Jugendarbeiter übrigens per Brief verständigt. Vermutlich wird es noch ein weiteres Gespräch in dieser Angelegenheit geben.

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