Zwei Bewohner bereits gestorben

Trotz erster Impfdosis: Über 100 Corona-Fälle in Heim in Oberbayern

Wie es zu dem Ausbruch in dem Heim in Markt Schwaben kam, sei derzeit noch unklar, sagte die Sprecherin des Landratsamtes.
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Wie es zu dem Ausbruch in dem Heim in Geretsried kam, sei derzeit noch unklar, so das Landratsamt. (Symbolbild)
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    vonMarkus Zwigl
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In einem Heim in Geretsried sind über 100 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei drei Viertel der Infizierten handelt es sich um Bewohner, zwei von ihnen starben. Die Hälfte hatte bereits eine erste Impfdosis erhalten.

Geretsried - In einem Pflegeheim im oberbayerischen Geretsried haben sich seit Mitte Januar über 100 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. In 77 Fällen handelt es sich um Bewohner der Einrichtung, dazu kommen zwei Dutzend Mitarbeiter. Rund die Hälfte von ihnen - 51 - hatten bereits eine erste Impfdosis erhalten, bevor das Virus bei ihnen nachgewiesen wurde, wie das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen am Montag mitteilte.

Ein infizierter Mitarbeiter war sogar bereits zum zweiten Mal geimpft. Er hatte die zweite Dosis sieben Tage vor dem Nachweis des Virus erhalten. Man gehe davon aus, dass der Impfstoff seine volle Wirksamkeit 14 Tage nach der Zweitimpfung entfalte, erläuterte das Landratsamt.

Zwei Bewohner gestorben

Bei drei Viertel der Infizierten handelt es sich um Bewohner, zwei von ihnen starben. Die genauen Umstände sind noch nicht bekannt. Stationär behandelt werden müssen aktuell sieben Bewohner. Mittlerweile seien auch 27 Bewohner und zehn Mitarbeiter aus der Isolierung entlassen, sie gelten als genesen.

Nach einer Häufung von Fällen seit Mitte Januar fand am vergangenen Donnerstag eine Reihentestung in dem Pflegeheim statt. Am Sonntag berichtete das Landratsamt in einer Pressemitteilung von circa 100 infizierten Personen. Die ersten Infektionen waren in der zweiten Januarwoche aufgetreten, seitdem war die Zahl der Infizierten stetig gestiegen. Eine Mutante wurde offenbar nicht nachgewiesen.

Strenge Pandemie- und Quarantänezone

Da in der Einrichtung einige Bewohner körperlich sehr mobil seien, bestehe die größte Herausforderung in der Trennung von positiv getesteten Personen und Kontaktpersonen. Dafür wurde die Einrichtung streng in Pandemie- und Quarantänezonen getrennt. Die ersten beiden Positiv-Tests betrafen einmal das Personal sowie einen Bewohner. Wer das Virus in die Einrichtung brachte, blieb unklar.

Mittlerweile haben mehr als 70 Prozent aller Bewohner die erste Impfung erhalten. Das Personal wurde bereits komplett geimpft.

Welche Einrichtung betroffen ist und wie viele Menschen dort insgesamt leben und arbeiten, teilte das Landratsamt nicht mit. Nach Informationen unseres Partnerportals merkur.de handelt es sich um das Pflegeheim St. Ursula, das unter seinem Dach auch eine ambulante therapeutische Wohngemeinschaft und eine sozialtherapeutische Langzeiteinrichtung betreibt.

dpa/mz

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