Gemeinsam gegen den „Bienen-Killer“

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Die Bienen leiden unter dem Einsatz von bestimmten Pflanzenschutzmitteln, den sogenannten Neonicotinoiden. Foto: dpa

Sogenannte Neonicotinoide helfen Bauern beim Kampf gegen den Kartoffelkäfer – sind aber gleichzeitig ein Grund für das Bienensterben. Die Mitglieder des Landwirtschaftsausschusses sind sich einig, dass der Einsatz eingeschränkt werden muss – ein vollständiges Verbot findet aber keine Mehrheit. Vorerst.

Einsatz von Insektiziden

Von DOminik Göttler

München – Wie wichtig es den Abgeordneten im Bayerischen Landtag ist, beim Thema Bienensterben nicht untätig zu wirken, zeigt schon, dass die Anträge zu diesem Thema in gleich zwei Ausschüssen federführend behandelt werden. Während der Einsatz von sogenannten Neonicotinoiden, die gerne plakativ als „Bienen-Killer“ betitelt werden, heute im Umweltausschuss zur Sprache kommt, war gestern bereits der Landwirtschaftsausschuss an der Reihe. Und wenn die CSU sogar einem Antrag der SPD zustimmt, zeigt das, dass für alle Seiten Handlungsbedarf besteht.

Von großer Einigkeit kann trotzdem keine Rede sein. Denn die Grünen würden den Einsatz sämtlicher Neonicotinoide am liebsten komplett verbieten – auch zweier Sorten, die von Forschern als unproblematisch für Bienen eingestuft werden. Das geht der CSU zu weit. Martin Schöffel sagt aber: „Wirkstoffe, die bienengefährdend sind, müssen aus dem Freiland verschwinden.“ Er rechne mit weiteren Einschränkungen durch die EU, deshalb müssten sich die bayerischen Bauern Alternativen suchen. Das sei aber nicht immer leicht.

Denn vor allem beim Anbau von Zuckerrüben und auch als Mittel gegen den Kartoffelkäfer sind die Insektizide bislang noch erlaubt. Und obwohl schon seit vier Jahren strenge Einschränkungen gelten, ist der Gesamtabsatz dieser Insektizide in Deutschland mit rund 200 Tonnen im Jahr weiter hoch. „Gerade bei der Rübe werden wir bei einem Verbot Probleme bekommen, weil die Alternativen weit weniger wirksam sind“, sagt Michael Zellner von der Landesanstalt für Landwirtschaft im Ausschuss. Beim Kartoffelanbau könne man seiner Ansicht nach aber auf die kritischen Varianten verzichten.

Entscheidend wird sein, zu welchem Vorschlag sich die EU-Kommission durchringt. Sie hatte die Entscheidung über ein Verbot im vergangenen Jahr vertagt, weil zuerst noch ein Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit abgewartet werden soll. Dieses Gutachten wird im Februar erwartet. Die EU entscheidet über ein mögliches Verbot des Wirkstoffes. Auf Bundesebene können aber unabhängig davon einzelne Mittel, die den Wirkstoff enthalten, verboten werden.

Dem Antrag der SPD, den erwarteten Vorschlag der EU-Kommission zur weiteren Einschränkung der Neonicotinoide zu unterstützen, stimmten gestern alle Fraktionen im Ausschuss zu. Ebenso dem CSU-Antrag, in dem es heißt, die Staatsregierung solle sich bereits jetzt auf Bundesebene für eine Prüfung eines Verbots der kritischen Neonicotinoide einsetzen und die Forschung nach Alternativen vorantreiben. Dem Wunsch von Grünen und SPD nach einem sofortigen Verbot – auch auf den staatlichen Flächen – kamen CSU und Freie Wähler aber nicht nach.

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