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Auswilderungen

Geier Dagmar und Recka: Nasse erste Nacht im Felsen-Domizil

Bartgeier Dagmar
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Ein Mitarbeiter im Nationalpark Berchtesgaden zeigt das Bartgeierweibchen Dagmar vor ihrer Auswilderung.

Die jungen Bartgeier Dagmar und Recka haben die erste Nacht in ihrem neuen Zuhause in einer Felsnische im Nationalpark Berchtesgaden durchnässt, aber ansonsten gut überstanden. Während Recka sich vor dem durch Felsspalten in der Nische sprudelnden Wasser in eine geschützte Ecke gedrückt hatte, saß Dagmar erst einmal erschöpft auf ihrem vorbereiteten Nest aus Zweigen und Schafwolle, wie der Naturschutzverband LBV am Freitag mitteilte.

Ramsau - „Da war die Müdigkeit nach der Aufregung von Präsentation und Transport wohl stärker als das herabtropfende Wasser“, sagte der LBV-Experte Toni Wegscheider.

Bei den unangenehmen Bedingungen hätten die beiden wohl noch keine Energie gehabt, sich näher kennenzulernen oder gar zu streiten. „Das kommt alles in den nächsten Tagen bei besserem Wetter.“

Ranger und LBV-Mitarbeiter hatten die Tiere am Donnerstag in Tragekisten in einem eineinhalbstündigen Aufstieg zu einer schwer zugänglichen Felsnische gebracht. Zuvor waren die beiden drei Monate alten Bartgeier der Öffentlichkeit vorgestellt worden, Dutzende Fans waren gekommen - es war für Dagmar und Recka ein stressiger Tag.

Beide Geier hatten dennoch Appetit: Sie hätten mehrere Gamsknochen gefressen und seien ein wenig herumgewandert. Helfer werden ihnen alle drei Tage Fleisch und Knochen bringen. Die beiden können noch nicht fliegen und sich selbst versorgen. In etwa vier Wochen stehen erste Flugversuche an. Über Webcams können Fans die Tiere beobachten.

Zum zweiten Mal haben LBV und Nationalpark zwei junge Bartgeier ausgewildert. Die drei Monate alten Geier stammen aus einem Zuchtprogramm in Spanien - wie ihre Artgenossen Wally und Bavaria, die vor einem Jahr im Nationalpark angesiedelt worden waren. Recka ist die Schwester von Wally und Dagmar ist die Cousine von Bavaria.

Wally war Ende Mai tot im Zugspitzgebiet gefunden worden. Was ihr zustieß, ist unklar. Über 100 Jahre nach ihrer Ausrottung sollen die Tiere mit bis zu drei Metern Spannweite wieder angesiedelt werden. dpa

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