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„Bärentourismus“ vermeiden

Nur 500 Meter von Wohngebiet entfernt: Braunbär tappt erneut in Bayern in Fotofalle

Braunbär
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Eine Wildtierkamera hat am frühen Montagmorgen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen einen Braunbären aufgenommen.
  • Markus Zwigl
    VonMarkus Zwigl
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Schon wieder: Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist erneut ein Braunbär in eine Fotofalle getappt. Es ist die zweite Aufnahme innerhalb von nur zwei Tagen. Ob es sich um ein und dasselbe Tier handelt ist derzeit noch unklar. Lokalpolitiker und Naturschützer mahnen aber zur Ruhe.

Garmisch-Partenkirchen - Erneut ist im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ein Braunbär gesichtet worden. Er wurde am frühen Montagmorgen (2. Mai) bei Ohlstadt - rund 30 Kilometer vom Ort der ersten Aufnahme entfernt - von einer Wildtierkamera aufgenommen. Vermutet wird, dass es sich um dasselbe Tier handelt, das am Samstag noch im südlichen Landkreis Garmisch-Partenkirchen die Wildtierkamera eines Jägers der Staatsforsten ausgelöst hatte.

Bisher ist unklar, wo der Bär herkommt. Ein Vertreter des Landesamts für Umwelt war offenbar am Mittwoch bereits im Gebiet der ersten Sichtung bei Mittenwald vor Ort, um sich auf die Suche nach Genmaterial wie Fell oder Kot zu machen, wie unser Partnerportal merkur.de berichtet. Erst damit ließe sich konkret bestimmen, woher das Tier stammt - und ob es doch schon einmal auffällig geworden ist. Unklar ist bisher auch, ob es sich um ein männliches oder weibliches Tier handelt. Meist wandern jedoch die halbwüchsigen Männchen.

Ein Sprecher des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) in Augsburg bestätigte am Donnerstag zwar die neue Sichtung, nicht jedoch den Ort. „Wir möchten gerne „Bärentourismus“ vermeiden.“ Anders als sein Artgenosse Bruno, der als „Problembär“ deutschlandweit bekannt wurde und im Sommer 2006 abgeschossen wurde, verhält sich das Tier bisher unauffällig. „Der Bär ist unauffällig und bisher nur durch Aufnahmen der Wildtierkameras in Erscheinung getreten“, sagte der LfU-Sprecher.

Der Bär sei in einer Entfernung von 500 Metern vom Ortsrand fotografiert worden, sagte der Bürgermeister von Ohlstadt, Christian Scheuerer. Dennoch sei dies nicht beunruhigend, es handele sich um unwegsames Waldgebiet. „Da darf sich auch ein Bär wohlfühlen.“ Auch Scheuerer mahnte, sich nicht auf die Suche nach dem Bären zu begeben. Wahrscheinlich sei er ohnehin bereits an einem anderen Ort.

Ein Bär ist kein Wolf

Die Vertreter der Weidetierhalter seien informiert. Bei diesen gebe es bisher keine Unruhe. „Ein Bär wird anders gesehen als ein Wolf. Man geht ganz nüchtern und sachlich damit um. Es ist da keine Panik oder großartige Sorge“, sagte Scheuerer. „Der Bär verhält sich im Endeffekt genauso, wie man das gerne hätte: Er meidet alles, was mit Zivilisation zu tun hat.“

Auch der Bund Naturschutz rief gestern zu „Sachlichkeit im Umgang mit dem Bären“ auf. „Wir erwarten, dass der Bär dieses Mal wirklich willkommen geheißen wird und nicht wie bei Bruno 2006 schnell zum Politikum und abgeschossen wird“, betonte der BN-Vorsitzende Richard Mergner.

Die nächste Bärenpopulation befindet sich nach LfU-Angaben im italienischen Trentino, etwa 120 Kilometer von Bayern entfernt. Dort leben zurzeit demnach etwa 60 Bären, mit leicht steigender Tendenz. Einzelne Tiere gebe es auch im Dreiländereck von Slowenien, Italien und Österreich. Immer wieder aber wandern aus dem Kerngebiet nördlich des Gardasees auch Bären in den nördlichen Alpenraum, wie 2016 nach Graubünden und Tirol oder der berühmte Bär Bruno 2006 nach Tirol und Bayern.

Zuletzt war im Frühjahr 2020 ein Braunbär in Bayern unterwegs. Gleich mehrfach konnten damals im Winterhalbjahr im Gebiet zwischen Reutte im österreichischen Tirol und dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen entsprechende Hinweise bestätigt werden.

mz/dpa