UMZUG LÄSST DEM THEATER KEINE ZEIT FÜR VORBEREITUNGEN – VEREIN SCHAFFT DIE ORGANISATION NICHT ALLEIN

Das Gärtnerplatzfest fällt heuer aus

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Das Gärtnerplatzfest im Jahr 2015. Foto: Archiv

Lesungen und Live-Musik, Tanz und Trommlerei, Bier und Bratwurst, und das alles unter freiem Himmel: Seit mehr als 25 Jahren lädt das Gärtnerplatztheater gemeinsam mit dem Deutschen Forum für Musik- und Theaterkultur zum gemütlichen Miteinander.

Doch dieses Jahr fällt das Fest zum ersten Mal aus.

„Das Open Air hat im Laufe der Zeit Dimensionen angenommen, die wir alleine nicht mehr stemmen können“, sagt Albert Ginthör (63) vom Deutschen Forum. Die Bühne, die Technik, die Verköstigung, „das alles lässt sich ohne einen Mitorganisator nicht mehr schaffen.“

Das Staatstheater hat seine Rolle als Veranstalter vorerst niedergelegt. Der Wiedereinzug in seine Heimatspielstätte band zu viele Kräfte und ließ keine Zeit, ein Open-Air-Konzert auf die Beine zu stellen, heißt es. „Wir bedauern die Absage sehr“, so Ginthör, „aber wir können die Entscheidung der Kollegen nachvollziehen.“

Albert Ginthör ist seit 20 Jahren dabei. Der Münchner hat miterlebt, wie sich das Fest entwickelt hat, wie es gewachsen ist und wie es immer mehr Besucher angezogen hat. „Die Tatsache, dass wir in den vergangenen Jahren regelrecht überrannt wurden, ehrt uns selbstverständlich sehr“, sagt Ginthör. „Allerdings haben wir den Anspruch, die Qualität unserer Veranstaltung zu halten.“

Das sei nicht einfach, insbesondere angesichts der verschärften Sicherheitsvorschriften der Stadt. „Wir haben alle noch die Bilder von Duisburg im Kopf“, so Ginthör. Die Loveparade im Jahr 2010 habe gezeigt, wie schnell die Stimmung auf einem fröhlichen Fest kippen kann. Das wolle man in München unbedingt vermeiden, sagt der 63-Jährige. „Wir haben uns gemeinsam mit dem Gärtnerplatztheater dazu entschlossen, ein Jahr Pause zu machen.“

Die Auszeit wollen Ginthör und seine Mitstreiter nutzen, um neue Konzepte zu erarbeiten und neue Unterhaltungsprogramme zu erproben. „2019 greifen wir wieder an“, verspricht Ginthör. Mit einem Konzept, das das Publikum wie eh und je begeistern soll: mit Lesungen und Live-Musik, mit Tanz und Trommlerei, mit Bier und Bratwurst – und natürlich wie immer unter freiem Himmel. Sarah Brenner

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