Freundin greift 13-Jährige mit Messer an

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Ein außergewöhnlicher Fall beschäftigt die Polizei. Eine 15-Jährige aus Neuperlach griff eine 13-jährige Bekannte an und fügte ihr heftige Wunden an Hals und Gesicht zu, wohl auch mit einem Messer. Die Polizei spricht von einem gegenseitigen Angriff, der Anwalt der 13-Jährigen ist darüber erzürnt.

Neuperlach

von johannes heininger

Was genau sich zugetragen hat, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Opferseite spricht von einem hinterhältigen Angriff an einer Neuperlacher Tiefgarageneinfahrt. Am Ende lag Tiziana (13) mit Schnittwunden an Hals und Gesicht keuchend am Boden. Die Augen blutunterlaufen, aus dem Mund spuckte sie Erde, in ihren Haaren klebten Blätter. Die 15-Jährige habe Tiziana töten wollen, glaubt der Anwalt der 13-Jährigen, Timo Westermann.

Tiziana und die Angreiferin sind eigentlich befreundet, zumindest kennt man sich gut. Man habe sich bei den Hausaufgaben geholfen und Nachmittage miteinander verbracht, erzählt die 13-Jährige. An jenem Freitag gegen 14.20 Uhr hätten sie sich in der Nähe des Neuperlacher Einkaufszentrums PEP verabredet. An einer Tiefgarage soll die 15-Jährige gesagt haben, sie wolle Tiziana hinter einem Gebüsch ein Geschenk geben. Die glaubte ihrer Freundin, ging mit ihr durch einen zugewachsenen Eingang hinter der Tiefgaragenmauer, eine schwer einsehbare Stelle.

Plötzlich soll die 15-Jährige mit einem rund 30 Zentimeter langen Brotmesser vor Tiziana gestanden haben. Die 13-Jährige soll von dem Mädchen zu Boden gerissen worden sein. Mehrmals soll die Angreiferin mit dem Messer ausgeholt und zugestochen haben. Sie habe sich heftig gewehrt, berichtet die 13-Jährige. Die Schnitte gingen glücklicherweise nicht tief. Dafür zeugen Würgemale am Hals von der Gewalt.

Dann kam die Rettung. Nachbarin Petra P. (Name geändert) hörte die Schreie. Als die Frau hinter die Mauer blickte, sah sie in Tizianas Augen. „Sie hatte Todesangst und flehte um Hilfe“, berichtet die Nachbarin gegenüber unserer Zeitung. Sie habe der 15-Jährigen das Messer entrissen. Petra P.: „Das Mädchen war voller Hass. Ich denke, Tiziana wäre bald bewusstlos gewesen.“ P. rief die Polizei. Sieben Streifenwagen rückten an. Da war die Angreiferin bereits geflüchtet. Sie sei unverletzt gewesen, ist sich Petra P. sicher. Die 15-Jährige gab nach ihrer Festnahme gegenüber der Polizei an, auch sie sei von Tiziana verletzt worden.

Bei der Polizei wird der Vorfall bisher als wechselseitige gefährliche Körperverletzung geführt. Warum sie ausgerechnet von ihrer Freundin angegriffen wurde, kann sich die Schülerin nicht erklären. Die Polizei teilte auf Anfrage mit, dass es bei dem Streit um Kleidung und ein Smartphone gegangen sei.

Anwalt Timo Westermann ist bestürzt darüber, wie locker die Polizei mit dem Fall umgeht.„Tiziana ist traumatisiert. Die Verletzungen sind eindeutig. Es war ein großes Messer. Kripo und Staatsanwaltschaft müssen sich mit dem Fall befassen.“ Die Polizei will ermitteln. Tiziana schläft schlecht, traut sich nicht vor die Tür. Westermann wundert das nicht: „Tiziana hätte sterben können.“

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